ThemaMixed ZoneRSS

Alle Kolumnen

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Mixed Zone Woods gewinnt in Orlando, Briatore stänkert gegen Brawn

Gelungene Aufholjagd: Golfstar Tiger Woods hat den ersten Titel nach seiner schweren Knieverletzung gewonnen. Renault-Teamchef Flavio Briatore nennt Konkurrent Ross Brawn einen "Banditen". Die kroatische Staatsanwaltschaft ermittelt in der Handball-Affäre um Schiedsrichterbestechung.

Hamburg - Mit einer furiosen letzten Runde hat Tiger Woods beim Golfturnier in Orlando fünf Schläge Rückstand wettgemacht und seinen bis dahin führenden US-Landsmann Sean O'Hair in der Endabrechnung noch auf Platz zwei verwiesen. Woods spielte am letzten Loch einen Birdie zu einer drei unter Par 67 und gewann das Turnier mit einem Schlag Vorsprung auf O'Hair. Es war der 66. Titelgewinn in Woods' Karriere und der erste, seit er Mitte März im Anschluss an eine langwierige Knieverletzung und eine achtmonatige Pause auf die Tour zurückgekehrt war.

Golfer Woods: Aufholjagd auf der Schlussrunde
AFP

Golfer Woods: Aufholjagd auf der Schlussrunde

"Es ist, als wäre ich nie weg gewesen. Es ist großartig, wieder dabei zu sein, die Erregung am letzten Loch zu spüren. Und dann das Riesengefühl, ein Golfturnier zu gewinnen", sagte Woods. In Orlando spielte er erst sein drittes Turnier nach dem Comeback. Der 33-Jährige bleibt damit auch vorerst die Nummer eins der Weltrangliste, die er erstmals im Juni 1997 übernahm und zurzeit seit 199 Wochen ununterbrochen hält. Woods musste in Orlando mindestens Zweiter werden, ansonsten hätte er seine Führung in der kommenden Woche in Houston an seinen Landsmann Phil Mickelson verlieren können.

Stunk in der Formel 1: Nach dem Erfolg von Jenson Button mit dem Brawn-GP-Team schimpft Renault-Teamchef Flavio Briatore auf die Überraschungssieger. Briatore nannte Ross Brawn wegen der Diffusor-Affäre einen "Banditen". Briatore behauptet, dass der technische Delegierte des Automobil-Weltverbandes Fia hinters Licht geführt wurde.

"Die Wahrheit ist, als Charlie Whiting um seine Meinung über die Legalität der Lösung gefragt wurde, sagte man ihm nicht die ganze Wahrheit. Er ist nur ein einzelner Polizist, umgeben von einer Bande von Banditen. Die haben ihn reingelegt und ausgetrickst", sagte der Italiener. Brawn reagiert scheinbar gelassen auf die Vorwürfe. "Wenn er einen Schritt zurückgeht und darüber nachdenkt, waren sie nicht logisch und etwas emotional", sagte der Brite: "Natürlich steht er mit seinem Team im Moment vor einer Herausforderung, und er feuert in jede Richtung."

Die Konkurrenz beschuldigt Brawn, nur wegen eines angeblich illegalen Heck-Diffusors so schnell zu sein. Das Fia-Berufungsgericht kommt am 14. April in Paris zusammen, um über den Protest der drei Rennställe Ferrari, Red Bull und Renault gegen die angeblich illegalen Diffusoren von Brawn, Toyota und Williams zu entscheiden.

Abseits der Strecke läuft es für Brawns Rennstall weniger gut. Das Team will 270 seiner 700 Mitarbeiter entlassen. Das erklärte das ehemalige Honda-Team, das erst in letzter Sekunde vor dem Saisonbeginn der Formel 1 gerettet worden war, nach seinem Doppelerfolg zum WM-Auftakt. Mit den anvisierten 430 Angestellten käme das Team etwa auf den Stand von 2004, als der Rennstall noch unter BAR firmierte. Brawn hatte den Rennstall mit vier weiteren ehemaligen Honda-Mitarbeitern kurz vor Saisonbeginn übernommen. Das Budget soll bei 228 Millionen Euro liegen.

In die Affäre um mögliche Schiedsrichterbestechungen durch den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sich jetzt auch die Staatsanwaltschaft Kroatiens mit eigenen Ermittlungen eingeschaltet. In den kommenden Tagen soll ein ehemaliger Spielervermittler zu einem "informativen Gespräch" vorgeladen werden, sagte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag in Zagreb. Der Geschäftsmann soll von den Kielern 92.000 Euro erhalten haben. Auch die kroatische Polizei will den Geschäftsmann zu den Vorwürfen befragen.

Im Zuge der Affäre lässt THW-Manager Uwe Schwenker sein Amt als Vizepräsident der Handball-Bundesliga (HBL) ruhen. Das teilte die HBL mit. "Bis zur abschließenden Klärung aller Vorwürfe" gegen den THW und seine Person werde Schwenker sein Amt ab sofort nicht mehr ausüben. Der THW steht im Verdacht, mit dem Geld Schiedsrichter vor dem Halbfinale und dem Finale der Champions League-Saison 2007 bestochen zu haben. Die Kieler bestreiten die Vorwürfe.

In der Debatte um den Umgang mit der Doping-Vergangenheit von Trainern aus der ehemaligen DDR könnte eine Lösung gefunden worden sein. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) akzeptierte die Erklärung von sechs Leichtathletiktrainern aus der früheren DDR. Wenn sie diese Erklärung vollumfänglich unterschreiben, könnte der DOSB von der Rückforderung von Entsendungskosten zu den Olympischen Spielen in Peking absehen, und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) könnte sie weiter beschäftigen, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach.

Die sechs DLV-Trainer haben die von ihnen verfasste Erklärung, die von der Unabhängigen Kommission des früheren Verfassungsrichters Udo Steiner bewertet wurde, noch nicht unterschrieben. Die Trainer-Erklärung könnte die "Ehrenerklärung" ablösen, die der DOSB von ehemaligen DDR-Trainern bisher verlangt. Eckpunkt sollen das Bekenntnis sein, an Dopingpraktiken der DDR beteiligt gewesen zu sein und die Versicherung, seit der Wende Doping nicht unterstützt zu haben. Außerdem soll sie eine Entschuldigung bei den Opfern des Dopings enthalten.

ulz/sid/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 51 Beiträge
DJ Doena 06.02.2009
Wie lange wird ein Sportler heutzutage für Doping gesperrt? 2 Jahre?
Wie lange wird ein Sportler heutzutage für Doping gesperrt? 2 Jahre?
exilant2 09.02.2009
Es ist ja schön, das sich Deutschland über den Osten Gedanken macht, warum entbrennt aber keine Diskussion zum folgenden Artikel: [...]
Zitat von sysopIn Deutschland ist eine Diskussion entbrannt, ob Trainer, die in der DDR in Doping-Machenschaften verstrickt waren, im deutschen Spitzensport arbeiten dürfen. Sollte vergessen sein, was vor 20 Jahren geschehen ist? Sollte Reue ein wichtiger Maßstab bei der Bewertung sein? Welche Rolle spielt die verpasste Aufarbeitung nach der Wende?
Es ist ja schön, das sich Deutschland über den Osten Gedanken macht, warum entbrennt aber keine Diskussion zum folgenden Artikel: http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E95E9EF3325BA4B72B4342D6C4F402982~ATpl~Ecommon~Scontent.html Bester Satz: "Die Stasi macht den Unterschied aus." Hierzu stellen sich mir folgende Fragen:
sitiwati 09.02.2009
sollte man dei Jungs u Mädels wieder in Trainerstelen einsetzen, dei bringen das nötige nauhau mit, die westler sind in dieser Beziehung vielleicht noch etwas rückständig! Möglicherweise ???!!!
Zitat von exilant2Es ist ja schön, das sich Deutschland über den Osten Gedanken macht, warum entbrennt aber keine Diskussion zum folgenden Artikel: http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E95E9EF3325BA4B72B4342D6C4F402982~ATpl~Ecommon~Scontent.html Bester Satz: "Die Stasi macht den Unterschied aus." Hierzu stellen sich mir folgende Fragen:
sollte man dei Jungs u Mädels wieder in Trainerstelen einsetzen, dei bringen das nötige nauhau mit, die westler sind in dieser Beziehung vielleicht noch etwas rückständig! Möglicherweise ???!!!
Adran 09.02.2009
Sehe ich mir de Tour de Dope an, wage ich daran zu zweifeln..
Zitat von sitiwatisollte man dei Jungs u Mädels wieder in Trainerstelen einsetzen, dei bringen das nötige nauhau mit, die westler sind in dieser Beziehung vielleicht noch etwas rückständig! Möglicherweise ???!!!
Sehe ich mir de Tour de Dope an, wage ich daran zu zweifeln..
Filzsucher 09.02.2009
Zu Prof. Joseph keul http://www.cycling4fans.de/index.php?id=4472 Auszug: "Prof. Joseph Keul leitete die Abteilung Sportmedizin an der Universitätklinik Freiburg seitdem sie 1974 eine selbstständige Einrichtung wurde. [...]
Zu Prof. Joseph keul http://www.cycling4fans.de/index.php?id=4472 Auszug: "Prof. Joseph Keul leitete die Abteilung Sportmedizin an der Universitätklinik Freiburg seitdem sie 1974 eine selbstständige Einrichtung wurde. Seit 1960 fungierte Joseph Keul Sportarzt bei den Olympischen Spielen, bis 1980 als Assistenzarzt, danach als Chefarzt. Er war Mitglied des NOK und ab 1998 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 dessen Vorsitzender, war Anti-Doping-Beauftragter des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und war Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse." eine Beschäftigung mit dieser Figur: Prof. Joseph Keul bringt einem im Verständnis über die die ganze Gesellschaft + Politik durchziehenden Netzwerkstrukturen des Dopings näher. Eine Schlüsselfigur ist Keul. Dieser hat anscheinend (mutmaßlich) seine einflussreichen Jobs während seines beruflichen Lebens seiner Doping-Kompetenz zu verdanken. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeiten hat er um Doping herum geforscht. Im wesentlichen wurden Studien mit falschen Absichten deklariert, dies geht aus o.g. Artikel anschaulich hervor: sie sollten Dopinggaben legalisieren helfen. Er hat anscheinend in größerem Umfange Ergebnisse gefälscht. Seine aktive Rolle im Umgang mit Sportlern (was Doping angeht), geht aus dem Artikel auch gut hervor. Es soll keiner aus der Politik sagen, man habe dies nicht gewußt. Alle wissen es und Alle wissen um die derzeitgen Hintermänner in den Universitätszentren. Also "Alle" meint: die wichtigen, relevanten Leute in der Politik und in den Sport-Organisationen. ein Auszug: "Der Zwischenbericht der Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen gegenüber Ärzten der Abteilung Sportmedizin, aus dem die letzten Zitate stammen, hält abschließend fest, dass es derzeit nicht auszuschließen ist, "dass Professor Keul aktiv in die damaligen Dopingaktivitäten involviert war. Nach den der Kommission nun zur Verfügung stehenden Unterlagen war er bei Veranstaltungen des und um das „Team Telekom“ häufig präsent." " Noch so ein Name: Prof. Manfred Donike: auch er hat anscheinend eine irreführende Positionsbeschreibung gehabt: er nahm nach Presseartikeln und Zeugenaussagen seine Job so wahr: Erkenntnisse über das Doping gewinnen, um die Sportler vor positiven Befunden zu bewahren. Solange diese - ja schon nachgewiesenen Strukturen und Taten - nicht weitere Konsequenzen nach sich ziehen, solange ist ja schon ein Foren-Text "harmlos" undn irreführend, weil er den Kern nicht trifft. Wenn nun schon (wieder) klar wird, dass Organisationen wie Nat.Olympisches Komittee oder die Telekom "Doping-Koryphäen" wie Keul beschäftigen, dann muss man doch beständig auf diese Organisationsstrukturen abheben, was Diskussionen wie obige angeht. Im luftleeren Raum kann man solche Fragen nicht diskutieren "sollten sie wieder eingestellt werden...?"
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
alles zum Thema Mixed Zone

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP