Hamburg - Der Bochumer Tierarzt Peter Cronau hatte der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in einem Brief von dem Vorgang berichtet. Der Verband schaltete daraufhin einen Sportrechtler als Gutachter ein.
Dem SPIEGEL bestätigte Ludger Beerbaum, für dessen Stall Kutscher reitet, den Vorfall. Cornet Obolensky habe Arnika und Lactanase gespritzt bekommen. Der deutsche Mannschaftstierarzt sei dabei gewesen, als das Pferd nach der Injektion einen Schwächeanfall hatte.
"Das stimmt. Mein Pferd wurde mit Arnika und Lactanase behandelt. Ob das angemeldet war, weiß ich nicht", sagte Kutscher der Nachrichtenagentur sid.
In dem Brief Cronaus an die FN sind weitere Ungereimtheiten aufgeführt. Unter anderem soll beim Verladen aus den Sattelschränken von Beerbaum und Kutscher in Hongkong das im Wettkampf verbotene Mittel Equi-Block gefallen sein. Darüber habe der Mannschaftstierarzt Björn Nolting schon vor Monaten Funktionäre der FN informiert, geschehen sei allerdings nichts. Dem SPIEGEL bestätigt Nolting den Vorgang.
Beerbaum streitet ab, das Mittel in Hongkong eingesetzt zu haben.
Während der Olympischen Reiterspiele in Hongkong war bereits der deutsche Springreiter Christian Ahlmann suspendiert worden, nachdem er mit der deutschen Equipe Rang fünf belegt hatte. Bei seinem Wallach Cöster war bei einer Medikationskontrolle die Substanz Capsaicin nachgewiesen worden. Capsaicin fördert die Durchblutung in schmerzenden, verhärteten Muskeln und lindert damit Muskelschmerzen und Muskelverspannungen. Ahlmann wurde anschließend für acht Monate gesperrt, seit dem 20. April 2009 darf er wieder starten.
Bei den Olympischen Spielen 2004 war bei Ludger Beerbaums Pferd Goldfever der Wirkstoff Betamethason entdeckt worden. Das Glucocorticoid war in einer Salbe, mit der ein Ekzem an Goldfevers Fesselbogen behandelt wurde. Im September 2005 wurde das Paar Beerbaum/Goldfever vom Internationalen Sportgerichtshof Cas endgültig disqualifiziert, die deutsche Mannschaft musste ihre Goldmedaillen zurückgeben.
Auch Beerbaums Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum sah sich bereits Dopingvorwürfen ausgesetzt, nachdem während der EM 2007 in Mannheim bei ihrem Wallach Shutterfly Restwerte der verbotenen Substanz Triamcinolon festgestellt worden waren. Damals sagte sie: "Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Wir haben alles abgeklärt und die Behandlung den Tierärzten schriftlich angezeigt. Wenn das Doping sein soll, dann kann der Reitsport abgeschafft werden", so Michaels-Beerbaum.
fsc
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Allerdings. Wenn Pferde vor Schmerzen Geräusche von sich geben könnten, wäre die ganze Reitsport-Szene aufgeschmissen. Wer würde denn den stöhnenden, wimmernden Kreaturen gerne zusehen? Und alles kann man ja nun auch nicht [...] mehr...
Noe war schon okidoki und obendrein zeichnen sich Pferde durch eine enorme Leidensfaehigkeit aus. Deswegen Nulloesung und brutalst harte Strafen fuer den Reiter. mehr...
Als Scherz ok - aber als Pferdezüchterin bin ich leider oft genug auf Menschen gestoßen, die auch noch in der Lage sind, Ihren Scherz als "guten Tip" zu werten und Tierversuche zu starten... mehr...
ich gebs mal zu: war ein reichlich geschmackloser Scherz von mir. Sorry! mehr...
Quatsch. Ein Pferd verträgt von vielen Arzneimitteln nicht mal die Dosis, die beim Reiter angewendet wird, ganz zu schweigen von Medikamenten, die bei Pferden gar nicht angewendet werden können. mehr...
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