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24.10.2009
 

Doping

Deutsche Staatsanwälte weitgehend machtlos

Blutproben (Archiv): Schwierige Rechtslage beim Thema BlutdopingZur Großansicht
REUTERS

Blutproben (Archiv): Schwierige Rechtslage beim Thema Blutdoping

Das Thema Doping stellt Staatsanwälte vor Probleme. Da der Straftatbestand bei Blutdoping ungeklärt ist, gestalten sich nach SPIEGEL-Informationen Ermittlungen gegen einen Mediziner, der bei Radprofi Jörg Jaksche Praktiken zur unerlaubten Leistungssteigerung vorgenommen haben soll, als schwierig.

Hamburg - Deutsche Staatsanwälte tun sich weiterhin schwer, Dopingvergehen aufzuklären. Die Ermittlungsbehörde in Göttingen ermittelt seit über drei Jahren gegen Markus Choina, einen Mediziner aus Bad Sachsa im Harz, der in Verbindung zu dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes gestanden haben soll. Der deutsche Radprofi Jörg Jaksche hatte gegenüber dem Bundeskriminalamt ausgesagt, dass Choina jene Behandlungen an ihm vorgenommen habe, die fürs Blutdoping erforderlich sind. Zudem steht der Arzt in Verdacht, in einem Hotel in Hannover elf weitere Profis betreut und Fuentes Arzneimittel besorgt zu haben. Choina hatte die Vorwürfe zunächst bestritten.

Die Göttinger Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob Blutdoping überhaupt den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllt - schließlich hat der gedopte Sportler der Behandlung zugestimmt. Mit ähnlichen Rechtsfragen muss sich auch die Freiburger Staatsanwaltschaft befassen, die gegen zwei ehemalige Ärzte der dortigen Uni-Klinik ermittelt, die unter anderem ebenfalls Blutdoping betrieben haben sollen. Die Ermittler wollen noch in diesem Jahr entscheiden, ob sie trotz der juristischen Probleme Anklage gegen die beiden Sportmediziner erheben.

Noch schwieriger scheint es zu sein, Nachforschungen über die Staatsgrenzen hinweg auszudehnen. Im Juni dieses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft in Bonn die Ermittlungen gegen Fuentes eingestellt, den sie zunächst in das Verfahren gegen den Radprofi Jan Ullrich als Beschuldigten aufgenommen hatte. Aufgrund der "bisherigen negativen Erfahrungen" sei es fraglich, so schrieb der zuständige Staatsanwalt in einem Vermerk, ob die spanischen Behörden "die noch vorzunehmenden Ermittlungen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Zügigkeit vornehmen werden".

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Kampf gegen Doping

Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)

Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOK auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.

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