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23.01.2010
 

Doping

Ehemalige DDR-Sprinterin lässt Rekorde streichen

Dopingmittel Oral-Turinabol: Breiter Einsatz im Sport der DDRZur Großansicht
AP

Dopingmittel Oral-Turinabol: Breiter Einsatz im Sport der DDR

Späte Einsicht: Nach SPIEGEL-Informationen lässt die ehemalige DDR-Sprinterin Gesine Tettenborn ihre Rekorde streichen, die sie mit Hilfe von Doping erzielt hat. Damit will die frühere Leichtathletin verhindern, dass junge Sportlerinnen zu illegalen Mitteln greifen.

Hamburg - Die ehemalige Weltklassesprinterin Gesine Tettenborn, 47, hat den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) aufgefordert, sie aus den Rekordlisten zu streichen, weil die Zeiten mit der Hilfe von Dopingmitteln erzielt worden seien. "Mir ist bewusst geworden, dass ich für immer dort stehenbleibe, wenn ich nicht aktiv werde", sagte Tettenborn dem SPIEGEL, "irgendwie wäre ich also mitverantwortlich dafür, wenn junge Athletinnen dopen, weil sie motiviert sind, diesen Rekord zu brechen."

Unter ihrem Mädchennamen Gesine Walther hatte die Leichtathletin im Juni 1984 mit der 4x400-Meter-Staffel der DDR einen neuen Weltrekord erzielt. Beim DLV wird diese Zeit noch immer als Deutscher Rekord geführt. "Mir ist klar, dass ich nun für manche ein Nestbeschmutzer bin, der ihnen die Erinnerung kaputt macht. Aber ich musste es tun. Für mich", sagte Tettenborn dem SPIEGEL weiter. Der Verband kam inzwischen ihrer Bitte nach.

Die Sprinterin kritisiert die Haltung vieler Athletinnen und Trainer der ehemaligen DDR, die Doping bis heute abstreiten oder verharmlosen: "Sie leben in der Vergangenheit und zementieren sie damit." Mit Tettenborn in einer Staffel hatten auch die Erfurterin Sabine Busch, die bis heute den Deutschen Rekord über 400 Meter Hürden hält, und die Rostockerin Marita Koch gestanden, die Weltrekordinhaberin über 400 Meter ist.

Tettenborn berichtet, dass sie von ihrem Trainer als 17-Jährige in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1980 in Moskau erstmals anabole Steroide bekommen habe. Sie habe sich stets unwohl bei der Einnahme gefühlt, aber sie habe mit niemandem über die Dopingmittel sprechen können, weil sie sich schriftlich dazu verpflichtet habe. Zudem "wäre mein Trainer total ausgeflippt, wenn ich ihm erzählt hätte, dass ich die Pillen nicht mehr will", sagte sie.

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insgesamt 9 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
21.02.2010 von jeansimmons: naja

Genau! Richtig hat sie es gemacht! Aber mal ehrlich, die Sportler werden trotzdem weiter dopen und ihren Koerper damit zerstoeren. Wenn man sich mal die Schwimmer anschaut! Das ist doch nicht mehr normal! mehr...

21.02.2010 von rarement: Respekt, Achtung und Dank

je älter ein 'Rekord' ist um so höher ist der Anreiz für einen Sportler den zu überbieten. Von daher ist die Entstehungsgeschichte immer noch sehr aktuell. Frau Tettenborn zeigt Mut und Verantwortung mit dieser Veröffentlichung. [...] mehr...

23.01.2010 von seine_unermesslichkeit: ...

Tja, der Druck auf die anderen wächst. Mal sehen, wann die der Reihe nach endlich kippen werden. Ob einer/eine von denen wohl noch ehrlichen Stolz dabei empfindet, seine ergaunerte Medaille heute zu zeigen? Ich glaube es nicht. [...] mehr...

23.01.2010 von Bärthold: Besser spät als nie...

...heißt es doch landläufig. Ich halte den Schritt für eine bemerkenswerte Tat, weil einzigartig (soweit mir bekannt). Ein Erik Zabel hat zwar rumgeheult, aber seine grünen Trikots hat er noch... mehr...

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