Hamburg - Radprofi Olaf Pollack muss nach seiner Suspendierung vor zwei Monaten nun mit einer zweijährigen Sperre rechnen. Wie der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) am Donnerstag mitteilte, wurde das am 6. Juli 2009 bei einer Trainingskontrolle der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) von der Norm abweichende Analyse-Ergebnis in der B-Probe bestätigt. Ein entsprechendes Verfahren werde vom Bundesschieds- und Sportgericht eingeleitet. Mit welcher verbotenen Substanz Pollack getestet wurde, teilte der BDR nicht mit. Der 36-jährige Olympiasieger im Bahn-Vierer von Sydney 2000 reagierte laut einer Presseerklärung "mit Befremden" auf die Veröffentlichung des Verbandes und will sich gegen die Sanktionen zur Wehr setzen. Er sei als Betroffener nicht informiert worden und habe keine Gelegenheit für eine Stellungnahme erhalten.
Der Radprofi sei bei der dreitägigen Analyse dabei gewesen und könne das Ergebnis nicht nachvollziehen, teilte Pollacks Rechtsanwalt Marcus Hotze mit. Die B-Probe weise eine 50-fache Abweichung von der A-Probe auf und habe damit kein eindeutiges Resultat ergeben. Pollack hatte noch im Sommer seine Karriere für beendet erklärt. Dazu habe ihn eine Augentrübung mit Gesichtsfeldlähmung gezwungen. Es sei zu prüfen, ob die medikamentöse Behandlung der Erkrankung oder das intensive Training vor der Dopingkontrolle deren Ergebnis verfälscht haben könnten.
Schwimmerin Sonja Schöber kann sich die auffälligen Werte bei einer im Sommer genommenen Dopingprobe nicht erklären. "Es kann sein, dass ernährungsbedingt während des Sommertrainings die Testosteron-Werte schwankten. Es kann aber auch an meinem gestörten Hormonhaushalt liegen. Darunter litt schon meine Mutter", sagte die Deutsche Meisterin über 100 Meter Brust von 2007 den "Ruhr Nachrichten". NRW-Schwimmverbands-Präsident Manfred Peppekus sagte: "Sie beteuert, dass die keine verbotenen Mittel genommen hat." Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass eine Dopingprobe bei Schöber auffällige Testosteron- und Epitestosteronwerte ergeben hatte.
Im internationalen Reitsport sind in Zukunft wieder Behandlungen von Pferden mit bislang unerlaubten Medikationen möglich. Die Generalversammlung des Weltverbandes FEI verabschiedete am Donnerstag in Kopenhagen eine entsprechende Liste, die im Vorfeld vor allem vom deutschen Verband FN kritisiert worden war. "Diese Entscheidung ist für Deutschland und für viele andere europäische Nationen ein Schock", sagte Reiter-Präsident Graf Breido zu Rantzau. "Die neue Liste verstößt in Deutschland gegen die Auflagen des Tierschutzgesetzesund widerspricht unseren ethischen Werten im tiefsten Inneren unserer Überzeugung", so zu Rantzau. Allein die Akzeptanz von Phenylbutazon durch den Verband führe zu großen Problemen.
Bis in den 90er-Jahren war es erlaubt, Pferde mit zwei Mikrogramm des Schmerz- und Entzündungshemmers zu behandeln, ehe das Mittel aus dem Verkehr gezogen wurde. Nun sollen plötzlich wieder acht Mikrogramm erlaubt sein. "Damit könnte man lahme Pferde für einen Einsatz im Turnier fit machen. Das kann nicht unser Ziel sein", sagte zu Rantzau. Ebenfalls ermöglicht wird der Einsatz des Stärkungsmittels Lactanase, mit dem das Pferd Cornet Obolenski von Springreiter Marco Kutscher bei Olympia 2008 unerlaubterweise behandelt worden war und einen Schwächeanfall erlitt. Die Liste wurde mit knapper Mehrheit von 53:48 Stimmen der Deligierten angenommen.
Golfprofi Martin Kaymer ist zum Auftakt der Dubai World Championship nicht gut in Schwung gekommen. Mit 71 Schlägen belegte der 24-Jährige am Donnerstag bei dem mit fünf Millionen Euro dotierten Saisonfinale der Europa-Tour den geteilten 22. Platz. Spitzenreiter ist der Australier Robert Allenby (65 Schläge). Vor Kaymer sind auch die in der Gesamtwertung im "Race to Dubai" vor ihm liegenden Rory McIlroy (68/Nordirland) und Lee Westwood (66/England) platziert. Kaymer muss bei der Premiere dieses neuen Formats das Turnier im Jumeirah GC gewinnen, um zur Nummer eins in Europa gekürt zu werden.
wit/sid/dpa
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