Mittwoch, 10. Februar 2010

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21.08.2009
 

Leichtathletik-WM

Hoffen auf Heidlers Hammer

Hammerwerferin Heidler: Eindrucksvoll ins Finale
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dpa

Hammerwerferin Heidler: Eindrucksvoll ins Finale

Ist Bronze für Ariane Friedrich ein Erfolg? Haben die Zehnkämpfer ohne Medaille überzeugt? Ja, findet Netzathleten.de-Kolumnist Jan Fitschen, dem die Könige der Leichtathletik sogar leidtaten. Das DLV-Team könnte sogar noch mehr Gold sammeln - eine Werferin überzeugte in der Qualifikation restlos.

Es war nicht der Tag der Ariane Friedrich, dieses Gefühl hatte man von Anfang an. Die Anfangshöhe hatte sie knapp übersprungen, bei ihrer kroatischen Konkurrentin und Titelverteidigerin Blanka Vlasic sahen die Versuche wesentlich lockerer aus. Ab der Höhe von 2,02 Meter begannen dann ihre Schwierigkeiten - sie benötigte drei Versuche, um diese Höhe zu meistern. Danach dachte ich einen Moment lang, Ariane hat ihren Rhythmus gefunden, ihre nächsten drei Fehlversuche straften mich aber Lügen. Dennoch, die Bronzemedaille ist ein schöner Erfolg für die Frankfurterin.

Einen Tag zuvor hatte Robert Harting bereits die zweite Goldmedaille für den Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) geholt. Ich hatte die Werfer im Vorfeld als Bank bezeichnet. Dass sie so erfolgreich abschneiden würden, hätte ich allerdings nicht gedacht. Die Heim-WM scheint wirklich die nötige Energie für ihre Würfe freizusetzen.

Ein kleiner Wermutstropfen lastet leider auf der Goldmedaille von Harting. Mit seinen Äußerungen im Vorfeld der WM und unmittelbar nach der Qualifikation zum Thema Doping und Dopingopfer hat er sich nicht unbedingt viele Freunde gemacht. Natürlich ist während eines Großereignisses angespannt oder aufgewühlt. Dennoch sollte man sich nicht zu solchen Aussagen hinreißen lassen.

Die Stimmung - einmalig

Unsere Zehnkämpfer, allen voran Pascal Behrenbruch, lieferten einen guten Wettkampf ab. Sie hatten wirklich sehr unter der enormen Hitze im Berliner Olympiastadion zu leiden. Behrenbruch, wie Ariane Friedrich von der LG Eintracht Frankfurt, landete letztlich auf einem sehr respektablen sechsten Platz.

Eine kleine Randnotiz - die allerdings Bände über das Berliner Publikum spricht - möchte ich an dieser Stelle auch mal loswerden. Im 5000 Meter Vorlauf verlor der Äthiopier Ali Abdosh unglücklich seinen Schuh. Er zog ihn schnellstmöglich wieder an und versuchte, sich an das Feld heranzukämpfen. Wirklich das gesamte Stadion unterstützte ihn in ohrenbetäubender Lautstärke und feuerte ihn Runde für Runde an. Diese kleine Episode beschreibt gut, was wir hier tagtäglich an einmaliger Stimmung erleben.

Beim Stabhochsprung der Frauen hat man schon gesehen, dass wirklich alles passieren kann. Die Top-Favoritin machte den Salto Nullo, und unsere Hoffnungsvollste, Silke Spiegelburg, scheiterte denkbar knapp und wurde Vierte. Hoffentlich haben wir im Männerbewerb das glücklichere Ende diesmal auf unserer Seite. Immerhin gehören der Deutsche Meister Alexander Straub und der Team-EM-Zweite Malte Mohr zu den insgesamt nur sieben Springern, die dieses Jahr die 5,80 Meter überwinden konnten.

Kein Weitspringer im Finale, dafür eine Hammerwerferin mit Bestweite

Die Verletzung von Sebastian Bayer war wohl doch zu belastend für den Hallen-Europarekordhalter im Weitsprung. Drei Zentimeter fehlten ihm schließlich zur Qualifikationsweite von 8,01 Metern - einer Weite, die der 8,71 Meter-Mann (in der Halle) eigentlich locker drin hat. So geht das Weitsprung-Finale am Samstag leider ohne deutsche Beteiligung über die Bühne.

Betty Heidler, amtierende Hammerwurf-Weltmeisterin, qualifizierte sich dagegen eindrucksvoll für ihr Finale am Samstag. Sie warf den Hammer so weit wie noch keine Frau zuvor bei einer Weltmeisterschaft. Da sie zum Werferteam gehört, lehne ich mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich ihr eine Medaille vorhersage.

Die Erfolge der deutschen Mannschaft waren bisher beste Werbung für die Leichtathletik und die WM. Dazu haben wir noch einige Chancen. Es stehen an den Abschlusstagen zahlreiche Staffelwettbewerbe auf dem Programm. Wenn die deutschen Teams die Wechsel gut trainiert haben, ist auch hier eine positive Überraschung möglich. Gerade mit dem Staffelstab kann viel passieren.

Der Äthiopier mit dem verlorenen Schuh hat es übrigens bedauerlicherweise nicht mehr geschafft, sich für das Finale zu qualifizieren. Just als er das Hauptfeld wieder erreicht hatte, wurde dort das Tempo angezogen, und er musste erneut abreißen lassen.

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ZUR PERSON

AP

Jan Fitschen, 32, ist einer der erfolgreichsten deutschen Langstreckenläufer. In seiner bisherigen Karriere erreichte er 14 deutsche Meisterschaften und holte 2006 den Europameistertitel über 10.000 Meter. In seiner Funktion als Netzathleten.de-Kolumnist berichtet er von der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Eine Fußverletzung hindert ihn an der aktiven Teilnahme. Mehr zu Jan Fitschen


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