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02.09.2008
 

Handball

Steuerfahnder durchsuchen Geschäftsräume der HSG Nordhorn

Einen Tag vor Saisonbeginn haben Beamte der Steuerfahndung die Büros der HSG Nordhorn und die Zentrale der Handball-Bundesliga durchsucht. Außerdem forderten sie von aktuellen und früheren HSG-Akteuren die Herausgabe von Kontoauszügen und Verträgen.

Hamburg - Die Fahnder beschlagnahmten nach Informationen des ZDF Unterlagen beim EHF-Pokalsieger. Gleichzeitig suchten Beamte Trainer Ola Lindgren sowie Spieler wie Weltmeister Holger Glandorf auf. "Es besteht der Verdacht, dass bei dem Verein Schwarzgelder an die Spieler gezahlt wurden. Es geht also um den Verdacht der Steuerhinterziehung", sagte Pressesprecher Alexander Retemeyer von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Osnabrück dem sid. Die Zentrale der Handball-Bundesliga in Dortmund wurde im Rahmen der Aktion ebenfalls aufgesucht.

Nordhorner Glandorf: "Bei mir ist alles in Ordnung"
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DPA

Nordhorner Glandorf: "Bei mir ist alles in Ordnung"

"Die Beamten standen am Morgen vor meiner Tür. Sie wollten meine Verträge, Kontoauszüge und andere Unterlagen. Ich habe ihnen alles mitgegeben", berichtete HSG-Trainer Lindgren. "Sie waren bei allen", fügte der schwedische Coach hinzu. Er geht davon aus, dass trotz der Steuerfahndung das Bundesliga-Auftaktspiel gegen GWD Minden an diesem Mittwoch wie geplant im Nordhorner Euregium stattfindet: "Man muss abwarten, was bei der ganzen Sache herauskommt." Nationalspieler Glandorf sagte: "Sie haben bei mir Unterlagen mitgenommen. Bei mir ist alles in Ordnung."

"Wir haben unsere kooperative Zusammenarbeit angeboten. Diesen Vorgang hätte ich mir lieber erspart", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der dpa. Von der Steuerrazzia waren aktuelle und ehemalige Nordhorner Spieler wie der langjährige Kapitän Jan Filip betroffen. Die HSG-Verantwortlichen gaben am Dienstag zunächst keine klare Stellungnahme ab. Manager Bernd Rigterink bestätigte dem sid lediglich den Vorgang der Durchsuchung. "Zu den Vorwürfen wollen wir uns erst einmal nicht äußern", so Rigterink.

Zuletzt wurden die Gehälter der Nordhorner Spieler nur mit Verspätung gezahlt. Deshalb wechselte Filip in diesem Sommer überraschend zu den Rhein-Neckar Löwen. Bereits 2002 stand die HSG Nordhorn vor dem finanziellen Kollaps. Der Verein erhielt die Lizenz erst im zweiten Anlauf. Diesmal bekam die HSG die Spielberechtigung unter Auflagen. Die Lizenz kann auch im Nachhinein nicht entzogen werden. Sollte sich ein Fehlverhalten des Vereins herausstellen, sind allerdings Punktabzüge möglich. "Wir haben die Verantwortlichen der HSG für Donnerstag vorgeladen", sagte Bohmann.

fsc/dpa/sid

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