Hamburg - Von einem Fan mit Bier begossen, von der Mannschaft im Stich gelassen, vom eigenen Anspruch weit entfernt: Ein Jahr vor der Heim-Weltmeisterschaft erlebt Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp in Bern die schwersten Tage seiner bisherigen Amtszeit. Der 43-Jährige steht nach der 1:2-Blamage gegen Frankreich und dem Gang in die bedeutungslose WM-Abstiegsrunde in der Kritik.
DEB-Bundestrainer Krupp: "Ich hoffe, dass es Bier war"
Bereits während der Farce gegen Frankreich, die mit der ersten Niederlage seit 2001 gegen den Nachbarn endete, hatten deutsche Schlachtenbummler den einzigen deutschen Stanley-Cup-Sieger mit Gesängen wie "Uwe, das war dein letztes Spiel" verhöhnt. "Das tut mir weh, so etwas zu sehen, weil Uwe Krupp so etwas nicht verdient hat", sagte der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Franz Reindl. Deutschland muss damit in der Abstiegsrunde gegen Teams wie Dänemark oder Norwegen, Lettland oder Österreich sowie Ungarn spielen. Als Gastgeber der kommenden WM kann der DEB aber nicht absteigen.
Der Europäische Handball-Verband EHF hat ein Verfahren gegen den Deutschen Meister THW Kiel wegen des Champions-League-Endspiels 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt eingeleitet. "Wegen der Umstände des Finals 2007 haben wir das am vergangenen Freitag gemacht", sagte die oberste EHF-Justiziarin Monika Flixeder dem Sportinformationsdienst und bestätigte damit eine entsprechende Meldung der "Hamburger Morgenpost".
Das Final-Rückspiel gegen Flensburg fand am 29. April 2007 statt. Die Verfolgung und Vollstreckung von Vergehen verjährt nach Paragraf 19, Absatz 1 des EHF-Rechtspflegereglements nach zwei Jahren. Gegen Kiel könnte sogar eine Sperre für internationale Wettbewerbe wegen grober Unsportlichkeit ausgesprochen werden. Der THW wird nun von der EHF zu den Vorgängen befragt.
Das Anti-Doping-Meldesystem wird im deutschen Fußball ungeachtet der Diskussionen auf internationaler Ebene nicht modifiziert. Dies teilten der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) am Mittwoch nach einem Gespräch in Frankfurt am Main mit. An der seit Jahresbeginn für den Bereich von Uefa und DFB geltenden Rechtslage ändere sich nichts, hieß es einer gemeinsamen Erklärung. Der DFB halte sich uneingeschränkt an den Wada- und Nada-Code.
Der Weltfußballverband Fifa will unverdächtige Spieler im Urlaub nicht mehr kontrollieren lassen und lehnt die "Whereabouts-Regel", nach der auch Fußballprofis drei Monate im Voraus ihre Aufenthaltsorte melden müssen, als zu großen Eingriff in die Privatsphäre ab. Dennoch müssen deutsche Nationalspielerinnen und -spieler weiterhin ihren Aufenthaltsort 90 Tage im Voraus angeben und somit das ganze Jahr über für Dopingkontrollen zur Verfügung stehen.
mig/sid/dpa
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