Von Erik Eggers, Innsbruck
Es ist nicht lange her, dass Hassan Moustafa noch jeglichen Kontakt mit Clubvertretern kategorisch abgelehnt hat. Der ägyptische Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF) erklärte noch 2007, dass die Clubs in den Statuten des Weltverbandes nicht vorgesehen seien. Vor zwei Jahren beschimpfte der 65-Jährige die großen europäischen Vereine noch öffentlich als "schmierige Geschäftemacher", die nur das Geld, aber nicht die Ideale im Auge hätten.
Insofern kann man das, was derzeit geschieht, als kleine Revolution auffassen. Moustafa hat nämlich nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auch vier Clubvertreter für den 28. Januar zu einer Konferenz nach Wien eingeladen, um am Rande der laufenden EM eines der Kernprobleme des Welthandballs zu diskutieren: Den dicht gedrängten Terminkalender.
Zwei Punkte umfasst die Tagesordnung: "1. Die Harmonisierung der "Stakeholder" (also Derjenigen, die ein Interesse an der Entwicklung des Handballs besitzen) in Kalenderfragen. 2. Die Anhörung der Probleme der Stakeholder." Dass die Konferenz die großen Konflikte löst, die seit Jahren gären, ist unwahrscheinlich. Denn den erklärten Wunsch der Clubs, die Anzahl der Welt- und Europameisterschaften um die Hälfte zu reduzieren und nur noch alle zwei Jahre ein großes Turnier spielen zu lassen, lehnen Moustafa und auch die Europäische Handball-Föderation (EHF) rundweg ab. Dennoch ist es ein kluger taktischer Schachzug des Handball-Patriarchen, dessen Führungsstil stets umstritten war und ist.
THW-Geschäftsführer Derad: "Wir sind positiv überrascht"
Die Liste der Konferenzteilnehmer beschränkt sich auf einen elitären Zirkel. Eingeladen hat IHF-Präsident Moustafa die drei weiteren IHF-Exekutivmitglieder, die Präsidenten der vier Kontinente Asien, Europa, Panamerika und Afrika sowie die Präsidenten der vier nationalen Verbände Frankreich, Spanien, Kroatien und Deutschland sowie die Vertreter der vier europäischen Spitzenteams BM Ciudad Real (Spanien), RK Zagreb (Kroatien), HB Montpellier (Frankreich) und THW Kiel. Andere Interessengruppen, etwa die Spieler, die Ligen, die Vermarkter oder die Medien sitzen jedoch nicht mit am Tisch.
Die Zusammenstellung der anberaumten Konferenz mag fragwürdig sein, die Clubs aber befürworten grundsätzlich das Umdenken des ägyptischen Präsidenten. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, findet Uli Derad, der Geschäftsführer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel. "Wir sind positiv überrascht, dass er jetzt mit den Clubs sprechen will." Auch die Group Club Handball (GCH), welche die 18 führenden europäischen Vereine vereinigt, reagierte positiv auf Moustafas Diskussionsbereitschaft. "Die GCH begrüßt sehr, dass Sie offensichtlich beabsichtigen, die Clubs in den Entscheidungsprozess einzubinden", heißt es in einem Brief der GCH an die IHF.
Es ist ganz offenbar Moustafas Absicht, sich bei der Konferenz den Terminkalender bis zum Jahr 2016 absegnen zu lassen. Das jedoch lehnen die Clubs kategorisch ab. "Es kann jetzt in Wien definitiv noch keine Entscheidung geben. Wir werden die Dinge danach in unseren Gremien besprechen", sagt Derad. Damit meint er die GCH und die Ligen. Auch die Profis sollten an diesem Prozess beteiligt sein, findet Derad. Und der THW-Geschäftsführer will in Wien auch die Chance nutzen, die Forderung der Clubs nach Entschädigungen und Versicherungsprämien für diejenigen Profis, die an den Turnieren der IHF und der Europäischen Handball-Föderation (EHF) teilnehmen, zu unterstreichen. "Auch diese Thema werde ich bei dieser Gelegenheit zur Diskussion stellen", sagte Derad SPIEGEL ONLINE.
Die eigennützige Seite des Entgegenkommens
Warum die IHF plötzlich umdenkt in diesen Fragen, warum sie mit den Clubs kommuniziert, liegt auf der Hand. Die Blamage, die Moustafa Anfang Dezember hinnehmen musste, weil die Vereine ein Spiel der Weltauswahl durch einen Boykott verhinderten, möchte sich Moustafa für die Zukunft ersparen. Noch wichtiger aber scheint eine Zusammenarbeit mit den Clubs vor dem Hintergrund einer seit März 2009 laufenden Klage der GCH bei der EU-Kommission in Brüssel.
Darin fordert die Clubvereinigung die für den Wettbewerb zuständige Kommissarin Neelie Kroes (Niederlande) dazu auf, verbindliche Regeln für das Miteinander von Vereinen und internationalen Verbänden aufzustellen. Die GCH will klären lassen, ob ein Schweizer Verein wie die in Basel ansässige Internationale Handball-Föderation (IHF) die Wettbewerbsfreiheit von Hunderten von Firmen beziehungsweise Handballclubs einschränken dürfe.
Eine Entscheidung der Kommission wird im März erwartet. Bemühungen der EHF, den Clubs durch Statutenänderungen mehr Mitspracherechte einzuräumen und so die Klage überflüssig zu machen, waren im Herbst 2009 gescheitert. Es wird also Zeit für die Dachverbände des Handballs, die Dinge zu regeln.
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Soll ja keiner sagen, ich könne nur nörgeln: Auch wenn ich aus dem Zitat nicht alles so unterstreichen würde, ist das doch mal eine sachliche Analyse mit viel Wahrheit. Dennoch, egal welche zwei Mannschaften im Finale stehen [...] mehr...
Also, wenn sie letztes Jahr, in der Hölle des Löwen, im Hexenkessel von Zagreb, völlig unbeeindruckt davon, die Gastgeber geschlagen haben, in Österreich wird das noch leichter. Vorausgesetzt, es kommt zum Finale. FRA-CRO, wovon [...] mehr...
Diese Franzosen sind ohne Frage eine starke MAnnschaft, aber alles andere als unschlagbar. Sofern ich mich z.B. richtig erinnere spielen die Kernspieler schon seit einigen jahren zusammen. Und Frankreich hat nicht jedes Turnier [...] mehr...
Nicht persönlich nehmen, aber ich kann mich mit der Absolutheit Ihrer Aussagen so überhaupt nicht anfreunden. Omeyer hat schon öfter bewiesen, dass auch er mal einen schlechten Tag haben kann und wenn dann z.B. im Spiel [...] mehr...
Ich würde es euch wünschen...die Realität sieht aber anders aus. Diese Franzosen sind unschlagbar. Sie sind technisch, taktisch, und besonders physisch sehr stark und haben wohl den besten Torwart. Sie können jederzeit eins [...] mehr...
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