Von Gregor Peter Schmitz, Washington
Wenn Barack Obama im langen Wahlkampf ums Präsidentenamt einen Dämpfer erlitt, hatte der Kandidat meist die immer gleiche Erklärung parat. "Ich habe niemals behauptet, dass dies leicht werden würde", sagte er - er sähe halt nicht aus wie frühere US-Präsidenten auf den Dollar-Noten. Auch seine Wahlkampfberater ließen durchblicken, vielleicht seien die Amerikaner doch nicht so aufgeschlossen wie der Rest der Welt für solch einen Bewerber.
Noch immer schweben Obamas Popularitätswerte in Europa und Afrika in sozialistischen Höhen von bis zu 92 Prozent. In den USA ist nur noch rund jeder zweite Bürger mit ihm zufrieden.
Nun aber hat auch die Welt dem vermeintlichen Weltpräsidenten die erste Schlappe bereitet, bei der Abstimmung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Kopenhagen über die Austragungsstätte der olympischen Sommerspiele 2016. Obamas alte Heimatstadt Chicago flog gleich in der ersten Bewerbungsrunde raus. Magere 18 der 94 möglichen Stimmen erhielt die "windy city" an den Großen Seen. Der erwartete Zweikampf mit Brasiliens Metropole Rio de Janeiro, die am Ende den Zuschlag erhielt, fiel aus.
Doch die IOC-Mitglieder zeigten sich unbeeindruckt. Ist die Welt das Charisma des neuen Präsidenten schon leid? Immerhin hatte das Ehepaar Obama, ähnlich wie im Wahlkampf, wenig dem Zufall überlassen. Seit Wochen führten sie vertrauliche Gespräche mit IOC-Vertretern, sie hatten Werbe-Videos aufgenommen, unentschlossene Delegierte umworben.
Alles vergebens. "Obama hat nur den Trostpreis bekommen, nicht die Goldmedaille", höhnte Republikaner-Stratege Matt Machowiak.
Das Weiße Haus versuchte, gute Miene zu machen. David Axelrod, Obamas Top-Berater, dessen PR-Firma auch an der Bewerbung Chicagos beteiligt war, erklärte gleich nach der Niederlage: "Der Präsident hat sich sehr eingesetzt, und hat es nicht geklappt - aber es war den Versuch wert." Axelrod schob die Niederlage vor allem auf die undurchsichtigen politischen Ränkespiele innerhalb des IOC. Chuck Todd, Chefkorrespondent des Fernsehsenders NBC, sekundierte: "Dies war kein Referendum über Amerika. In erster Linie handelt es sich ja um eine wirtschaftliche Entscheidung des Olympischen Komitees."
Häme aus dem rechten Lager
Die Kritiker von rechts, die schon im Vorfeld Obamas Reise scharf kritisiert hatten, frohlocken über die Präsidentenpleite. "Hahahaha", schreibt Eric Erickson auf dem konservativen Blog "Red State", "ich dachte, die Welt würde uns mehr lieben, nachdem George W. Bush weg ist. Aber wohl doch nicht. Jetzt wissen wir, was wir von Obamas Projekt, Amerikas Ansehen in der Welt zu verbessern, zu halten haben."
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Ex-Bush-Berater Mark McKinnon lästert: "Die Demokraten müssen lernen, dass er nun der Präsident ist, nicht mehr der Vorsitzende der Handelskammer in Illinois."
Misslungenes Heimspiel der Obamas
Tatsächlich betrachtete das Ehepaar Obama die Olympia-Ambitionen als eine Art Heimspiel. Ihr Aufstieg begann in Chicago, viele Drahtzieher der Bewerbung sind persönliche Freunde des Präsidentenpaares. Oprah Winfrey etwa, die Talkshow-Queen, die sich im Wahlkampf spektakulär auf Obamas Seite schlug, war ebenfalls als Chicago-Lobbyistin nach Dänemark gereist.
Doch die Olympia-Euphorie vieler US-Bürger hielt sich in Grenzen. Selbst unter den Einwohnern Chicagos sprach sich nur eine knappe Mehrheit für die Ausrichtung der Spiele aus. Zu groß war die Sorge, die notorisch korrupten Stadtväter würden ein Milliardendefizit anhäufen.
Deshalb ist für den Präsidenten die Schlappe vielleicht sogar langfristig gut. Bei einem Zuschlag für Chicago hätten ihn mögliche Skandale um die Organisation und Finanzierung der Spiele begleiten können.
Die Niederlage schnell abhaken
So aber lässt sich die Niederlage als ein Rückschlag abhaken, fast wie im Wahlkampf. Gleich nach seiner Rückkehr nach Washington gab Obama eine Pressekonferenz im Garten des Weißen Hauses. "Ich glaube, es lohnt sich immer, für die Vereinigten Staaten von Amerika zu werben", sagte Obama. Man sei enttäuscht, aber Amerikas Athleten freuten sich auf die Olympischen Spiele 2016. Dann sprach er über die schwierige Lage am Arbeitsmarkt, über die Bemühungen für einen Wirtschaftsaufschwung. Olympia war wieder weit weg.
Obama klang wie ein Coach, der nach einer Niederlage seines Teams nach vorne schaut. Für einen Präsidenten ist die Saison lang.
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Mann Harry, bist Du noch blau? Was hat St.Pauli mit Olympia in Rio zu tuen? mehr...
Nun, meine Wette habe ich gewonnen, 3:1 für Pauli! Es hat wirklich keiner gegengehalten, und nach den Tipps 0:1 - 2:2 gab es wirklich nicht mehr viele Möglichkeiten. Also nahm ich ganz spontan 3:1, und auf meine Pauli's konnte [...] mehr...
Koennen Sie mir den Zusammenhang, Slum in Rio- Gutmenschen- Somalia, mal erklaeren? mehr...
Unklar bleibt bei Ihrem Beitrag, warum somalische Piraten-Geiseln "Gutmenschen" sein sollen. In der Regel sind das internationale Schiffsbesatzungen. Die einfach ihren Job machen. mehr...
Oh da kennen Sie aber einige Stadtviertel von z.B. Neapel nicht. mehr...
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