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03.09.2008
 

Doping

Beltráns B-Probe positiv, Olympia-Medaillengewinner auffällig

Kaum ein Tag ohne Dopingmeldungen: Zwei weißrussische Leichtathleten, die bei den Olympischen Spielen Edelmetall gewannen, stehen unter Verdacht. Dieser hat sich bei Radprofi Manuel Beltrán bestätigt. Auch ein berühmter Galopper wurde überführt.

Hamburg - Dem Hammerwurfsport droht ein Dopingskandal. Nach Informationen der russischen Nachrichtenagentur All-Sport sollen die weißrussischen Hammerwerfer Wadim Dewjatowski und Iwan Tichon, die bei den Olympischen Spielen in Peking die Silber- und Bronzemedaille gewannen, positiv auf die verbotene Substanz Testosteron getestet worden seien. All-Sport beruft sich auf "Quellen aus dem Umfeld der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada". Die A-Probe soll unmittelbar nach dem Finale am 17. August in Peking entnommen worden sein.

Bronzegewinner Tichon: Verlust des Edelmetalls droht
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AFP

Bronzegewinner Tichon: Verlust des Edelmetalls droht

Dewjatowski würde als Wiederholungstäter eine lebenslange Sperre drohen. Für den dreimaligen Weltmeister Tichon wäre es der erste Dopingverstoß. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würde der eigentlich viertplazierte Ungar Krisztian Pars nachträglich am grünen Tisch Silber erhalten, Bronze bekäme dann der Japaner Koji Murofushi. Olympiasieger war der Slowene Primoz Kozmus geworden. Der Leverkusener Markus Esser würde vom neunten auf den siebten Rang nach vorne gestuft.

Zwei Monate nachdem der spanische Radprofi Manuel Beltrán für den ersten Dopingfall der diesjährigen Tour de France gesorgt hatte, ist nun auch seine B-Probe positiv ausgefallen. Das berichtete die französische Sportzeitung "L'Equipe" am Mittwoch. Beltrán war nach der ersten Tour-Etappe von Brest nach Plumelec der Einnahme des Blutdopingmittels Epo überführt worden. Danach hatte ihn sein Rennstall Liquigas vorläufig suspendiert.

Nun steht Beltrán, einstiger Helfer der Tour-Sieger Jan Ullrich und Lance Armstrong, vor dem Karriereende. Zum einen droht ihm eine zweijährige Sperre, zum anderen hatte sein italienisches Team angekündigt, im Falle einer positiven B-Probe die Zusammenarbeit mit dem 37-Jährigen zu beenden.

Beltrán, einer von fünf Dopingfällen der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt, erwartet ein Disziplinarverfahren vor der französischen Anti-Doping-Agentur. Diese besitzt die Befugnis, auch Fahrer ausländischer Teams zu bestrafen. Sie übermittelt ihre Entscheidung über das Strafmaß dann an den Radsport-Weltverband UCI.

Hoffnung für Fechter Baldini

Der Internationale Fechterverband Fie hat das Doping-Verfahren gegen den italienischen Weltklasse-Florettfechter Andrea Baldini ausgesetzt. Der 22-Jährige war Anfang Juli bei den Europameisterschaften in Kiew positiv getestet worden. Der Fie erklärte am Mittwoch, das Verfahren werde ausgesetzt, bis die Ermittlungen in Italien über eine eventuelle Sabotage abgeschlossen beendet seien.

Die Anti-Doping-Ermittler des Nationalen Olympischen Komitee für Italien (Coni) und die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Livorno leiten die Untersuchung. Baldini wurde in A- und B-Probe Spuren des Diuretikums Furosemid, einer Maskierungssubstanz, nachgewiesen. Der Weltranglisten-Erste sieht sich als Opfer einer Verschwörung und hatte Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Rennpferd Oriental Tiger positiv

Auch der deutsche Galopprennsport wird von einem Dopingskandal erschüttert. Das nach dem Ranking derzeit beste deutsche Rennpferd, Oriental Tiger, war beim Sieg im Rheinland-Pokal am 17. August in Köln gedopt. Die B-Probe bestätigte den positiven Befund der A-Probe. Demnach wurde bei dem fünf Jahre alten Hengst ein verbotenes Mittel festgestellt, das gegen die Hautkrankheit Nesselfieber verabreicht wurde und Kortison enthält.

Als Konsequenz wird Oriental Tiger, der dem ostwestfälischen Gestüt Auenquelle gehört und von Uwe Ostmann trainiert wird, disqualifiziert. Die Siegprämie von 100.000 Euro geht an das Team des zweitplazierten Derbysiegers Kamsin.

"Das Medikament wurde offenbar nicht rechtzeitig abgesetzt. Ich entschuldige mich beim gesamten Rennsport für den Vorfall. Er hat nichts an meiner Einstellung geändert: Gesunde Pferde brauchen keine Medikamente, und kranke Pferde gehören nicht auf die Rennbahn", sagte Karl-Dieter Ellerbracke, der Mitbesitzer des Gestüts Auenquelle.

mig/sid/dpa

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