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07.03.2010
 

Überfall auf Turnier in Berlin

Pokerspieler soll Räuber mit Tipp versorgt haben

Von Mike Glindmeier, Christian Gödecke und Thomas Heise

Überfall auf Pokerturnier: Wie gewonnen, so zerronnen
Fotos
SPIEGEL TV

Erste Spuren nach dem Überfall auf das Pokerturnier im Berliner Hyatt-Hotel: Nach SPIEGEL-TV-Informationen hat die Polizei DNA-Spuren eines Täters sichergestellt - sie fanden sich auf der Geldtüte, die ein Wachmann einem der maskierten Männern entriss. Zudem gibt es eine erste Theorie vom Tatablauf.

Hamburg - Am Samstag zitterten Hunderte Menschen vor ihnen, jetzt muss einer der Täter selbst zittern. Wie SPIEGEL TV aus Ermittlerkreisen erfuhr, soll die Polizei nach dem Überfall auf das größte europäische Pokerturnier in Berlin DNA-Material von einem der Täter sichergestellt haben. Vier maskierte Männer hatten am frühen Samstagnachmittag mit Maschinenpistolen und Macheten bewaffnet das Pokerevent in dem Berliner Nobelhotel Hyatt gestürmt und zunächst knapp 800.000 Euro - die Teilnahmegebühren der Spieler - erbeutet.

Nach einem Schlagabtausch mit Männern vom Sicherheitsdienst konnte einer der Wachleute dem Täter eine Geldtasche entreißen. Darin sollen sich rund 540.000 Euro befunden haben. Die Täter waren zwar maskiert und schwer bewaffnet, an Handschuhe hatten sie aber offenbar nicht gedacht. Denn an dieser Tüte sollen sich die DNA-Spuren von einem der Täter befinden.

Zudem haben die Ermittler nach Informationen von SPIEGEL ONLINE mittlerweile eine Theorie zum Tathergang. Ein Augenzeuge beschrieb den Moment des Überfalls wie folgt: Nachdem sich die Teilnehmer für das Turnier angemeldet hatten und in den Saal gegangen waren, habe der Sicherheitsdienst die Einnahmen vom Nebentresor zum Haupttresor bringen wollen. Genau in diesem kurzen Moment, in dem das Geld bereits aus dem Nebentresor geholt worden war, sollen die Täter in den Anmeldebereich gestürmt sein. Fünf Minuten früher oder später wäre das Geld laut dem Augenzeuge sicher verschlossen gewesen.

Ermittler vermuten Komplizen unter den Teilnehmern

Die Ermittler gingen daher davon aus, dass die Räuber einen Komplizen unter den Teilnehmern gehabt haben, der das Signal für den Angriff gegeben haben soll. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE wollte sich die Polizei dazu nicht äußern. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes Berlin bestätige lediglich, dass die Ermittler dabei seien "die Spuren von dem Tatort, Hinweise von Zeugen und Videos auszuwerten." Die Täter sollen mit rund 250.000 Euro weiter auf der Flucht sein.

In dem Fünf-Sterne-Hotel, wo sich einige der weltbesten Spieler zur "European Poker Tour" versammelt hatten, war Samstag gegen 14.15 Uhr das Chaos ausgebrochen. Spieler ließen ihre Karten fallen und rannten aufgeregt durcheinander. Viele suchten Schutz unter den Spieltischen oder wollten aus den Räumen im ersten Stock des Hotels flüchten, wie eine Augenzeugin bei SPIEGEL ONLINE bestätigte.

Bei dem Gedränge wurden nach Polizeiangaben sieben Menschen leicht verletzt. Schüsse sollen nicht gefallen sein. Bei dem mehrtägigen Pokerturnier, das am Dienstag mit fast 1000 Teilnehmern gestartet war, geht es um eine Siegprämie von einer Million Euro. Nach einer Unterbrechung wurde das Turnier am Samstagabend fortgesetzt. In der Finalrunde pokern zur Stunde die besten acht Spieler um den Gewinn. Insgesamt gibt es 4,6 Millionen Euro Preisgeld zu verteilen.

Mit Material der dpa

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insgesamt 18 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.03.2010 von NeZ: Oh, Mann.

Das meinen Sie doch nicht ernst? Sonnenbrillen und Caps sind bei Pokerturnieren ein legitimes Mittel, seinen Blick und eventuelle Gesichtsregungen zu verschleiern. Gerne werden auch mp3-Player benutzt, um durch die [...] mehr...

08.03.2010 von PeteLustig: Zweit-Theorie

Wenn man die Boulevard-Presse liest und daraus zur Kenntnis nimmt, dass der Veranstalter bewaffnete Security ablehnte sowie die Tat genau in dem Moment durchgeführt wurde, als ein Teil des Security-Teams zum Essen ging, reift [...] mehr...

07.03.2010 von suum.cuique: Begriffsbestimmung

Natuerlich sind Schrot (nicht Schrott)-Flinten etc. Handfeuerwaffen, ebenfalls Maschinenpistolen, etc. Als Fausfeuerwaffen bezeichnet man Pistolen und Revolver. Oh Mann.... mehr...

07.03.2010 von n01: Ich war`s...nicht!

Schluck :-( woher wissen sie, das ich Geld brauche. Aber ich wars trotzdem nicht. Ich habe weder Handfeuerwaffen, noch Langfeuerwaffen, weder Laffeten oder Macheten. n01 :-) mehr...

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