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25.06.2009
 

Triathlon

"Wer dopt, muss gehen"

Triathlon ist eine der Sportarten, die am stärksten unter Dopingverdacht stehen. Die Commerzbank unterhält dennoch ein eigenes Team. Im SPIEGEL-Interview spricht Marketingleiter Uwe Hellmann über Werbenutzen, Kontrollen, Betrug und Geldverschwendung.

SPIEGEL: Herr Hellmann, der Bankenrettungsfonds des Bundes hält 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank. Seit vergangener Woche sponsert Ihre Bank ein Triathlon-Team. Ist das in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht Geldverschwendung?

Commerzbank-Team: "Wir verschließen nicht unsere Augen"Zur Großansicht

Commerzbank-Team: "Wir verschließen nicht unsere Augen"

Hellmann: Wir können doch nicht aufhören, in unser Kerngeschäft zu investieren. Dazu gehört als Teil des Marketings auch Sponsoring.

SPIEGEL: Verstehen Sie einen Anleger, der sagt: Ich habe durch die Commerzbank Geld verloren, aber statt mir meinen Verlust auszugleichen, unterstützen die lieber irgendwelche Sportler?

Hellmann: Wenn ein Anleger die Motivation für Sponsoring nicht kennt, kann ich diese Reaktion verstehen. Wenn er aber den Hintergrund kennt, versteht er, warum wir sponsern: Wir geben ja nicht Geld weg wie ein Mäzen. Wir verfolgen klare Ziele und bekommen eine Gegenleistung.

SPIEGEL: Das Triathlon-Team wurde zuletzt von der Dresdner Bank finanziert, mit der Übernahme haben Sie dieses Engagement geerbt. Können Sie mit dem Nachlass überhaupt etwas anfangen?

Hellmann: Wir haben geprüft, ob es für uns Sinn macht, mit dem Team weiterzuarbeiten. Wir sind der Meinung, das passt zur Bank und ist eine gute Ergänzung. Unser Schwerpunkt ist und bleibt aber im Sportsponsoring das Thema Fußball und unsere Kooperation mit dem DFB.

SPIEGEL: Es gibt kaum eine Sportart, die so unter Dopingverdacht steht wie Triathlon. Wie passt das zu Ihrer Bank?

Hellmann: Wir verschließen nicht unsere Augen, aber nicht jeder Ironman-Sieger darf latent als Dopingbetrüger gelten. Wir sichern deshalb die Athleten und natürlich auch uns mit einem der strengsten Anti-Doping-Programme der Welt ab, bei dem den Athleten zehn bis zwölf Mal im Jahr unangemeldet im Training Blut- und Urinproben abgenommen werden.

SPIEGEL: Reicht das?

Hellmann: Kurz vor oder während Wettkämpfen gibt es zusätzlich Proben. Mit den Ergebnissen legen wir Profile an. Daran lassen sich verdächtige Abweichungen erkennen. Außerdem werden Proben eingefroren, damit sie auch noch Jahre später analysiert werden können, wenn es neue, bessere Nachweismethoden gibt. Dabei gilt: Wer dopt, muss gehen.

SPIEGEL: Das Team T-Mobile hatte auch ein Anti-Doping-Programm.

Hellmann: Wir zahlen den Sportlern 20 Prozent des vereinbarten Betrags erst drei Jahre, nachdem sie das Team verlassen haben - und nur, wenn bis dahin in ihren Proben nichts gefunden wurde. Wer dopt, muss auf Geld verzichten.

SPIEGEL: Sie glauben, das hilft?

Hellmann: Ich wäre überrascht, wenn nicht. Wir sind nicht diejenigen, die Sportler ohne Wenn und Aber zu Höchstleistungen treiben und sie, wenn sie mal nicht so erfolgreich sind, gleich fallenlassen.

SPIEGEL: Haben Sie nachgedacht, was passiert, wenn jemand erwischt wird?

Hellmann: Wir haben ein sehr gutes Anti-Doping-Programm - und das ist besser, als sich nur Gedanken zu machen. Aber im Leben gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Und das weiß auch jeder.

Die Fragen stellte Maik Großekathöfer

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