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08.12.2008
 

Handball-EM

Deutschlands Frauen im Halbfinale

Weltklasse-Leistung: Deutschlands Handball-Frauen entzaubern Angstgegner Schweden und stehen dank russischer Hilfe vorzeitig im Halbfinale der EM in Mazedonien.

Hamburg - Mit einer Weltklasse-Leistung haben die deutschen Handball-Frauen ihren Angstgegner Schweden entzaubert und sind bei der EM in Mazedonien dank der Schützenhilfe von Russland vorzeitig ins Halbfinale eingezogen. Im ersten Hauptrundenspiel deklassierte der WM-Dritte am Montag in Skopje die Skandinavierinnen mit 33:22 (15:11). Nach dem vierten Sieg im vierten Spiel ist die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) Tabellenführer in der Hauptrundengruppe II. Vor 2000 Zuschauern in der Halle "Boris Trajkovski" zeigte die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich ihre beste Turnierleistung.

Erfolgreiche Handballerinnen: Grit Jurack (r.) and Anne Muller (l) bejubeln ihren Triumph
DPA

Erfolgreiche Handballerinnen: Grit Jurack (r.) and Anne Muller (l) bejubeln ihren Triumph

Anschließend besiegte Weltmeister Russland den Gastgeber Mazedonien mit 43:24 (15:12). Dadurch ist die deutsche Mannschaft mit sechs Punkten mindestens Gruppenzweiter. Zwar können sowohl Schweden als auch Mazedonien und Kroatien wie der WM-Dritte noch auf sechs Punkte kommen. Doch haben alle drei den direkten Vergleich mit dem Tabellenführer verloren.

Erfolgreichste deutsche Torschützinnen waren Grit Jurack (10/2) und Sara Walzik (6). Nächster Gegner der DHB-Auswahl ist am Donnerstag (20.15 Uhr/DSF) Weißrussland, das sein erstes Hauptrundenspiel mit 35:43 (18:21) gegen Kroatien verloren hatte und noch maximal auf fünf Punkte kommen kann. Zum Hauptrunden-Abschluss am Donnerstag (18.15 Uhr/DSF) geht es gegen Russland um den Gruppensieg. "Diesmal brauchten weder wir noch die Fans zu Hause die Herztropfen", jubilierte Kapitän Jurack.

"Heute haben wir es allen Kritikern gezeigt. Als wir das Spiel schon gewonnen hatten, wollten wir es den Schwedinnen auch richtig geben", sagte Kreisläuferin Anja Althaus. Und Spielmacherin Nina Wörz, die in der 51. Minute wegen groben Foulspiels Rot gesehen hatte, ergänzte: "Es ist ein geniales Gefühl. Wir haben allen gezeigt, dass wir steigerungsfähig sind und sind hier noch lange nicht fertig."

Die Deutschen mussten erneut auf die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause verzichten, die noch immer an den Folgen einer Schädelprellung aus dem Vorrundenspiel gegen Serbien laboriert. Trotzdem startete das DHB-Team furios: Gegen Angstgegner Schweden, der in Peking mit dem 27:26-Erfolg das Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen besiegelt hatte, stürmte der WM-Dritte dank einer aggressiven Abwehr auf 9:0 (13.) davon. Erst nach 14:17 Minute gelang Schweden das erste Tor zum 1:9.

Danach fanden die Nordeuropäerinnen ins Spiel und verkürzten den Abstand bis zur Pause auf 11:15 (28.). Die Deutschen konnten ihr anfängliches Tempospiel zeitweilig nicht mehr aufziehen. Einzig Grit Jurack und Nina Wörz sorgten aus dem Rückraum für Druck. Nach dem Seitenwechsel spielte der WM-Dritte dann aber wieder konzentrierter und hatte beim 24:15 (46.) den alten Neun-Tore-Abstand wieder hergestellt, ehe sie sich sogar auf 13 Treffer Differenz (32:19) absetzte.

Dank der Paraden von Torfrau Clara Woltering gewann die DHB- Auswahl an Sicherheit in der Defensive, verwandelte ihre Chancen wieder konsequenter und agierte sehr souverän. Die Schwedinnen ergaben sich in Skopje mit zunehmender Spielzeit immer mehr ihrem Schicksal und ermöglichten dem deutschen Team den Kantersieg.

ruf/dpa

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