Hamburg - "Ich war zu dem Zeitpunkt bei einer Verhandlung am Bodensee und habe das nicht verfolgt", sagte Krähe im SPIEGEL über die am vergangenen Donnerstag live im Fernsehen gezeigte Pressekonferenz seiner Mandantin, "ich war auch nicht an der Vorbereitung dieses Medienevents beteiligt."
Pechstein, wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt, hatte versucht, das Verfahren, das zur Sperre durch die Internationale Eislauf-Union (Isu) geführt hatte, als unseriös darzustellen. Unter anderem hatte die fünfmalige Olympiasiegerin, die beteuert, niemals gedopt zu haben, dazu einen Mediziner der Berliner Charité engagiert.
Auch dass ein Mitarbeiter der Medienagentur, die Pechstein berät, in das Kliniklabor im norwegischen Hamar eingedrungen ist, um an offizielle Untersuchungsdaten zu gelangen, missfiel Krähe. "Ich habe davon aus dem Videotext erfahren. Ich hätte mir ein intelligenteres Verhalten gewünscht. Das war nicht besonders hilfreich", so der Konstanzer Anwalt, der zu den zwölf deutschen Schiedsrichtern am Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne gehört.
Der Cas wird im Berufungsverfahren über die Sperre, die wegen extrem auffälliger Blutwerte ausgesprochen worden war, entscheiden. Krähe sagte dem SPIEGEL, seine Verteidigung beruhe hauptsächlich auf dem sogenannten Rückwirkungsverbot.
"Das bedeutet, dass alle zwischen 2000 und 2008 ausgewerteten Proben in diesem Fall nichts zu suchen haben, weil sie vor Inkrafttreten des neuen Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) im Januar 2009 genommen wurden. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde der Blutpass der Athleten als indirektes Beweismittel anerkannt", so Krähe.
Krähe selbst hatte die Wada bei der Ausarbeitung des neuen Codes unterstützt. Er sehe vor, "dass Schlussfolgerungen für Dopingsperren aus dem Profil einer Reihe von Blut- oder Urinproben gezogen werden dürfen. Er sagt aber nicht, dass dazu alte Proben benutzt werden dürfen."
Ebenfalls anhängig beim Cas ist ein Eilantrag Pechsteins. Diesen hatte sie gestellt, um am regulären Training des nationalen Verbandes teilnehmen zu können. "Man wird ja sonst irre, wenn man zu Hause hockt", sagte die 37-Jährige, deren großes Ziel ein Start bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver ist.
Über Pechsteins Eiltrag wird vermutlich Ende der kommenden Woche entschieden. Das Hauptsacheverfahren ist noch nicht genau terminiert, vermutlich wird im Herbst verhandelt.
Auf anderen Social Networks posten:
Genau das was stoneg verlangt hat ????. Paranoid ist Ihre "Beweisführung" Wie verhält es sich mit Autobomben? Der Verfassungsschutz wird sich, etwas im "Hintergrund" zwar, sehr wohl drum kümmern, wer [...] mehr...
Das passt doch überhaupt nicht mit dem zusammen, was Sie hier bisher schreiben. Sie sprechen doch der WADA jegliche Rechte ab, jemanden überhaupt zu sperren - also ein faktisch ein Berufsverbot zu erteilen. Dass die WADA das [...] mehr...
in den Händen der spanischen Justiz liegt der direkte oder indirekte Beweis. Die sitzen drauf, wohl, weil einige prominente Iberer im Blutbeutellager mit drin liegen. Und weil die Welt ausserhalb dieses Forums wie [...] mehr...
Das mit der Manipulation des Urins wurde in einer früheren SPON-Diskussion von einem Teilnehmer aus eigener Erfahrung vehement bestritten, weil man sich eben nicht mal so plötzlich einen Katheter legen kann, schon gar nicht ohne [...] mehr...
das bedeutet, Herr Rostock, dass zumindest Sportler, die in einer international organisierten Sportart tätig sind, mit dem unmittelbaren oder mittelbaren Zweck, auch Geld zu verdienen, diese "Schikanen" auf sich nehmen [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH