Neulich musste ich über Michael Lynton lachen. Lynton ist der Chef von Sony Pictures, und in dieser Funktion ließ er Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung an der Syracuse-Universität an seinen Gedanken übers Internet teilhaben. "Ich denke, das Internet hat bisher überhaupt noch nichts Gutes hervorgebracht", behauptet Lynton.
Abgesehen davon, dass es mehr als fragwürdig ist, das Internet als Ganzes zu verfluchen und in eine Ecke mit ansteckenden Krankheiten oder Diktaturen zu stellen - es ist komisch, dass jemand wie Lynton das tut. Der Mann hat jahrelang für AOL Europa in führender Position gearbeitet: An dieser Stelle darf zumindest von positiven Auswirkungen des Internets auf Lyntons Brieftasche ausgegangen werden. Außerdem: Meine Oma fand das Internet auch böse, aber die war 85 und nicht CEO eines Milliarden-Konzerns.
Was das alles mit Pokern zu tun hat?
Ich habe Lyntons Zitat ausgerechnet zu einer Zeit gelesen, in der ich unmittelbar davor stehe, zum ersten Mal online zu spielen. Und weil das verfluchte Internet genauso gut ziehen könnte wie die Wirtschaftskrise oder schöne Pokerspielerinnen, bin ich Lynton eigentlich ganz dankbar. Er hat mich nämlich auf die Idee gebracht, gezielt nach "Internet+Poker+Fluch" zu suchen.
Das Ergebnis war schockierend und belustigend zugleich. Denn nicht jeder Fluch ist ernst zu nehmen - manchmal stellt er sich auch nur als geschickte Manipulation mit Photoshop heraus. Verflucht! Hier sind meine drei Favoriten und zwei Vorschläge für Flüche, die demnächst für Aufsehen sorgen könnten.
Fünf Asse
Was ich mittlerweile sehr zu schätzen weiß, ist das Gefühl, das beste Blatt zu haben. Was ich nach wie vor hasse, ist das Gefühl, dass man das oft nicht genau weiß.
Könige sind ja immer sehr nett anzuschauen. Das zweitbeste Blatt vor dem Flop. Immer gut für ein All-in. Wie muss sich ein Spieler fühlen, der sich dann zwei Assen gegenüber sieht? Oder man trifft auf dem Flop einen weiteren König. Was geht wohl in einem vor, wenn der Gegner drei Asse zeigt??? Wie unwahrscheinlich ist es, dass jemand vier Asse aufdeckt???
Oder FÜNF?
Die "Pokerstars 5 Asse"-Legende, die vor zwei Jahren die Runde machte, ist auf den ersten Blick zum Brüllen komisch. Was im Chatfenster steht, ist köstlich, und es fällt überhaupt nicht schwer, den Spieler unten rechts zu bemitleiden. In Internet-Foren berichten Poster von minutenlangen Lachkrämpfen.
Dabei ist die Geschichte so lustig gar nicht - gerade weil alles so echt wirkt. Pokerstars, der weltweit größte Anbieter von Online-Pokerräumen, wurde mit einer simplen Photoshop-Bearbeitung der Lächerlichkeit preisgegeben, der Support des Unternehmens hatte empörte Anfragen von Spielern zu bearbeiten, die sich fragten, wie sowas möglich sei.
Das Turnier mit der ID 14705493 fand zwar tatsächlich statt, der Spieler "BigDevin" findet sich laut Pokerstars aber nicht in der Datenbank - ebensowenig einer der Chatter, der für Erheiterung sorgt. Zudem sei die mittlere der Board-Karten ein Pixel zu hoch, teilte Pokerstars in einer Stellungnahme mit.
Ein Witzbold reagierte prompt - und bastelte ein Bild mit sieben Assen, alle in Karo.
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