Hamburg - Julia Görges hat erstmals in ihrer Karriere ein WTA-Turnier gewonnen und damit für den ersten deutschen Damen-Triumph seit einem Jahr gesorgt. Die 21-Jährige siegte am Sonntag im österreichischen Bad Gastein 6:1, 6:4 gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky. Nach nur 1:18 Stunden entschied die Weltranglisten-65. das Spiel für sich, nachdem sie erst am Vormittag ihr Halbfinale gewonnen hatte.
In der Vorschlussrunde hatte Görges ebenfalls 6:1, 6:4 gegen Alizé Cornet aus Frankreich gesiegt. Die Halbfinal-Partie war am Samstag wegen Regens verschoben worden. Cornet hatte zuvor Titelverteidigerin Andrea Petkovic ausgeschaltet, die schon im Vorjahr für einen deutschen Erfolg bei dem mit 220.000 Dollar dotierten Sandplatzturnier gesorgt hatte.
"Es war wunderbar, ich hatte mir fest vorgenommen mein erstes Finale zu genießen", sagte Görges nach dem Triumph: "Jetzt kann ich es selbst kaum glauben, hier gewonnen zu haben. Für diesen Moment haben wir jahrelang gekämpft."
Görges sah den verregneten Samstag im Nachhinein sogar als positiv an. "Vor zwei Tagen war ich noch sehr müde, die Pause hat mir sehr gutgetan", sagte die 65. der Weltrangliste, die vor einer Woche in Palermo noch ihre erste Endspiel-Teilnahme verpasst hatte.
Golubew schafft Überraschung gegen Melzer, Petzschner verletzt
Der Kasache Andrej Golubjew hat überraschend die German Open in Hamburg gewonnen. Der 23-Jährige setzte sich im Endspiel vor 7500 Zuschauern 6:3, 7:5 gegen den favorisierten Österreicher Jürgen Melzer durch. Damit gelang Golubjew sein erster Titelgewinn. Er ist gleichzeitig der ersten Kasache überhaupt, der ein Turnier auf der ATP-Tour gewinnen konnte.
Golubjew erhielt ein Preisgeld von 228.000 Euro und wird sich in der Weltrangliste von Platz 82 auf einen Rang unter den Top 40 verbessern. Der Weltranglisten-15. Melzer verpasste den dritten Turniersieg seiner Karriere. Er unterlag bereits zum siebten Mal in einem Endspiel.
Melzer war am Samstag durch einen 6:4, 6:2-Erfolg gegen den Italiener Andreas Seppi in das Endspiel eingezogen. Golubjew hatte sich im Halbfinale 7:6 (8:6), 6:4 gegen Florian Mayer durchgesetzt - und damit den Traum der Fans und von Turnierdirektor Michael Stich auf den ersten deutschen Finalisten seit 1993 zerstört.
Bereits in der zweiten Runde am Rothenbaum ausgeschieden war Philipp Petzschner. Dem Weltranglisten-37. droht eine längere Pause. Petzschner leidet unter einer Kapselverletzung im rechten Zeigefinger. Bereits am Samstag im Training vor dem Bundesligaduell seines Vereins TK Kurhaus Lambertz Aachen gegen Rochusclub Düsseldorf hatte sich der Wimbledon-Sieger im Doppel die Verletzung an der Schlaghand zugezogen.
ulz/sid/dpa
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