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08.03.2010
 

NBA-Kolumne

Phänomene und Gurkentruppen

NBA-Superstar James: Die meisten Punkte pro SpielZur Großansicht
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NBA-Superstar James: Die meisten Punkte pro Spiel

Die reguläre NBA-Saison neigt sich dem Ende entgegen, der Kampf um die Playoff-Plätze ist in vollem Gange. Gerhard Spörl nennt die Teams, die diese Spielzeit schon jetzt abhaken können, und wagt eine Prognose: Am Ende könnte es die Stunde der Cleveland Cavaliers werden.

Alle Mannschaften haben jetzt rund drei Viertel der regulären Saison hinter sich gebracht, die Meisterschaft tritt allmählich in ihre entscheidende Phase. Zeit, dass wir uns darauf einstimmen, was da auf uns zukommt.

Fangen wir mit dem Abhaken an: Die New York Knicks haben sich mehrmals gehäutet, sie unterlagen kurzfristig der Illusion, die Playoffs seien erreichbar. Sind sie aber nicht, und Tracy McGrady reißt gar nichts. Die Nets aus New Jersey sind ein Ausbund an Kläglichkeit. Wenn sie, ungefähr jedes 200. Spiel, einmal gewinnen, dann wundert sich ganz Amerika und Europa dazu. Wow! Geht doch!

Die Wizards in Washington haben ihre ganze Mannschaft verkauft und viele Neue dafür eingetauscht, was kurzfristig zum einen oder anderen Erfolg führte, wider Erwarten. Ansonsten: Sie mögen in Frieden ruhen, bis zur Wiederauferstehung in hundert Jahren. Die 76ers in Philadelphia, die Clippers in Los Angeles und die Golden State Warriors in Oakland sind die Gurkentruppen, die sie schon lange sind und weiter bleiben werden.

Erstaunlich unbeständig spielen die Celtics in Boston. Vielleicht sind die Herren Garnett/Pierce/Allen ein wenig müde. Der dritte Platz im Osten, weit hinter Cleveland und auch noch hinter Orlando, ist fast schon ein Alarmzeichen. Die Cavaliers um LeBron James sind sehr stabil. Shaquille O'Neal half bislang, soweit die mürben Knochen ihn trugen, fällt wegen einer Operation aber zunächst aus.

"He delivers"

Aber die Cavs haben ja auch noch Antawn Jamison, Mr. Konstant, aus Washington gewonnen. Man will es eigentlich noch nicht glauben, es sollte noch zu früh sein, aber es könnte am Ende doch die Stunde der Cavs werden. LeBron James ist in jedem Fall zu dem Phänomen geworden, für das die Welt des Basketballs ihn von Anfang an gehalten hat. "He delivers", sagen die Amerikaner über Menschen, die halten, was sie versprechen.

Zur Abwechslung habe ich mir die Statistik angeschaut. Im Schnitt erzielt LeBron James 30 Punkte pro Spiel und liegt damit vorn. Ihm folgt mit 29,7 Punkten Kevin Durant, der nun auch die Erwartungen einlöst, die er geweckt hat. Die Thunder aus Oklahoma stehen dank seiner enormen Stärke und Vielseitigkeit mit 38 Siegen und 24 Niederlagen im Westen an sechster Stelle. Hätte ich nie gedacht!

Carmelo Anthony (28,7 Punkte pro Spiel), Kobe Bryant (27,7) und Dwyane Wade (26,4) nehmen die nächsten Plätze ein, und dann kommt schon Dirk Nowitzki mit 25,3. Er spielt eine gute Saison, Dallas liegt mit 43 Siegen und 21 Niederlagen an zweiter Stelle im Westen. Allerdings ist die Western Conference bärenstark wie immer, und Denver (42 Siege, 21 Niederlagen), Utah (40/22), Phoenix (40/25) liegen auf der Lauer.

Prima Serie der Mavericks

Dallas hat die letzten elf Spiele gewonnen, eine prima Serie. Dazu tragen Caron Butler und Brendan Haywood bei, die gemeinsam mit DeShawn Stevenson von den Washington Wizards erlöst wurden. Auch der alternde Jason Kidd, er wird am 23. März 37 Jahre alt, müht sich zur Abwechslung und brachte das eine oder andere Double-Double zustande, entweder mit Rebounds und Assists oder mit Punkten und Rebounds. Ich traue ihm nicht, ich gebe es zu. Er ist alt und satt und hat nur noch wenige Jahre vor sich.

Dass Marc Cuban, der Besitzer der Mavericks, Kidd unbedingt haben wollte, verstehe ich bis ans Ende meiner und seiner Tage nicht mehr, aber was soll's. Mir tut es ja nur um Dirk Nowitzki leid. Er hängt sich gewaltig rein, wieder. Er ist in der Blüte seiner Jahre, ein reifer, großartiger Spieler, aber niemand glaubt daran, dass die Mavericks über das Halbfinale in der Western Conference hinauskommen werden. Oder ist dort draußen jemand, der das anders sieht?

Eine kleine Erfolgsgeschichte sei am Rande erwähnt: Die Bobcats aus Charlotte haben 30 Siege bei 31 Niederlagen, und damit sind sie im weniger ausgeglichenen Osten nah dran an einem Platz für die Playoffs. Es gibt diese Mannschaft ja erst seit ein paar Jahren, und in dieser Saison scheint sich da etwas gefunden zu haben, was Anlass zur Hoffnung gibt. Darüber dürfte sich am meisten Michael Jordan freuen, der jüngst die Mehrheitsanteile an dem Club übernahm. Vielleicht besitzt er doch ein goldenes Händchen für Spieler und Mannschaften. Diese Fähigkeit war ihm nach dem Intermezzo in Washington abgesprochen worden. Und das würde uns unverbrüchliche Bewunderer der jordanschen Ballkunst dann auch wieder freuen.

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10.03.2010 von ZeBub: Weiterbildung

Kleine Hilfe für den Autor, wie Leute Jason Kidds Leistung momentan einschätzen: http://www.nba.com/2010/news/features/steve_aschburner/03/10/kidd/?ls=iref:nbahpt1 mehr...

10.03.2010 von Herbinho: ...

Es gibt ja die "Gastberichte" der FIVE, die sind zumeist sehr in Ordnung. Dass Nash 2006 noch in Dallas gespielt hat, war mir auch neu. Zuletzt noch ein Tipp an Herrn Spörl: Legen Sie sich den NBA League Pass zu [...] mehr...

10.03.2010 von Foul Breitner: Kein Pau

Pau spielt ja auch nicht auf einer Guard Position, sonder Pau Gasol ist PF und Rebounder ohne großartige Spielmacherrolle, die er nur hier und da mal übernimmt wnn Kobe Bryant nicht spielt. mehr...

10.03.2010 von Foul Breitner: keiner Alternative

Jason Kidd hat über 100 ! triple doubles und ist an # 2 in assists hinter John Stockton. Was Devin Harris angeht, ist der bei den Nets und er war nie ein Spielmacher und auch kein besonderer shooting guard, jedenfalls nicht [...] mehr...

10.03.2010 von Floppy: Titel:

Ich frage mich ehrlich wie ignorant man sein muss um ihn als satt zu bezeichnen besonders nach seiner 19/16/17 Vorstellung in der er bis gegen Ende 3. Viertel 1/7 oder so war und dann im 4. + OT 11 Punkte 12 Rebounds und 8 Assists [...] mehr...

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Zum Autor

Gerhard Spörl, Jahrgang 1950, entdeckte seine Liebe zum Basketball in Washington, als er 2001 seinen Job als SPIEGEL-Korrespondent antrat. Michael Jordan, der Größte aller Großen, feierte gerade sein Comeback, die Wizards träumten von ebenso großen Zielen - und der Journalist aus Deutschland träumte mit. Mittlerweile ist Spörl nach Hamburg zurückgekehrt, doch auch als leitender Redakteur des SPIEGEL lässt ihn der Basketball nicht los.

Basketball-Glossar

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Zu einem Basketballteam gehören fünf Akteure. Auf der Eins spielt der Point Guard (Aufbau). Die Zwei hat der Shooting Guard inne, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Punkte zu erzielen. Die Drei ist der Small Forward, eine wendige Flügelkraft mit einem guten Wurf. Spieler, die auf der Zwei oder Drei eingesetzt werden können, heißen "Swingmen". Die Vier ist der Power Forward, ein kräftiger Spieler, der durch seine Größe auch für Rebounds prädestiniert ist. Auf der Fünf spielt der Center, der zumeist in Korbnähe agiert. Die Positionen Eins und Zwei bilden den Backcourt, Drei bis Fünf sind der Frontcourt.




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