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Europa gegen die NBA Kampf um jeden Spieler

2. Teil: Die deutschen Clubs: Geld garantiert keine Siege

Konkurrenzfähig bleiben - das würden auch gerne Albas Gegner in der Bundesliga. "Geld garantiert keine Siege. Es macht sie aber wahrscheinlicher", sagt Alba-Manager Marco Baldi. Wer einen hohen Etat habe, könne schließlich auch Spieler mit höherer Qualität verpflichten. So ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Alba in der Bundesliga viele Spiele gewinnen wird. Auch wenn Berlin in Europa finanziell höchstens in der unteren Mittelklasse spielt, in Deutschland ist der Hauptstadt-Club der Krösus. Auf rund 7,5 Millionen Euro wird der Etat geschätzt. Damit liegt Alba in dieser Saison auch vor dem finanzstärksten Konkurrenten, den Brose Baskets Bamberg. Budget: Sechs Millionen Euro schätzt das Fachblatt "SPONSORs".

Basketball-Bundesliga: Die Standorte der 18 Clubs
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Basketball-Bundesliga: Die Standorte der 18 Clubs

Der Rest der Liga folgt mit großem Abstand: Clubs wie Oldenburg, Quakenbrück oder Frankfurt stehen noch mehr als drei Millionen zur Verfügung, sieben der 18 Erstliga-Vereine müssen allerdings mit weniger als zwei Millionen Euro auskommen. Der Aufsteiger aus Nördlingen bildet das Schlusslicht der Finanztabelle: Eine Million schreibt die Liga als Mindestetat vor, 1,1 Millionen haben die Bayern nach der "SPONSORs"-Schätzung zur Verfügung.

So kann nur die Spitzengruppe der Vereine im Transfer-Poker um die besten Spieler mithalten. Bamberg und Alba nahmen Spieler unter Vertrag, die vergangene Saison noch in der NBA gespielt hatten: Der frisch verpflichtete Bamberger Center Alexander Johnson stand vergangene Saison 12,8 Minuten im Schnitt für die Miami Heat auf dem Parkett. Albas Neuzugang Casey Jacobsen war für die Memphis Grizzlies im Einsatz.

Wechselspiele bei den großen Drei

Ein großer Teil der Transfers in diesem Sommer spielte sich aber innerhalb der Liga ab. Vor allem zwischen den Spitzenclubs gab es ein großes Wechselspiel: Vom Pokalsieger, den Artland Dragons, gingen Trainer Chris Fleming und Aufbauspieler John Goldsberry zum Vorjahresmeister nach Bamberg. In die Gegenrichtung wechselte Center Darren Fenn. Den Quakenbrücker-Center Adam Chubb zog es nach Berlin, dort trifft er den früheren Bamberger Aufbauspieler Steffen Hamann.

Dass es so viele Wechsel innerhalb der Liga gibt, ist ein Erfolg für die BBL. In den Jahren zuvor verschwanden erfolgreiche Spieler oft nach einer Saison in die südeuropäischen Ligen oder nach Russland, wo sie wesentlich mehr verdienen konnten. Die deutschen Fans hatten so zu Saisonbeginn oft das Gefühl, ihre Mannschaft gar nicht mehr zu kennen.

Das geht dem Großteil der Bevölkerung ohnehin so: Außerhalb der BBL-Standorte sind die Basketball-Profis und ihre Teams weitgehend unbekannt. Die Medienpräsenz ist seit Jahren ein Hauptproblem der Liga. Das Ziel ist allen Verantwortlichen klar: Die BBL muss ins Fernsehen, möglichst ins frei empfangbare. Denn nur dann könnten die Basketball-Clubs bundesweit wahrgenommen werden und die Logos der Sponsoren auf den Trikots würden von mehr als ein paar tausend Zuschauern gesehen.

Spiele in kompletter Länge gibt es nur bei Sportdigital.tv zu sehen, einem Pay-TV-Sender auf verschiedenen Kabel- und Satellitenplattformen (in dieser Woche unverschlüsselt) sowie im Internet. Zu den Zuschauerzahlen äußern sich weder der Sender noch die Liga. Auch wenn die deutschen Clubs auf europäischer Ebene spielen, ist davon im Fernsehen nur wenig zu sehen. Eurosport 2 überträgt zwar Partien des Eurocups, dem Uefa-Pokal der Basketballer, aber im vergangenen Jahr waren darunter kaum Spiele der deutschen Mannschaften. Darüber, ob Albas Spiele in der Euroleague auch im Free-TV ausgestrahlt werden, wird noch verhandelt. Nach den Regeln der Euroleague muss für jedes Spiel ein Fernsehsignal produziert werden.

Drohende Insolvenz statt sportlicher Erfolge

Dass die TV-Sender kein Interesse an Basketball haben, bedeutet für die Clubs auch, dass sie nicht mit hohen Einnahmen aus dem Verkauf der Fernsehrechte rechnen können. "Die beiden wichtigsten Einnahmequellen sind Sponsoring und der Verkauf von Eintrittskarten", erklärt Marco Baldi. Wie stark die Vereine vom Zuspruch ihrer Fans abhängen, wird gerade in Gießen deutlich: Dort hat der Verein weniger Dauerkarten verkauft als erwartet. "Das Wasser steht uns bis zum Hals", sagte Geschäftsführer Christoph Syring der "Frankfurter Rundschau".

Auch wenn die Basketball-Bundesliga die Teilnahme der Gießener am Spielbetrieb bislang nicht als gefährdet ansieht, hat die Liga mit den Wasserstandsmeldungen aus Gießen auch in dieser Saison das Hauptproblem der vergangenen: Clubs die nicht mit sportlichen Erfolgen Schlagzeilen machen, sondern mit der drohenden Insolvenz. Im vergangenen Jahr gab schon einmal Schwierigkeiten in Gießen, in Köln konnte die Pleite erst in allerletzter Minute abgewendet werden und auch beim späteren Absteiger Jena musste eine Finanzlücke gestopft werden.

Während die einen versuchen, den Gang zum Insolvenzverwalter zu vermeiden, fragt man sich bei den deutschen Top-Clubs eher, wie der Abstand zur europäischen Spitze verkleinert werden kann. Das Hauptziel der Berliner ist klar: Sie wollen sich in der Euroleague festsetzten. Nach den aktuellen Regeln geht das nur, wenn sie erneut deutscher Meister werden. Trotz des aufgerüsten Kaders geben sich die Berliner bescheiden. "In der Bundesliga können acht bis zehn Teams jederzeit angreifen", sagt Trainer Luka Pavicevic.

Ob da nur die Gegner attraktiv geredet werden oder ob andere Teams dem "unglaublich tiefen Kader" (Nationalspieler Johannes Herber) wirklich gefährlich werden können, lässt sich vielleicht schon am Sonntag nach dem zweiten Spiel gegen die Artland Dragons erahnen. Albas Messlatte allerdings liegt wohl eher in Rom als in Quakenbrück. Der italienische Hauptstadtclub ist in einem Monat der erste Gegner in der Euroleague. Dort im Kader: Brandon Jennings. Der 19-Jährige gilt als das erste Riesentalent aus den USA, das sich gegen den üblichen Weg in die NBA entschied: Statt aufs College ging er nach Europa.

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