Mailand - "Ich bin überglücklich. Das ist der größte Moment meiner Karriere", sagte Culcay-Keth am Samstag nach seinem 7:4-Punktsieg gegen den Russen Andrej Samkowoj. Für den Deutschen Boxsport-Verband (DBV) war es der erste WM-Titel seit 1995. Damals siegte Fliegengewichtler Zoltan Lunka bei der Heim-WM in Berlin.
"Wir sind zufrieden. Unsere junge Mannschaft hat sich achtbar geschlagen", sagte Disziplintrainer Roland Kubath. Der Tiefpunkt mit den jeweils medaillenlosen Debakeln bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 und der WM 2007 in Chicago ist überwunden.
Bei den Titelkämpfen in Mailand hatten fünf der neun DBV-Kämpfer das Viertelfinale erreicht. Fliegengewichtler Ronny Beblik holte mit Bronze das zweite deutsche Edelmetall. "Wir sind auf einem guten Weg", so Kubath, der erst Anfang April gemeinsam mit Harry Kappell die sportliche Verantwortung im deutschen Amateurboxen übernommen hatte.
Der neue Weltmeister Culcay-Keth stammt aus Ecuador. Der Weltergewichtler (bis 69 Kilogramm) war im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Im Kampf gegen Samkowoj war Culcay-Keth dem ungestüm angreifenden Russen geschickt ausgewichen und hatte schnelle Kontertreffer gesetzt.
Beim Stande von 3:3 ging es in die letzte Runde, ehe der konditionell stärkere Culcay-Keth schnell auf 6:3 davonzog. "Da war der ein oder andere strittige Treffer dabei. Ich kann die Buhrufe einiger russischer Fans verstehen", gab Kubath zu.
ach/sid/dpa
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