Hamburg - Mit einer furiosen letzten Runde hat Tiger Woods beim Golfturnier in Orlando fünf Schläge Rückstand wettgemacht und seinen bis dahin führenden US-Landsmann Sean O'Hair in der Endabrechnung noch auf Platz zwei verwiesen. Woods spielte am letzten Loch einen Birdie zu einer drei unter Par 67 und gewann das Turnier mit einem Schlag Vorsprung auf O'Hair. Es war der 66. Titelgewinn in Woods' Karriere und der erste, seit er Mitte März im Anschluss an eine langwierige Knieverletzung und eine achtmonatige Pause auf die Tour zurückgekehrt war.

Golfer Woods: Aufholjagd auf der Schlussrunde
Stunk in der Formel 1: Nach dem Erfolg von Jenson Button mit dem Brawn-GP-Team schimpft Renault-Teamchef Flavio Briatore auf die Überraschungssieger. Briatore nannte Ross Brawn wegen der Diffusor-Affäre einen "Banditen". Briatore behauptet, dass der technische Delegierte des Automobil-Weltverbandes Fia hinters Licht geführt wurde.
"Die Wahrheit ist, als Charlie Whiting um seine Meinung über die Legalität der Lösung gefragt wurde, sagte man ihm nicht die ganze Wahrheit. Er ist nur ein einzelner Polizist, umgeben von einer Bande von Banditen. Die haben ihn reingelegt und ausgetrickst", sagte der Italiener. Brawn reagiert scheinbar gelassen auf die Vorwürfe. "Wenn er einen Schritt zurückgeht und darüber nachdenkt, waren sie nicht logisch und etwas emotional", sagte der Brite: "Natürlich steht er mit seinem Team im Moment vor einer Herausforderung, und er feuert in jede Richtung."
Die Konkurrenz beschuldigt Brawn, nur wegen eines angeblich illegalen Heck-Diffusors so schnell zu sein. Das Fia-Berufungsgericht kommt am 14. April in Paris zusammen, um über den Protest der drei Rennställe Ferrari, Red Bull und Renault gegen die angeblich illegalen Diffusoren von Brawn, Toyota und Williams zu entscheiden.
Abseits der Strecke läuft es für Brawns Rennstall weniger gut. Das Team will 270 seiner 700 Mitarbeiter entlassen. Das erklärte das ehemalige Honda-Team, das erst in letzter Sekunde vor dem Saisonbeginn der Formel 1 gerettet worden war, nach seinem Doppelerfolg zum WM-Auftakt. Mit den anvisierten 430 Angestellten käme das Team etwa auf den Stand von 2004, als der Rennstall noch unter BAR firmierte. Brawn hatte den Rennstall mit vier weiteren ehemaligen Honda-Mitarbeitern kurz vor Saisonbeginn übernommen. Das Budget soll bei 228 Millionen Euro liegen.
In die Affäre um mögliche Schiedsrichterbestechungen durch den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sich jetzt auch die Staatsanwaltschaft Kroatiens mit eigenen Ermittlungen eingeschaltet. In den kommenden Tagen soll ein ehemaliger Spielervermittler zu einem "informativen Gespräch" vorgeladen werden, sagte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag in Zagreb. Der Geschäftsmann soll von den Kielern 92.000 Euro erhalten haben. Auch die kroatische Polizei will den Geschäftsmann zu den Vorwürfen befragen.
Im Zuge der Affäre lässt THW-Manager Uwe Schwenker sein Amt als Vizepräsident der Handball-Bundesliga (HBL) ruhen. Das teilte die HBL mit. "Bis zur abschließenden Klärung aller Vorwürfe" gegen den THW und seine Person werde Schwenker sein Amt ab sofort nicht mehr ausüben. Der THW steht im Verdacht, mit dem Geld Schiedsrichter vor dem Halbfinale und dem Finale der Champions League-Saison 2007 bestochen zu haben. Die Kieler bestreiten die Vorwürfe.
In der Debatte um den Umgang mit der Doping-Vergangenheit von Trainern aus der ehemaligen DDR könnte eine Lösung gefunden worden sein. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) akzeptierte die Erklärung von sechs Leichtathletiktrainern aus der früheren DDR. Wenn sie diese Erklärung vollumfänglich unterschreiben, könnte der DOSB von der Rückforderung von Entsendungskosten zu den Olympischen Spielen in Peking absehen, und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) könnte sie weiter beschäftigen, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach.
Die sechs DLV-Trainer haben die von ihnen verfasste Erklärung, die von der Unabhängigen Kommission des früheren Verfassungsrichters Udo Steiner bewertet wurde, noch nicht unterschrieben. Die Trainer-Erklärung könnte die "Ehrenerklärung" ablösen, die der DOSB von ehemaligen DDR-Trainern bisher verlangt. Eckpunkt sollen das Bekenntnis sein, an Dopingpraktiken der DDR beteiligt gewesen zu sein und die Versicherung, seit der Wende Doping nicht unterstützt zu haben. Außerdem soll sie eine Entschuldigung bei den Opfern des Dopings enthalten.
ulz/sid/dpa
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