Hamburg - Mark Cavendish sicherte sich im Schlusssprint nach 102,5 Kilometern von Longjumeau nach Paris auf den Champs-Élysées seinen fünften Etappenerfolg bei der diesjährigen Tour de France. Er ließ Alessandro Petacchi und Julian Dean aus Neuseeland hinter sich.
Es war Cavendishs insgesamt 15. Etappensieg. Damit zog er mit dem besten Sprinter der Tour-Geschichte gleich. Der Brite liegt durch den Erfolg auf den Champs-Élysées mit dem Belgier Freddy Maertens auf Platz zwölf der ewigen Rangliste. Die Bestenliste führt der Belgier Eddy Merckx mit 34 Siegen an. Sollte Cavendish allerdings seinen Schnitt der letzten Jahre beibehalten, könnte er dem fünfmaligen Toursieger noch gefährlich werden. Der Columbia-Profi holte 2008 vier Etappensiege, 2009 waren es sechs, 2010 kamen nun weitere fünf hinzu.
Für das Grüne Trikot reichte es dennoch nicht - dieses ging an Alessandro Petacchi. Der Italiener hatte die beiden ersten Sprintankünfte in diesem Jahr für sich entschieden. Die Siege waren der Grundstein dafür, dass der Lampre-Sprinter als erster Italiener seit 1968 (Franco Bitossi) das Grüne Trikot gewann.
Doping-Ermittlungen gegen Petacchi
Allerdings steht hinter Petacchis Erfolg ein Fragezeichen. Kurz vor Ende der Tour war bekannt geworden, dass gegen Petacchi in seiner Heimat wegen Dopings ermittelt wird. Für den 28. Juli wurde Petacchi von der Staatsanwaltschaft Padua vorgeladen. Er sei zur Kooperation bereit, ließ Petacchi mitteilen. Bereits 2008 war der 36-Jährige wegen Dopings mit dem Asthmamittel Salbutamol gesperrt worden. Im Frühjahr durchsuchte die Polizei sein Haus in La Spezia, fanden auf der Suche nach verbotenen Substanzen aber nichts.
Die Entscheidung um das Grüne Trikot war die einzige offene Frage auf der letzten Etappe gewesen. Alberto Contador stand als Gesamtsieger, Andy Schleck als bester Nachwuchsfahrer und Anthony Charteau als bester Bergfahrer bereits vorher fest. Den Sieg in der Teamwertung holte das Armstrong-Team RadioShack.
"Es war eine sehr schwere Tour. Es war psychologisch sehr schwierig und ich habe sehr gelitten", sagte Contador bei der Siegerehrung am Triumphbogen. "Es ist ein ganz besonderer und sehr emotionaler Sieg für mich."
Contador liegt im Abschlussklassement 39 Sekunden vor Schleck und 2:01 Minuten vor dem drittplatzierten Russen Denis Mentschow. "Andy wird in den nächsten Jahren mein härtester Rivale sein. Das wird ein spannendes Duell", sagte Contador.
Armstrong-Trikots sorgen für Eklat
Für einen Eklat hatte zu Beginn der Etappe das Team RadioShack um Lance Armstrong gesorgt. Der Tour-Rekordsieger und seine Teamkollegen waren zum neutralen Start in Longjumeau in Sondertrikots von Armstrongs Krebsstiftung Livestrong erschienen. Laut Reglement dürfen die Fahrer nur das offiziell angemeldete Trikot ihres Teams tragen, ein Wechsel innerhalb eines Rennens ist verboten.
Erst als die Jury mit einer Disqualifikation drohte, hatten die Fahrer ein Einsehen und wechselten die Trikots. Die Fahrer, zu denen auch Andreas Klöden zählte, hielten an und wechselten zum Ärger der Tour-Organisatoren in aller Ruhe ihre Startnummern. Erst Minuten nach dem scharfen Start nahm Armstrong ebenfalls das Rennen auf.
ulz/sid/dpa
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