Von Johannes Korge
Zum Auftakt der NBA-Saison 2009/10 steigt am Dienstagabend (Ortszeit) im Staples Center von Los Angeles das Stadtderby der Lakers gegen die Clippers. Als Titelverteidiger ist die Truppe um Star-Guard Kobe Bryant nicht nur in diesem Spiel Favorit. Doch kampflos wollen die Konkurrenten im Westen den Lakers das Feld nicht überlassen - vor allem die San Antonio Spurs planen eine weitere Attacke auf die Spitze der Western Conference.
Hinter diesem Top-Duo streitet sich ein ganzes Rudel um die sechs übrigen Playoff-Plätze, mittendrin die Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki. Was kann man vom verstärkten Texas-Team erwarten? Wie schlagen sich die jungen Wilden aus Portland? Und warum haben die Fans der Clippers plötzlich Grund zur Freude?
SPIEGEL ONLINE fasst die wichtigsten Personalien der Western Conference zusammen und wagt eine Prognose auf die Platzierungen der West-Clubs nach 82 regulären Saisonspielen.
Zur Vorschau auf die Eastern Conference gelangen Sie hier.
15. Sacramento Kings: Massenhaft verlorene Spiele, eine halbleere Arena, ebenso teure wie ineffektive Spieler im Kader - den Kings droht eine Wiederholung der schwachen Saison 2008/09 (17-65 Siege). Zwar kommt mit Paul Westphal ein erfahrener Coach, an der dünnen Personaldecke mit kaum entsorgbaren Verträgen kann jedoch auch dieser kaum etwas ändern. Das Team formiert sich um Guard Kevin Martin, der genauso schlecht verteidigt wie die Kollegen. So streiten sich die Kings mit den Milwaukee Bucks und den New Jersey Nets um die Rote Laterne der Liga.
14. Memphis Grizzlies: Das Personalkarussell drehte sich beim Team aus Tennessee rasant. Mit Zach Randolph kam ein echter Scorer von den Clippers, der aber nicht für Mannschaftsgeist, Fitness oder Defensivtalent bekannt ist. Dazu sicherten sich die Grizzlies die Dienste von Guard Allen Iverson. Wie viel der alternde Superstar noch zu leisten im Stande ist, muss er nach einer katastrophalen Saison in Detroit erst beweisen. Zusammen mit den etablierten O.J. Mayo und Rudy Gay, beides fleißige Punktesammler, sind Schützenfeste garantiert. Eine schwache Bank, mangelnde Verteidigung und mögliche Probleme mit der Teamchemie wiegen die offensive Feuerkraft jedoch auf.
13. Minnesota Timberwolves: Die Wolves sicherten sich in der Draft die Rechte an Ricky Rubio, nach langem Hin und Her bleibt das Aufbau-Wunderkind nun doch vorerst in Spanien. Mit ihrem neuen Coach - Kurt Rambis kam von den Lakers - einem genesenen Center Al Jefferson und Guard-Zugang Ramon Sessions (von den Bucks) kann der Club aber trotzdem auf eine verbesserte Bilanz hoffen. Auch Jonny Flynn, der zweite Draft-Pick, könnte auf der Point-Guard-Position sofort für Entlastung sorgen. Viel mehr als ein hartes Lehrjahr dürfen die Wolves aber nicht erwarten.
12. Golden State Warriors: Jede Menge Drama in Nordkalifornien. Guard (und inzwischen degradierter Ex-Team-Kapitän) Stephen Jackson verlangte öffentlich nach einem Trade, bekam aber nur eine Strafe der Liga aufgebrummt. General Manager Chris Mullin musste nach Differenzen mit dem Management gehen, Coach Don Nelson gilt weiter als äußerst umstritten in Mannschaft und Fanbasis. Die Warriors strotzen nur so vor jungem Talent, Spieler wie Anthony Randolph oder Anthony Morrow müssen aber auf mehr Einsatzzeit hoffen. Zu erwarten ist eine weitere Saison ohne Verteidigung, dafür mit unterhaltsamer High-Speed-Offensive - und jeder Menge Niederlagen.
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