Hamburg - Der Hauptsponsor des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, die dänische Kasi-Group, hat die Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel erneuert. Geschäftsführer Jesper Nielsen, zugleich Gesellschafter der Löwen, sagte am Dienstag dem Kopenhagener Fernsehsender TV2 Sport: "Wir wissen, dass es rund um die Champions-League-Spiele des THW Kiel Unregelmäßigkeiten gegeben hat." Dieses Wissen basiere auf Aussagen von "Schlüsselpersonen innerhalb des THW Kiel und aus dessen Umfeld".
Weiter erklärte Nielsen, wegen dieser Problematik habe der frühere Kieler Trainer Zvonimir Serdarusic auch nicht zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln können.
In einer Pressemitteilung äußerte sich der THW am Dienstag erstmals ausführlich zu den Vorwürfen und wies sie "mit aller Deutlichkeit" zurück. "Die auch nach dieser Klarstellung bleibende Rufschädigung des THW, seiner Repräsentanten, der namentlich genannten Schiedsrichter und des gesamten Handballs in Deutschland wäre vermeidbar gewesen, wenn vor Weitergabe an die Presse zunächst dem THW Kiel Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden wäre", heißt es weiter. Man behalte sich rechtliche Schritte vor.
Die Möglichkeit einer Verleumdungsklage durch den THW hatte Manager Uwe Schwenker allerdings zuvor ausgeschlossen und gesagt: "Wir werden keine rechtlichen Schritte verfolgen." Schwenker erklärte, er habe keine Hinweise darauf, wer die Verdächtigungen in Umlauf gebracht habe: "Das weiß ich nicht."
Der Aufsichtsrat der Handball-Bundesliga (HBL) traf sich am Dienstag erneut in Hamburg. Nach einer zweieinhalbstündigen Sitzung erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Werber: "Wir haben den gesamten Themenkomplex ausführlich diskutiert. Der Aufsichtsrat sieht weiteren Informationsbedarf." Bereits am Montag waren die Liga-Verantwortlichen zu einer Krisensitzung zusammengekommen.
Die polnischen Schiedsrichter Marek Goralczyk und Miroslaw Baum, die das Champions-League-Finalrückspiel 2007 zwischen Kiel und der SG Flensburg-Handewitt (29:27) geleitet hatten, erklärten im "Flensburger Tageblatt", dass sie nie ein Spiel manipuliert hätten. Dieter Matheis, Aufsichtsrat der Handball-Bundesliga und Beiratsvorsitzender der Rhein-Neckar Löwen, hatte in einem Schreiben an Schwenker den Verdacht erwähnt, dass die Unparteiischen vom THW bestochen worden wären.
all/sid/dpa
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Nachdem wohl jeder in der HBL seinen Senf dazugeben konnte, wurde heute im Präsidium festgestellt, dass die Gerüchte jeder beweiskräftigen Grundlage entbehren. http://www.handball-world.com/o.red.c/news.php?GID=1&auswahl=19211 [...] mehr...
Bislang galt es als "normal", dass man bevor man mit einem Verdacht oder gar einer Anschuldigung an die Öffentlichkeit ging, erst einmal Beweise sammelte. Das war gestern. Heute geht es um Egomanie statt Sport. Wenn sich [...] mehr...
Verstehe ich das richtig, dass da ein Sponsor, basierend auf reinem Hörensagen "seine eigene" Sportart in den Dreck zieht? Wie kurz kann man eigentlich denken und trotzdem noch einen Job in der Öffentlichkeitsarbeit [...] mehr...
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