Hamburg - Nach dem Remis in der neunten Partie fehlt Weltmeister Anand nur noch ein weiteres Unentschieden zur Verteidigung seines Titels. Kramnik, der nun 3:6 zurückliegt, müsste alle drei verbleibenden Duelle gewinnen, um Anand noch in einen entscheidenden Tiebreak zu zwingen.
Schachprofis Anand (l.) und Kramnik: Kein Sieg für den Herausforderer
Anand eröffnete mit dem Damenbauern, Kramnik wählte die Halbslawische Verteidigung und erspielte sich daraufhin einen kleinen Vorteil. Doch zu seinem ersten Sieg sollte es wieder nicht reichen - Anand agierte trotz aufkommender Zeitnot erneut fehlerlos.
Zudem tauschte Kramnik in einer aussichtsreichen Angriffsstellung die Damen anstatt Risiko zu gehen. "Wegen der Zeitnot hatte ich Angst, einen Fehler zu machen, und habe deswegen die Damen getauscht", erklärte Kramnik seine Entscheidung. Nach 45 Zügen und 4:52 Stunden Spielzeit einigten sich beide Spieler dann auf Remis. Es war bereits das sechste Unentschieden im neunten Duell, drei Partien konnte Anand für sich entscheiden.
"Ich habe heute nicht gut gespielt. Es war mein härtestes Spiel bis jetzt. Ich dachte, ich hätte eine verlorene Position", sagte Anand. Sein Kontrahent Kramnik zeigte sich trotz der Sieglosigkeit weiter entschlossen: "Ich werde bis zur letzten Patrone kämpfen", sagte der 33-Jährige.
Das nächste - und womöglich letzte - Spiel der Schach-WM in Bonn findet am Montag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) statt.
hut/dpa/sid
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