Hamburg - Ohne den Tennis-Weltranglistenersten Rafael Nadal tritt Titelverteidiger Spanien zum Davis-Cup-Viertelfinale (10. bis 12. Juli) in Marbella gegen Deutschland an. Nadal fehlt wegen seiner anhaltenden Knieprobleme im Aufgebot der Spanier.
Mit Ausnahme von Nadal bieten die Gastgeber allerdings ihre Bestbesetzung auf. Der sieben Plätze hinter Nadal notierte Fernando Verdasco führt das Team von Kapitän Albert Costa an, dahinter komplettieren Tommy Robredo (Weltranglistenplatz 15), David Ferrer (21) und Feliciano Lopez (27) das Quartett. Für Deutschland spielen Philipp Kohlschreiber, Nicolas Kiefer, Mischa Zverev und Andreas Beck.
Kronzeuge Patrik Sinkewitz hat seinen früheren Rennstall Quick Step und dessen Teamchef Patrick Lefevère schwer belastet. Bei seinem Geständnis vor der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) soll der frühere Deutschland-Toursieger von systematischem Doping berichtet haben. Die pikanten Aussagen vom November 2007 sind aber erst vergangene Woche von der Wada an den Radsport-Weltverband UCI weitergeleitet worden. Das bestätigte Wada-Generalsekretär David Howman dem ZDF-Magazin "Frontal 21". In dem Wada-Protokoll, das dem Magazin vorliegt, beschreibt Sinkewitz die Dopingpraktiken beim Team Quick Step, für das er von 2001 bis 2005 fuhr. Die Äußerungen decken sich mit denen, die Sinkewitz ebenfalls im November 2007 in mehreren Interviews gemacht hatte. Sinkewitz berichtet, wie ihm vor wichtigen Rennen von den Quick-Step-Ärzten Cortison in den Arm injiziert worden sei.
Dem gesperrten ehemaligen Radprofi Bernhard Kohl droht eine Gefängnisstrafe. Im österreichischen Fernsehen ORF hat der 28-jährige Dopinghandel eingeräumt. Sollte der ehemalige Gerolsteiner-Profi, der bei der Tour de France 2008 "Bergkönig" geworden war und den dritten Platz belegt hatte, nach Inkrafttreten des neuen Anti-Doping-Gesetzes am 1. August 2008 mit Dopingmitteln gehandelt haben, drohen ihm im äußersten Fall drei Jahre Gefängnisstrafe. "Unter guten Freunden gibt man manche Sachen natürlich auch weiter. Die genauen Informationen, wem ich etwas gegeben habe, liegen der Soko Doping vor. Die Namen werde ich nicht öffentlich nennen, sondern nur den Behörden", sagte Kohl dem Fernsehsender.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und eine Gruppe von DDR-Dopingopfern haben ihren Streit bei einem Gespräch in Berlin beigelegt und weitere Zusammenkünfte vereinbart. "Es war eine sehr freundliche Atmosphäre", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper und fügte hinzu: "Ich denke, wir haben deutlich gemacht, dass wir die Anliegen der Dopingopfer sehr ernst nehmen." An dem zweieinhalbstündigen Treffen nahmen neben Vesper, DOSB- Präsident Thomas Bach und Gudrun Doll-Tepper, Sportwissenschaftlerin und Vizepräsidentin Bildung des DOSB, eine Athleten-Gruppe teil, zu der auch Andreas Krieger, Uwe Trömer und Bernd Richter zählen. Nach der Bundestagswahl im September werde man sich erneut zusammensetzen, sagte Vesper.
Hallen-Europameisterin Petra Lammert wird auch bei den Weltmeisterschaften Mitte August in Berlin fehlen. Die Kugelstoßerin wird an ihrem schon lange verletzten Ellbogen des Stoßarms operiert und muss deshalb die Saison vorzeitig beenden. "Es ging einfach nicht mehr", sagte Lammert: "Ich weiß nicht, was alles kaputt ist im Arm."
Die Strafen bei Doping im Pferdesport müssen aus Sicht von Peter Danckert neu geregelt werden. "Ich schlage vor: Sperrt im Dopingfall die Pferde, nicht die Reiter", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses in seiner Funktion als Präsident des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg. Den Reiter für Doping haftbar zu machen, halte er für falsch. Danckert argumentiert, es sei für den Laien beinahe unmöglich, die vom Mediziner zu genehmigende Medikation und Doping auseinanderzuhalten.
ruf/sid/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Mixed Zone | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH