Hamburg - Gold zum Geburtstag: Wenige Stunden vor seinem 22. Ehrentag hat der 100-Meter-Olympiasieger Usain Bolt, der bereits bei seinem Sieg im kurzen Sprint in 9,69 Sekunden einen Weltrekord aufgestellt hatte, über die doppelte Distanz in 19,30 Sekunden eine neue Weltbestzeit erzielt. "Es ist ein großes Gefühl. Ich bin einfach nur glücklich", so Bolt. Damit unterbot Bolt die alte Bestmarke des Amerikaners Michael Johnson (19,32), die dieser bei den Spielen 1996 in Atlanta aufgestellt hatte, um zwei Hundertstelsekunden. Der letzte Doppel-Erfolg über 100 und 200 Meter war Carl Lewis 1984 in Los Angeles gelungen. Als erster Läufer seit 1896 krönte Usain Bolt sein olympisches Double mit Weltrekorden auf beiden Sprintstrecken.
"Das war mein Traum als ich jung war", sagte Bolt, "ich wollte Doppel-Olympiasieger werden, das war mein Ziel". Mit Jamaika-Fahnen um den Körper gewickelt feierte der schnellste Mann der Welt seinen erneut unglaublichen Triumph: "Ich kann es nicht erklären. Es ist fantastisch", sagte er. "Ich hoffe mein Rekord hält länger als der von Michael Johnson."
Der ehemalige Weltklasse-Läufer Johnson, mittlerweile TV-Kommentator der BBC, bezeichnete seinen Nachfolger als "Superman 2". "Man hat gemerkt, dass er den Rekord wollte. Es war ein unglaubliches Rennen", so der Amerikaner.
Sowohl der Zweit- als auch der Drittplatzierte wurden nach dem Rennen wegen Betretens der Laufbahnmarkierung disqualifiziert. Die Silbermedaille blieb Churandy Martina (Niederländische Antillen / 19,82 Sekunden) damit verwehrt. Silber ging nachträglich an Shawn Crawford, dem seine Bronzemedaille schon unangenehm gewesen wäre. Denn zuvor war auch der Drittplazierte Wallace Spearmon (USA) nachträglich disqualifiziert worden, da er kurz nach dem Start auf die Begrenzungslinie seiner Bahn getreten war.
"Das ist hart für ihn. Wegen eines Schritts auf der Linie disqualifiziert zu werden. Das muss man erstmal verdauen", hatte Crawford Mitgefühl mit seinem Landsmann gezeigt. Spearmon habe geschuftet und werde nun um den Lohn gebracht, so Crawford: "Für mich ist es nicht angenehm, ich bin in einer Situation, in der ich nicht sein wollte." Nun hat Crawford sogar Silber, die Bronzemedaille ging an den Amerikaner Walter Dix (19,98).
Vor dem 200-Meter-Finale hatte der deutsche Sprinter Tobias Unger den schnellsten Mann der Welt aufgrund des lockeren Erfolges über die 100-Meter-Distanz scharf angegriffen. "Bolt läuft im Mai 9,80 Sekunden und Ende September auch. Er zeigt keine Schwächen nach langen Reisen, keine Müdigkeit durchs Training", hatte der deutsche Sprinter in einem Interview mit "Sport-Bild" gesagt.
"Im Zwischenlauf hat sich Bolt nicht mal warmgelaufen. Der kam in Badehose und Joggingschuhen, hat eine Steigerung und einen Start gemacht, seine Spikes angezogen und ist dann die 100 Meter in 9,92 Sekunden gejoggt. Für mich ist das eine Riesenverarschung", so Unger.
Ein Cricket-Trainer hatte einst das Talent Bolts entdeckt. Schon mit 15 Jahren und 332 Tagen wurde er vor seiner Haustür in Kingston/Jamaika U18-Junioren-Weltmeister. "Niemand kann ihn stoppen", hatte Vater Wellesley damals angekündigt.
Das dritte Gold ist für Bolt auch schon in Reichweite: In der 4x100-Meter-Staffel der Herren (Freitag, 16.10 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) stehen die Zeichen auf Sieg, zu schwach scheinen die Amerikaner als ernsthafteste Konkurrenten zu sein. In der jamaikanischen Staffel läuft auch noch Asafa Powell mit, Fünfter im Endlauf über 100 Meter und über diese Distanz Vorgänger von Bolt als Weltrekordler (9,74). Bolt wäre nach Owens, Lewis und Bobby Morrow (USA/1956) erst der vierte Sprinter, dem das Triple gelänge.
mig/sid/dpa
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bis unter die Haarspitzen voll mit demselben noch nicht bekannten Zeug das Lance Armstrong nimmt, ich hoffe die Franzosen finden das bald raus, ejtzt haben sie glaube ich gute Drogenfahnder am Start und Lance sit durch Bolts [...] mehr...
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