Hamburg - Iwan Uchow steht ein wenig unsicher, der Oberkörper schaukelt hin und her. Er beginnt die Vorbereitung auf den ersten Sprung und zieht die Trainingshose aus - dabei muss er sich allerdings an einer Hürde festhalten. Dann bedeutet ihm ein Kampfrichter, dass er starten soll. Die Zeit ist abgelaufen. Uchow läuft an, sein Timing ist schlecht, er springt viel zu früh, fliegt unter der 2,17 Meter hohen Latte hindurch und landet auf der Matte.
Dieser Fauxpas ereignete sich bereits am Dienstag beim Grand Prix in Lausanne (Schweiz). Die mögliche Erklärung: Angeblich war Uchow betrunken in den Wettkampf gegangen. Das behaupteten andere Hochspringer. Nach Auskunft des Schweden Linus Thörnblad gegenüber der Tageszeitung "Aftonbladet" habe Uchow Wodka-Red-Bull getrunken, "während wir Red Bull tranken".
Auch der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat sich nun eingeschaltet und untersucht den Fall. "Wir erwarten eine Erklärung des Athleten für sein Verhalten", sagte IAAF-Sprecher Nick Davies. Suchow ist nicht irgendein Sportler, seine Bestleistung in der Halle liegt bei 2,39 Metern. Das ist russischer Rekord. Im Freien hat er schon 2,33 Meter übersprungen, 2005 war er Junioren-Europameister.
Eine Sperre dürfte er nach seinem peinlichen Auftritt beim renommierten Meeting in Lausanne nicht zu befürchten haben: Alkohol steht in der Leichtathletik nicht auf der Dopingliste. Konsequenzen gibt es dennoch schon jetzt. Die Veranstalter des Wettkampfes wollen die Kosten des 22-Jährigen nicht wie geplant übernehmen und ihn in Zukunft auch nicht mehr einladen.
hut/dpa
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