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07.09.2009
 

Vorwurf

Rasmussen soll während seiner Sperre gedopt haben

Radprofi Rasmussen: Verdächtige Wohnung in LinzZur Großansicht
dpa

Radprofi Rasmussen: Verdächtige Wohnung in Linz

Nach Erkenntnissen der österreichischen Justiz soll der dänische Radprofi Michael Rasmussen auch während seiner Dopingsperre Blutdoping betrieben haben. Dafür soll er gemeinsam mit Bernhard Kohl und Skilanglauf-Olympiasieger Christian Hoffmann sogar eine Wohnung angemietet haben.

Hamburg - Der dänische Radprofi Michael Rasmussen soll laut der österreichischen Justiz während seiner jetzt abgelaufenen zweijährigen Sperre an verbotenem Blutdoping beteiligt gewesen sein. Wie die Kopenhagener Zeitung "Ekstra Bladet" am Montag berichtete, steht in einem an die Staatsanwaltschaft in Wien überreichten Untersuchungsbericht der "Sonderkommission Doping", dass Rasmussen zusammen mit seinem österreichischem Kollegen Bernhard Kohl und dem Skilanglauf-Olympiasieger Christian Hoffmann eine mit Dopingtechnik ausgerüstete Wohnung in Linz gemietet haben soll. Dort habe er im Sommer 2008 eigenes Blut zum Blutaustausch abgeliefert.

Rasmussen war 2007 als praktisch schon feststehender Sieger kurz vor Abschluss der Tour de France nach Hause geschickt worden, weil er falsche Angaben über seinen Trainingsort gemacht hatte. Seit Ablauf der darauf folgenden Zwei-Jahres-Sperre fährt der Däne wieder Rennen als Profi in Mexiko, woher seine Frau stammt. Er beteuerte nach Ablauf der Sperre erneut, nie gedopt zu haben. In dem österreichischem Untersuchungsbericht hieß es, Rasmussen und Kohl hätten gemeinsam Technik für Doping im Wert von 100.000 Euro angeschafft.

Österreichische Medien hatten bereits vorige Woche gemeldet, dass Kohl gegenüber den Fahndern den Kauf der Blutdoping-Anlage gemeinsam mit Rasmussen und dem italienischen Radprofi Pietro Caucchioli zugegeben haben soll. Rasmussen und Hoffmann hätten alle Vorwürfe abgestritten. Es sei noch unklar, ob und gegen wen Anklage erhoben werden soll.

jar/dpa

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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung

Epo/HGH

Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist wesentlich vom Sauerstoffaufnahmevermögen abhängig. Erythropoetin (Epo), ein Peptidhormon, stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl im Organismus zirkulierender Erythrozyten führt zu einer Verbesserung der Sauerstoffaufnahmekapazität des Blutes und hat damit eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit zur Folge.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet seit mehr als zwölf Jahren den Gebrauch von Epo. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, bei denen Blutarmut auftritt. Epo gehört zur Gruppe der Peptidhormone. Ebenso wie das Wachstumshormon HGH, das zur Behandlung von Kleinwüchsigkeit eingesetzt wird. Das Wachstumshormon HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, mit langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden als Folge. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. Auch bei den Peptid-Hormonen gibt es immer neue Varianten, die mit heutigen Dopingtests nicht erkannt werden. (mit dpa)

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