Von Johannes Korge
Aus einem Jahrzehnt, zehntausenden Partien und aberhunderten Athleten den EINEN Spieler der Dekade herauszufiltern, ist keine einfache Aufgabe.
Mancher brilliert mit tollen Statistiken, die aber auf Kosten des Teamerfolgs gehen. Krachende Dunkings und Anspiele hinter dem Rücken füllen die Highlight-Filme, zählen aber eben auch nicht mehr als ein simpler Sprungwurf oder der klassische Bodenpass. Letztlich bleibt die Auswahl der Athleten und deren Platzierung subjektiv, auch wenn einige Kandidaten wohl unumstritten sein dürften. Das Sportressort von SPIEGEL ONLINE hat sich entschieden und präsentiert seine Top-10-NBA-Profis der 2000er Jahre im Countdown:
Platz 10 - Jason Kidd: Gute Aufbauspieler machen ihre Kollegen besser - und ihr Team erfolgreich. Jason Kidd vermochte beides scheinbar mühelos. Nicht umsonst stand der Point Guard ligaweit über Jahre auf dem Wunschzettel von Managern, Trainern und Stars. Nach Stationen in Dallas und Phoenix führte er die New Jersey Nets in zwei Finalserien (2002 und 2003), zum Titel reichte es jedoch nie. Dafür sicherte sich Kidd mit Abstand die meisten Triple-Doubles aller NBA-Profis der 00er Jahre. Insgesamt 82 Mal sammelte er zehn oder mehr Punkte, Rebounds und Korbvorlagen (auf Platz zwei folgt LeBron James mit 30).
Platz 9 - Allen Iverson: Wohl kaum ein Spieler fasziniert Fans und Experten so sehr wie der nur 1,83 Meter kleine Guard. Seine fehlenden Zentimeter glich Iverson im Laufe seiner Karriere mit Einsatz und atemberaubender Schnelligkeit aus. Auch wenn er sich immer wieder den Vorwurf des Egoismus gefallen lassen musste, führte Iverson die Philadelphia 76ers in die NBA-Finals 2001 - zuvor war er zum wertvollsten Spieler der regulären Saison gewählt worden. Nach wenig erfolgreichen Zwischenstopps in Denver, Detroit und Memphis kehrte der vierfache Scoring-Champion in diesem Jahr zu seinem Heimatverein zurück. Zwar büßte Iverson im Laufe der Zeit an Tempo ein, gilt aber noch immer als einer der zähesten und willenstärksten Athleten der Liga.
Platz 8 - Dwyane Wade: Binnen weniger Jahre entwickelte sich der explosive Guard zum wichtigsten Spieler der Miami Heat und zu einem der fleißigsten Punktesammler der Liga. Seine sehr körperbetonte Spielweise, mit vielen Attacken zum Korb, füllt die Highlight-Videos - lässt ihn aber immer wieder mit Verletzungen aussetzen. 2006 verdarb er Dirk Nowitzki und den Dallas Mavericks die Meisterfeier. Stattdessen hatte Wade, der zum wertvollsten Spieler der Finalserie avancierte, mit 34,7 Punkten im Schnitt maßgeblich Anteil am ersten NBA-Titel der Heat-Historie.
Platz 7 - Kevin Garnett: Lange galt der Power Forward als herausragender Spieler in einem schwachen Team aus Minnesota. Erst der Wechsel zu den Boston Celtics brachte 2008 den ersehnten Meisterring. Vier Jahre zuvor hatte sich Garnett bereits die MVP-Trophäe als wertvollster Spieler der Saison gesichert. Sein unbändiger Siegeswille macht den 2,11-Meter-Mann zum geschätzten Teamkollegen und gefürchteten Gegner. Eine hartnäckige Knieverletzung des zwölffachen All-Star hinderte die Celtics in den abgelaufenen Playoffs maßgeblich an der Titelverteidigung - ein weiteres Indiz für die Bedeutung Garnetts im Kader des Rekordmeisters.
Platz 6 - Dirk Nowitzki: Kein Europäer prägt die Liga so maßgeblich wie der Würzburger. Seit seinem Durchbruch im Dress der Dallas Mavericks haben die anderen NBA-Clubs ihr Netz von Spielerbeobachtern noch enger gezogen - niemand will den "nächsten Nowitzki" verpassen. Die Kombination aus Körpergröße (2,13 Meter) und Wurfpräzision (über 47 Prozent seiner Versuche finden ihr Ziel) macht den 31-Jährigen zur Herausforderung für jeden Verteidiger. 2007 wurde er als erster Europäer zum wertvollsten Spieler gekürt. An seinem ersten Meisterring schrammte Nowitzki 2006 jedoch knapp vorbei. Gegen die Miami Heat führte Dallas bereits 2:0 nach Siegen, am Ende ging die Serie trotzdem 2:4 verloren.
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Duncan auf Platz 1 geht völlig in Ordnung (wie auch der Rest der Liste) - die meisten US-Kollegen haben Duncan übrigens auch auf der 1, ESPN-Insider John Hollinger z.B. oder dieser Kollege hier: [...] mehr...
Ich denke man kann TD guten Gewissens auf Platz 1 setzen. Von mir aus auch Shaq, aber warum Kobe? Titel gab es für ihn nur mit Shaq und erst wieder danach mit Gasol. Alleine hat er nicht vviel gerissen. In LA wissen sie was Gasol [...] mehr...
Ich bin mit der Liste im grossen und ganzen einverstaden. Auch wenn Dirk wohl nen kleinen Bonus hatte ;-). mehr...
Über viele Dinge lässt sich streiten, aber über eines nicht: Wer die Schlaftablette Tim Duncan in dieser Liste vor Koby und Shaq platziert, hat schlicht keine Ahnung und geht nur rein nach Statistik. Man sollte jedoch auch [...] mehr...
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