Hamburg - Der Automobilweltverband Fia hat im Formel-1-Streit mit der Teamvereinigung Fota nachgelegt und besteht auf der für 2010 geplanten Budgetobergrenze. Ein Treffen von Finanzexperten der Fia und der Fota sei am Montag ohne Ergebnisse geblieben, weil die Fota-Vertreter nicht bereit gewesen seien, überhaupt über die neuen Regeln zu diskutieren, hieß es am Dienstag in einer Fia-Pressemitteilung. Daher hätten die Fota-Vorschläge nicht mit den Fia-Regeln abgestimmt und eine gemeinsame Position gefunden werden können.
Somit sei nur über die von der Teamvereinigung gemachten Vorschläge gesprochen worden, "doch ist klar geworden, dass diese nicht geeignet sind, die Geldausgaben eines Teams zu limitieren, das die Möglichkeiten hat, mehr auszugeben als seine Konkurrenten. Ein weiteres finanzielles Wettrüsten wäre dann unausweichlich", so der Text in der Pressemitteilung. Daher behielten die Finanzregeln der Fia so ihre Gültigkeit, wie sie veröffentlicht worden sind. Die Fia will 2010 eine freiwillige Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro einführen. Die Rennställe, die sich daran halten, bekommen Freiheiten bei der Aerodynamik und der Motor-Leistung. Gegen diese Regelung wehren sich die acht in der Fota organisierten Formel-1-Teams. Sie wollen nur an der kommenden Saison teilnehmen, wenn die verabschiedeten Regeln zurückgenommen werden.
Die plötzliche Absage der europäischen Champions Hockey League (CHL) für die kommende Saison hat bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und den betroffenen Clubs für reichlich Ärger gesorgt. Dem Weltverband IIHF droht nun durch die qualifizierten Teams eine Schadensersatzklage in Millionenhöhe. "Im Drei-Jahresvertrag mit der IIHF wurde den Clubs pro Jahr eine Ausschüttung von zehn Millionen Euro garantiert. Wir werden rechtliche Schritte prüfen", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke dem SID. Die IIHF hatte am Montagnachmittag überraschend verkündet, die europäische Königsklasse aus wirtschaftlichen Gründen für ein Jahr auszusetzen. Erstmals war die CHL in der vergangenen Saison ausgetragen worden.
In Deutschland sind von der Absage Meister Eisbären Berlin und der Vorrunden-Zweite Hannover Scorpions, der an der Qualifikationsrunde teilnahmeberechtigt war, betroffen. "Für uns ist das eine Katastrophe. Wir hatten in unserer Halle viele Termine geblockt. Außerdem haben wir unseren Kader auf die CHL ausgerichtet", sagte Hannovers Geschäftsführer Marco Stichnoth und sprach von einem "Riesenschaden für das Eishockey". Da die Scorpions ohnehin ihren Etat kürzen mussten, hätten viele Spieler Verträge mit geringerem Grundgehalt, aber zusätzlichen Prämien aus den CHL-Einnahmen unterschrieben, so Stichnoth, der daher auch Unmut aus der Mannschaft erwartet.
Der Radrennstall Astana hat den kasachischen Profi Assan Bassajew wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regularien für zwei Wochen suspendiert. Bassajew hatte es versäumt, seinen jeweiligen Aufenthaltsort für mögliche Dopingtests anzuzeigen. "Er ist sehr nachlässig, das passiert nicht zum ersten Mal", sagte Astana-Sprecher Philippe Maertens. Mit der internen Sperre wolle man Ärger mit dem Radsport-Weltverband UCI vorbeugen. Der kasachische Rekordmeister Bassajew sollte ursprünglich für sein Team bei der laufenden Tour de Suisse antreten.
Das Berliner Istaf wird sich nicht an der 2010 weltweit startenden neuen Wettkampfserie Diamond League beteiligen. Das gab der Veranstalter des Internationalen Stadionfestes der Leichtathleten am Dienstag bekannt. "Wir haben nach langer Überlegung und vielen Gesprächen entschieden, gegenwärtig nicht der Diamond League beizutreten", sagte Istaf-Meeting-Direktor Gerhard Janetzky, der das traditionelle Sportfest jetzt wahrscheinlich auf Sparflamme im Berliner Jahn-Sportpark fortsetzen will. Zum Istaf am vergangenen Samstag waren 64.000 Zuschauer ins Olympiastadion gekommen. Die Diamond League soll 13 bis 15 Meetings umfassen.
Prag wird sich wegen knapper Finanzen nicht weiter um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2020 bewerben. Dies entschied der Stadtrat der tschechischen Hauptstadt am Dienstag. Die Kandidatur sei "offiziell eingefroren wegen des Einflusses der Finanzkrise auf den Haushalt", sagte Stadträtin Marketa Reedova der dpa. Bisher hatte Prag nach Angaben tschechischer Medien für die erfolglose Olympiabewerbung für 2016 und die Vorbereitungen für den nächsten Entscheid mindestens 70 Millionen Kronen (2,6 Millionen Euro) aufgewendet. Das Projekt Olympia war von Bürgermeister Pavel Bem im März 2007 angestoßen worden, stieß aber seitdem in der Öffentlichkeit auf wenig Unterstützung.
fsc/sid/dpa
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