Hamburg - Der deutsche Leichtathlet Matthias Schröder holte sich nach der Disqualifikation des Chinesen Yansong Li unverhofft die Goldmedaille über 400 Meter bei den Paralympics in Peking. Die Entscheidung über Schröders Plazierung fiel erst mit zwei Stunden Verspätung, da das Internationale Paralympischen Komitee (IPC) diesmal den Protest gegen Li, der die Bahn verlassen hatte, zuerst abwartete.
Zuvor hatte das IPC für großen Unmut im deutschen Lager gesorgt. Nach dem Skandal um die Aberkennung der Goldmedailledes Schwimmers Thomas Grimm hatte es Formfehler eingestanden, Kampfrichter vom Schwimmen abgezogen, dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) aber keine Chance auf einen Protest gelassen.
Insgesamt holten die deutschen Leichtathleten drei Medaillen. Die 18-jährige Sprinterin Claudia Nicoleitzik überraschte mit Silber über 200 Meter, die gleiche Medaille gewann der sehbehinderte Berliner Matthias Schröder über 400 Meter; die 54-jährige teilgelähmte Birgit Pohl im Speerwurf und der spastisch gelähmte Kugelstoßer Thomas Loosch wurden jeweils Dritte. Ebenfalls Bronze holte im Einzelzeitfahren auf der Straße Radfahrerin Dorothee Vieth. Der Traum der Rollstuhl-Basketballer von einer Medaille ist hingegen geplatzt. Sie unterlagen im Viertelfinale Großbritannien 64:71. Die deutschen Frauen stehen nach einem 60:40 gegen Japan dagegen im Finale gegen die USA.
Der Star der Spiele, der südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius, siegte auch in seinem zweiten Rennen souverän. Doch wie über 100 Meter verpasste Pistorius in 21,67 Sekunden über 200 Meter auch über die doppelte Distanz einen Weltrekord knapp.
jar/sid
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