Hamburg - Der THW Kiel hat zum zweiten Mal die Handball-Champions-League gewonnen. Der deutsche Rekordmeister setzte sich am Sonntagabend im Endspiel des erstmals ausgetragenen Final-Four-Turniers in Köln nach einer furiosen Aufholjagd gegen den spanischen Spitzenclub FC Barcelona 36:34 (17:20) durch und sicherte sich nach 2007 wieder die wichtigste Trophäe im europäischen Club-Handball.
"Wir haben verdient gewonnen", sagte THW-Trainer Alfred Gislason, der nach 2002 mit dem SC Magdeburg zum zweiten Mal die Champions League gewann. "Wir haben einen unglaublichen Charakter gezeigt, sahen in der 45. Minute wie der Verlierer aus, haben uns wieder reingekämpft und verdient gewonnen", so das Fazit des THW-Coaches.
Für Kiel war es die vierte Champions-League-Finalteilnahme in Folge. In den beiden vergangenen Jahren war der THW jeweils am spanischen Spitzenteam BM Ciudad Real gescheitert, das der Club am Samstag im Halbfinale 29:27 ausgeschaltet hatte. Im Spiel um Platz drei setzten sich die Spanier gegen Medwedi Moskau 36:28 (19:15) durch.
Vor der Europa-Rekordkulisse von 19.374 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena lagen die Spanier schnell in Führung. Mit mehreren Paraden verhinderte Kiels Torwart Thierry Omeyer einen größeren Rückstand als das 11:16 in der 23. Minute. Zudem hielt der tschechische Rückraumschütze Filip Jicha, der vor der Pause acht Tore erzielte, den THW im Spiel.
Barcelona schon mit sechs Toren in Führung
Bis zur Halbzeit kam Kiel bis auf drei Treffer heran (17:20), musste jedoch nach dem Seitenwechsel Barcelona, bei dem Juanin Garcia mit 13 Treffern bester Torschütze war, wieder ziehen lassen. In der Offensive unterliefen den Kielern immer wieder leichte Fehler, beim Stand von 19:25 (42.) steuerten die Spanier auf ihren siebten Champions-League-Triumph zu. Doch nach drei schnellen Toren in Folge zum 22:25 war Kiel wieder dran - und spielte sich fortan förmlich in einen Rausch.
Nach dem 29:29 durch Christian Zeitz (52.) erzielte der Schwede Henrik Lundström die 30:29-Führung für den THW (53.). Angeführt vom überragenden Jicha, mit elf Toren neben Omeyer Matchwinner auf Kieler Seite, brachten die "Zebras" ihren Vorsprung über die Zeit. Der Rest war eine Party in schwarz und weiß.
"Ich habe keine Worte. Ich kann nicht verstehen, dass wir das Spiel noch gedreht haben", sagte ein überwältigter THW-Linksaußen Dominik Klein. Zeit zum Feiern bleibt ihm und seinen Kollegen allerdings kaum. Schon am Mittwoch will der Club beim HBW Balingen-Weilstätten den vorletzten Schritt in Richtung sechster deutscher Meisterschaft in Folge machen. In der Tabelle hat der THW einen Minuspunkt weniger als der HSV Hamburg und kann mit zwei Siegen in den beiden abschließenden Saisonspielen die Meisterschaft aus eigener Kraft perfekt machen.
Mit dem Triumph in der Champions League machte Kiel das deutsche Triple im Europapokal perfekt. Zuvor hatte der TBV Lemgo im EHF-Cup gesiegt, am Donnerstag holte sich der VfL Gummersbach den Europapokal der Pokalsieger.
ham/sid/dpa
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Also ich war in der Halle und es war einfach Klasse. Geile Stimmung und - zumindest aus meiner Sicht - das perfekte Ergebnis. Allerdings muß man dem Barca Trainer Recht geben. Es war ein Heimspiel für Kiel und die EHF sollte [...] mehr...
...an unsere Handballberserker. So kommt man zurück! Klasse! mehr...
Unbedingt - da gibts nix zu nörgeln. Wer so nervenstark ist, auch bei sechs Toren Rückstand nicht aufzugeben, ist die beste Mannschaft Europs. Und das ein Jahr nach dem Weggang so vieler Leistungsträger. Hat vor Monaten niemand [...] mehr...
Eine grandiose, schier unfassbare Leistung. Wer es schafft die beiden weltbesten Vereinsteams innerhalb von 24 Stunden zu schlagen hat den Titel völlig zu Recht gewonnen. Respekt! Verglichen mit dem langweiligen Gekicke im [...] mehr...
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