Von Maximilian Glas
In nur drei Jahren hat Pops Mensah-Bonsu eine echte Basketball-Odyssee absolviert. Inzwischen hat er mindestens so viele Stempel wie Namen in seinem Pass. Nana Papa Yaw Dwene Mensah-Bonsu heißt der Forward mit vollem Namen.
Als Engländer mit ghanaischer Herkunft, noch dazu im fußballverrückten Tottenham im Norden Londons aufgewachsen, wurde Mensah-Bonsu der Basketball nicht gerade in die Wiege gelegt. Doch obwohl er bis heute als Fan der Tottenham Hotspurs die Ex-Truppe von Jürgen Klinsmann verfolgt, entschied sich der 2,08-Meter-Mann aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen recht schnell für Basketball und den Weg nach Amerika.
Am College sorgte Mensah-Bonsu mit seiner Athletik und seinen krachenden Dunks schon früh für Aufsehen. Durch die Dominanz am Brett sorgte der heute 25-Jährige maßgeblich für die beste Bilanz, die die George Washington University seit 50 Jahren hinlegte (Regular Season: 26 Siege, eine Niederlage). 12,6 Punkte, 6,7 Rebounds und 1,7 Blocks pro Partie ließen die Draft-Ampel 2006 auf Hellgrün springen. Kurze Zeit später zeigte diese allerdings Dunkelgelb bis Rot. Eine langwierige Knieverletzung brachte Mensah-Bonsus Karriere aus dem Rhythmus, sein Name blieb am Draft-Abend ungenannt.
Ohne Glück in der Draft, dann durch die Hintertür in die NBA
Diese Nichtnominierung erschwerte dem Briten das Leben ungemein. Der Haupteingang in die NBA-Welt war verschlossen, nun musste das Hintertürchen den gewünschten Erfolg bringen. In den folgenden drei Spielzeiten pendelte der 25-Jährige zwischen Europa (Benetton Treviso, Badalona und Granada) und der D-League. Für 15 Spiele (zwölf für die Mavs und drei für die Spurs) schaffte er es sogar in die "Big Show".
Nur zwei Tage nach seiner Entlassung in San Antonio im März 2009 kam die überraschende Trendwende. "Big Daddy" bekam einen bis zum Saisonende garantierten Vertrag bei den Raptors. In 19 Spielen (5,1 Punkte und 5,4 Rebounds) gab der Ausnahmeathlet der Franchise aus Kanada genau das, was sie dringend benötigte: einen Power Forward, der dem ersten Teil der Jobbeschreibung gerecht wird und mit Energie die Lethargie eines Andrea Bargnani ausgleicht.
Doch auch in Toronto fand die Reise des Hünen kein Ende. Sein Vertrag lief aus, das Team verpflichtete Reggie Evans für die Postion vier und Mensah-Bonsu heuerte bei den Houston Rockets an. Die Odyssee geht weiter.
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