Hamburg - Sieg um jeden Preis? Während Andy Schleck die Kette absprang, attackierte Alberto Contador, eroberte das Gelbe Trikot - und zog sich den Zorn der Fans zu. Nun hat sich der Spanier entschuldigt. "In der Phase des Rennens denkt man nur daran, schnell zu fahren. Ich bin nicht glücklich über die Umstände, weil für mich Fair Play sehr wichtig ist", sagte Contador.
Was am Montag passierte, sei nicht sein Stil. "Ich hoffe, dass mein Verhältnis zu Andy so gut bleibt wie bisher", sagte der 27-Jährige. "Als ich attackierte, hatte Andy ein mechanisches Problem. Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Es tut mir leid", sagte der Träger des Gelben Trikots in einem Video auf YouTube.
Der amtierende Tour-Sieger machte auf der 15. Etappe nach Bagneres-de-Luchon 39 Sekunden auf Schleck gut und eroberte das Gelbe Trikot. Hinterher hatte der Astana-Kapitän gesagt, er habe von den technischen Problemen seines Kontrahenten nichts gewusst - doch die Bilder der Etappe ließen einen anderen Schluss zu.
Schleck hatte seinen Rivalen harsch kritisiert. Für seine Attacke werde er keinen Fair-Play-Preis erhalten, sagte der 25-Jährige und kündigte eine Revanche in den nächsten Tagen an.
Contador erinnerte allerdings auch an die Geschehnisse zu Beginn der Tour, als er auf der zweiten Etappe nach Spa mit dem Feld gewartet habe, nachdem die beiden Schleck-Brüder Andy und Frank gestürzt waren. "Dafür haben mich einige Leute kritisiert. Vor allem, nachdem einen Tag später auf der Kopfsteinpflaster-Etappe das Feld nach einem Sturz gesplittet worden war und Andy Zeit auf mich gewonnen hatte", sagte der 27-Jährige. Schleck sicherte sich bei der dritten Etappe einen Vorsprung von einer Minute und 13 Sekunden auf den Spanier.
mib/sid
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