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27.12.2009
 

NBA-Star Steve Nash

"Nowitzki ist ein erbärmlicher Fußballer"

Steve Nash gilt als einer der besten Aufbauspieler der NBA. Seine heimliche Liebe aber gehört dem Fußball. Mit SPIEGEL ONLINE spricht Nash über die Kicker-Qualitäten Dirk Nowitzkis, ein mögliches Engagement in der Premier League - und seine Bewunderung für Jürgen Klinsmann.


SPIEGEL ONLINE: Steve Nash, haben Sie schon einmal bedauert, dass Sie kein Fußballer geworden sind?

Steve Nash: Basketball hat mir ein unglaubliches Leben ermöglicht. Aber manchmal bereut man Entscheidungen, weil man Dinge nicht ausprobiert hat. Ich habe nie erlebt, in ein ausverkauftes Fußball-Stadion einzulaufen, wo alle Zuschauer jubeln oder singen. Das wäre sicherlich ein unglaubliches Gefühl gewesen.

SPIEGEL ONLINE: Was war ausschlaggebend für Sie, Basketball und nicht Fußball zum Beruf zu machen?

Nash: Als ich in Vancouver in die achte Klasse ging, kam ich in eine neue Schule. Dort haben alle meine Freunde Basketball gespielt. Auch ich liebte Basketball, war aber am Wochenende immer mit dem Fußball-Team unterwegs. Letztlich waren es diese sozialen Gründe und der Reiz des für mich neuen Sports Basketball, der mich mit dem Fußball aufhören ließ.

SPIEGEL ONLINE: Was konnten Sie vom Fußball für Ihr Basketball-Spiel lernen?

Nash: Die Beinarbeit und Koordination, aber noch mehr die Kreativität, bestimmte Winkel zu nutzen und den Ball durch gezielte Schusstechniken wie Innen- und Außenrist-Pass oder Lupfen an einen bestimmten Punkt oder zu einem Mitspieler zu bringen. Fußball hat Basketball für mich leichter gemacht. Und als ich mit Basketball anfing, dachte ich noch, "Wow, ich benutze meine Hände, das ist ja Betrug."

SPIEGEL ONLINE: Ihr Bruder Martin ist Fußball-Profi in Kanada, hat mehr als 30 Länderspiele absolviert, Ihre Schwester Joann galt als gute College-Fußballerin, Ihr Vater John hat professionell in Südafrika Fußball gespielt. Was hat die Familie gesagt, als Sie sich für Basketball entschieden haben?

Nash: Mein Vater hat mich toll unterstützt, ermutigt, nie ein böses Wort verloren oder mich deshalb verurteilt. Aber ich weiß, dass er innerlich enttäuscht und wahrscheinlich auch verletzt war.

SPIEGEL ONLINE: Sie sind in Johannesburg geboren, Ihre Mutter ist Waliserin, der Vater Engländer. Welche Nationalmannschaft haben Sie als Kind angefeuert?

Nash: England, denn mein Vater und alle meine Cousins waren für England, und ich drücke dem Team heute noch die Daumen. Aber wenn Kanada mal bei einer WM dabei wäre, würde ich auch für die Kanadier jubeln.

SPIEGEL ONLINE: Wer war Ihr Kindheitsidol?

Nash: Glenn Hoddle von den Tottenham Hotspur. Mein Vater und mein Opa sind aus Tottenham, der Club ist unser Familien-Verein.

SPIEGEL ONLINE: Und Sie wären 2007 fast Team-Besitzer geworden.

Nash: Ach, das war nur so ein Treffen, um zu sehen, ob wir Partner werden könnten. Wir haben eine sehr gute Beziehung und vielleicht lässt sich da in der Zukunft was machen. Für mich wird Tottenham immer mein Verein sein - egal, ob ich Besitzer bin oder nicht. Wenn künftig ein Platz für mich frei sein sollte - in welcher Rolle auch immer - bin ich gerne gesprächsbereit.

SPIEGEL ONLINE: Wie hat Ihnen Jürgen Klinsmann als Spieler bei Tottenham gefallen?

Nash: Ich habe ihn geliebt. Ich habe ihn mal flüchtig kennengelernt und denke, dass er ein feiner Mensch und ein grandioser Trainer ist. Meiner Meinung nach war es falsch, dass er bei Bayern München entlassen wurde. Ich hoffe, er kommt bald als Coach zurück und es würde mich nicht wundern, wenn Klinsmann eines Tages Tottenham trainieren würde.

SPIEGEL ONLINE: David Beckham spielt seit zweieinhalb Jahren in der US-Profiliga. Welchen Einfluß hat er auf die Liga und deren öffentliches Erscheinungsbild?

Nash: Er hat auf jeden Fall für mehr Publicity gesorgt. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob der Fußball dadurch besser geworden ist. Die Popularität hängt von der Qualität ab, und deshalb müssen wir in Nordamerika in Sachen Talent-Entwicklung einen besseren Job machen.

SPIEGEL ONLINE: Was erwarten Sie von der WM in Südafrika?

Nash: Ich finde es fantastisch, dass Südafrika Gastgeber ist. Das ist großartig für Land, Leute und Kontinent. Ich hoffe, live dabei sein zu können.

SPIEGEL ONLINE: Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

Nash: Ich denke nicht, dass sie derzeit die beste Mannschaft der Welt sind. Aber leider findet Deutschland immer einen Weg, lange im Turnier zu bleiben. Dieses Team kannst du niemals abschreiben.

SPIEGEL ONLINE: Wer sind Ihre WM-Favoriten?

Nash: Spanien ist fantastisch und dann sind da ja immer Brasilien und Argentinien.

SPIEGEL ONLINE: Und England?

Nash: Darüber will ich gar nicht so viel reden, sondern sehe sie lieber in der Rolle des schlafenden Riesen. England hat in Fabio Capello einen großartigen Trainer, Zusammenhalt und Teamgeist stimmen auch.

SPIEGEL ONLINE: Sie sind eng befreundet mit den Fußball-Profis Alessandro del Piero und Thierry Henry. Wie haben Sie die beiden kennengelernt?

Nash: Durch gemeinsame Freunde. Ein Bekannter von mir arbeitet im NBA-Büro in Paris und kennt Henry. Thierry hat mich dann zu einem Training der französischen Nationalmannschaft eingeladen. Ein anderer Freund ist Journalist in Italien. Über ihn habe ich ein Trikot von del Piero bekommen. Del Piero und Henry sind beide Basketball-Fans. Sie haben mich in den USA besucht und ich sie in Europa. Und wir haben auch schon zusammen Fußball gespielt.

SPIEGEL ONLINE: Auch mit Dirk Nowitzki verbindet Sie eine Freundschaft. Wie sind dessen fußballerische Fähigkeiten?

Nash: (lacht) Ziemlich erbärmlich und fehlerhaft. Aber Dirk ist ein richtig guter Tennisspieler.

Das Interview führte Heiko Oldörp

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02.01.2010 von magoly: Wahrscheinlich

a) Nur war das nicht die Frage. In dem Artikel geht es um einen fabelhaften Basketballer (selbst wenn man sich nicht für diesen Sport interessiert, bleibt er da ein Ausnahmeathlet), und seine "heimliche" Liebe für den [...] mehr...

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28.12.2009 von Günter Stalinski: Sonst nichts los bei SPIEGEL ONLINE ??

Nicht ziemlich, sondern total überflüssiger Beitrag. Wie nennt man diese entsprechende "Saure Gurkenzeit" im Winter? mehr...

28.12.2009 von sam clemens: Und ...

... Steve Nash ist ein erbärmlicher Schachspieler, Architekt oder auch Gas/Wasserinstallateur! Wen zum Kuckuck interessiert, wie Nowitzki Fußball spielt? mehr...

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Zur Person

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Steve Nash wurde am 7. Februar 1974 in Johannesburg, Südafrika geboren. Früh endeckte der Kanadier seine Liebe zum Basketball, ab 1996 spielte er für die Phoenix Suns in der NBA. Von 1998 bis 2004 stand der Aufbauspieler an der Seite von Dirk Nowitzki im Kader der Dallas Mavericks. Nach seiner Rückkehr zu den Suns 2004 etablierte er sich als einer der besten Point Guards der Liga, 2005 und 2006 wurde er zum wertvollsten Profi gewählt. In der Sommerpause widmet sich der zweifache Familienvater mit Vorliebe dem Spiel auf dem grünen Rasen.


Basketball-Glossar

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Zu einem Basketballteam gehören fünf Akteure. Auf der Eins spielt der Point Guard (Aufbau). Die Zwei hat der Shooting Guard inne, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Punkte zu erzielen. Die Drei ist der Small Forward, eine wendige Flügelkraft mit einem guten Wurf. Spieler, die auf der Zwei oder Drei eingesetzt werden können, heißen "Swingmen". Die Vier ist der Power Forward, ein kräftiger Spieler, der durch seine Größe auch für Rebounds prädestiniert ist. Auf der Fünf spielt der Center, der zumeist in Korbnähe agiert. Die Positionen Eins und Zwei bilden den Backcourt, Drei bis Fünf sind der Frontcourt.





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