Hamburg - Melanie Seeger ist als Vierte im 20-Kilometer-Gehen die bisher beste deutsche Platzierung in ihrer Disziplin bei einer internationalen Freiluftmeisterschaft gelungen. Am zweiten Tag der Leichtathletik-EM in Barcelona fehlten ihr nur elf Sekunden auf den Bronze-Rang. Die 33-Jährige konnte bei Temperaturen von über 30 Grad das Tempo der russischen Konkurrenz nicht mitgehen. Gold gewann in 1:27:44 Stunden Olympiasiegerin Olga Kaniskina vor Anisja Kirdjapkina (1:28:55) und Wera Sokolowa (1:29:32).
"Das hätte ich mir niemals träumen lassen: 21 Jahre Hochleistungssport - und jetzt habe ich endlich das Rennen meines Lebens", sagte Seeger, die keineswegs enttäuscht war über die knapp verpasste Medaille: "Ich ärgere mich überhaupt nicht. Vierte hinter drei übermächtigen Russinnen zu werden, das ist für mich fast wie eine Medaille."
Geschlossen im Finale steht das deutsche Stabhochsprung-Trio der Frauen. Carolin Hingst und Silke Spiegelburg gelang mit 4,40 Metern der Einzug in den Endkampf der zwölf Besten. "Mit einem Sprung gleich ins Finale, das ist glaube ich Rekord für mich. Ich bin heilfroh, dass ich einige Kräfte für Freitag schonen konnte", sagte Spiegelburg. Lisa Ryzih reichten 4,35 Meter zum Weiterkommen. Überraschend nicht am Start war Polens Weltmeisterin Anna Rogwoska. Aus dem Kreis der Mitfavoritinnen steht auch Russlands Ex-Weltmeisterin Swetlana Feofanowa im Finale, das am Freitag ausgetragen wird.
Heidler im Endkampf, Klaas ausgeschieden
Ebenfalls nur einen Versuch benötigte Hammerwurf-Vize-Weltmeisterin Betty Heidler, um ins Finale einzuziehen. Mit 71,85 Metern übertraf sie die geforderten 69 Meter klar. "Ich bin sehr gut drauf. Wenn ich das umsetzen kann, dann stehe ich irgendwo auf dem Treppchen", sagte die Dritte der Jahresbestenliste (75,82). Dagegen scheiterte überraschend ihre Frankfurter Clubkameradin Kathrin Klaas. Die WM-Vierte hatte mit 65,82 Metern in Gruppe A der Qualifikation nur Platz acht belegt. Schon im ersten Durchgang von Gruppe B hatten sie fünf andere übertroffen, so dass Klaas das Finale der besten zwölf verpasste.
Im 100-Meter-Halbfinale stehen die Sprinterinnen Verena Sailer und Anne Möllinger. Die deutsche Meisterin Sailer lief mit 11,27 Sekunden die beste Zeit der ersten Runde. "Mal gucken, was noch geht. Mit Rückenwind ist sicher noch eine schnellere Zeit drin", sagte die 24-Jährige. Möllinger und Yasmin Kwadwo wurden in ihren Vorläufen jeweils Vierte. Doch während Möllinger mit 11,51 Sekunden über die Zeitwertung ins Halbfinale kam, war der Wettbewerb für Kwadwo nach einer Zeit von 11,68 Sekunden beendet. "Ich ärgere mich ein bisschen. Denn ich hatte im einzigen Lauf Gegenwind", sagte die 19-Jährige Kwadwo. Die Halbfinals und der Endlauf über 100 Meter der Frauen finden am Donnerstagabend statt.
fsc/sid/dpa
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