Zweimal wagte Marc Guillemot es, zweimal scheiterte er. Nur wenige Meter entfernt sah der Franzose die Yacht seines Freundes Yann Eliès treiben, in deren Kabine sein schwerverletzter Landsmann liegt. Er segelte haarscharf an ihrem Heck vorbei, warf ein Paket mit Wasser, Medikamenten, Brot und Pastete hinüber. "Aber ich schaffte es nicht", funkte Guillemot nach Paris. "Einiges landete im Wasser, einiges im Cockpit." (Video auf Französisch) Eliès selbst ist nicht in der Lage, sich zu helfen, liegt seit Donnerstagmorgen mit einem gebrochenen Oberschenkelknochen in der Kabine - allein und bewegungsunfähig im Indischen Ozean. Land ist viele hundert Seemeilen entfernt.
"Ich habe heute um neun Uhr mit ihm gesprochen", sagte Jean-Yves Chauve an diesem Freitag. "Natürlich kann Yann sich immer noch nicht bewegen, der Schmerz ist heftig", so der Rennarzt der Vendée Globe, des härtesten Segelrennens der Welt. Der Oberschenkel des Skippers ist laut Chauve geschwollen, die ganze linke Seite schmerzt, er hat einige starke Blutergüsse und seine Muskeln sind gereizt aufgrund seiner ungünstigen Lage. "Er kann aber seine Zehen bewegen, hat eine gute Blutzirkulation im Bein", so der Spezialist für Behandlungen auf See, der alle zwei Stunden Kontakt zu dem Verletzten aufnimmt.
Die australische Marine schickt eine Fregatte
Kommunikation über Funk ist auch zwischen den beiden Franzosen auf See möglich. Die Chance für moralische Unterstützung, die Möglichkeit, das Wissen an den Verletzten weiterzugeben: Er ist nicht allein. Ein Übersetzen Guillemots aber würde nur im äußersten Notfall in Betracht gezogen. Bei unruhigem Seegang droht vor allen Dingen eines: Die Masten könnten sich verhaken, irreparable Schäden an beiden Yachten hinterlassen - und so einen zweiten Segler in Gefahr bringen. Deswegen hält er jetzt einen Sicherheitsabstand zwischen einer und zwei Seemeilen, segelt auf einem parallelen Kurs, bei einer Geschwindigkeit von 3,5 Knoten (circa 6,5 Stundenkilometer).
Wesentlich schneller ist die "Arunta" unterwegs, eine Fregatte der australischen Marine mit direktem Kurs auf die beiden Yachten. Sie ist mit mehr als 100 Mann Besatzung von Perth ausgelaufen, um Eliès zu retten. Ihre Ankunft wird am Samstag gegen zwölf Uhr unserer Zeit erwartet. Doch dann könnten die Schwierigkeiten erst beginnen. Eine Bergung auf hoher See bei erwarteten 35 Knoten Windgeschwindigkeit, schwerem Seegang und einem bewegungsunfähigem Skipper ist äußerst riskant. Zudem bleiben den Rettern bei der errechneten Ankunftszeit nur zwei Stunden Tageslicht. Die Yacht des Franzosen, die "Generali", ist nicht zu retten. Niemand wird sie an Land segeln, Wind und Wellen werden das 18 Meter lange Schiff über den Ozean lenken, bis es entweder sinkt oder an irgendeiner Küste angespült wird.
Ein Umstand, den eine der zwei teilnehmenden Frauen, Dee Caffari, so bewertet: "Jeder von uns hat schon mal ein Problem gehabt, das aber zu lösen war. Eine solche Verletzung jedoch bricht einem das Herz", so die Britin. "Seine einzige Option ist, das Schiff zu verlassen - und das ist das schwierigste von allem."
Für etwas Beruhigung sorgte die Nachricht, dass es Eliès gelungen war, an Schmerztabletten und etwas Nahrung - einen Müsliriegel, konzentrierten Zitronensaft und kondensierte Milch - zu kommen. Das Morphium aber, das an Bord jeder der teilnehmenden Yachten ist, bleibt unerreichbar. Verstaut in irgendeinem Schrank - aus Sicherheitsgründen. Denn jedes lose Teil an Bord einer Yacht, die dafür ausgelegt ist, mit hoher Geschwindigkeit nonstop um die Welt zu segeln, stellt eine potentielle Gefahr dar, wie auch Caffari bestätigt: "Wenn mir so etwas passieren würde, hätte ich ähnliche Schwierigkeiten, die Schmerzmittel in meinem Erste-Hilfe-Kasten zu finden. Der Kasten ist schwer, und du musst ihn irgendwo verstauen, kannst ihn nicht einfach irgendwo herumliegen lassen."
"Es ist angsteinflößend"
Die schwere Verletzung ihres Kontrahenten beschäftigt auch die im Rennen verbliebenen Skipper. Der Franzose Vincent Riou, Titelverteidiger und aktuell auf Rang sechs segelnd, sagte: "Ich habe ziemlich schlechtes Wetter hier, aber meine Gedanken sind zuallererst bei Yann. Was ihm passiert ist, ist das Schlimmste, was einem Segler passieren kann. Ich rege mich nicht auf, wenn Boote beschädigt werden, aber wenn jemand sich verletzt, das ist furchtbar." Der drittplazierte Sébastien Josse klang ähnlich: "Das ist keine kleine Verletzung, die Yann hat", so der Franzose. "Es ist vielmehr angsteinflößend, wenn man solche Nachrichten bekommt. Ich werde jetzt noch vorsichtiger sein."
In Führung liegt weiterhin der Franzose Michel Desjoyeaux, mit einem Vorsprung von 45 Seemeilen auf Roland Jourdain. 12.500 weitere Seemeilen und rund 40 Tage auf dem Meer warten noch auf Desjoyeaux und seine Kontrahenten - darunter die gefährlichsten Passagen der Regatta, die Antarktis und das Kap Hoorn. Doch in diesen Stunden denken viele wie der neben dem Verletzten segelnde Guillemot: "Das Rennen war gestern. Jetzt zählt etwas anderes."
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wie immer. Wer sich ein unternehmerisches Image der Naturverbundenheit einerseits, des high tec andererseits verleihen will, engagiert sich in diesem Sport. Dann kann er sein Produkt in Verbindung setzen mit den gestählten [...] mehr...
Also segeln auf diesen relativ großen Schiffen ist nicht in der Form ungesund wie Jollensegeln auf Leistungssportniveau, wo sich viel die Knie oder den Rücken kaputt machen. Es zerrt an jeder Art Durchhaltevermögen, mental als [...] mehr...
Beim Einhandsegeln verstößt man zumindest gegen KVR Regel 5. Das ist ein Verstoß gegen die Regeln der guten Seemannschaft. Könnte man sagen, deren Problem, wenn ihnen etwas passiert. Vielleicht eine Überlegeung, die Rettung [...] mehr...
Und damit benehmen sich die Renner als wäre der Ozean ein rechtsfreier Raum. Nach der Seestrassenordnung (habe nur die eng. Fassung zur hand) Regel 6 ,,every vessel shall,* at all times*, proceed at a safe speed .......'' [...] mehr...
Danke fuer die Information. Wære nix fuer mich, und es hørt sich weder sehr gesund noch sehr sicher an. Wenn ich mir ueberlege, dass dann da am Ende der Regatta eine Flotte von vøllig uebermuedeten, nicht mehr richtig [...] mehr...
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