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31.07.2010
 

Leichtathletik-EM

Harting erreicht Diskus-Finale, Balciunaite siegt im Marathon

Litauerin Balciunaite: Europameisterin im MarathonZur Großansicht
REUTERS

Litauerin Balciunaite: Europameisterin im Marathon

Diskuswerfer Robert Harting ist bei der Leichtathletik-EM in Barcelona ins Finale eingezogen. Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Männer glänzte mit der schnellsten Vorlaufzeit. Die Frauenstaffel mit Europameisterin Verena Sailer patzte. Eine Litauerin setzte sich im Marathon durch.

Hamburg - Mit seinem zweiten Wurf in der Qualifikation hat Robert Harting das Diskus-Finale der Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona erreicht. Nach 63,17 Meter im ersten Versuch schleuderte der 25-Jährige den Diskus im zweiten Durchgang auf 66,93 Meter - und steht damit im Endkampf der besten Zwölf. Gefordert waren 63,50 Meter.

Harting warf weiter als Estlands Olympiasieger Gerd Kanter, der in seinem ersten Versuch 65,43 Meter geschafft hatte. "Ich bin in der Kürze der Zeit heute morgen noch nicht richtig warm geworden, deshalb lief es anfangs noch ein wenig ruppig", sagte Goldhoffnung Harting, der die beste Vorkampf-Weite erzielte. "Beim ersten Versuch habe ich wahrscheinlich ein bisschen zu viel Kraft gespart. Da hat dann das Timing nicht gestimmt. Mit dem zweiten Wurf bin ich zufrieden. Damit kann ich beruhigt ins Finale gehen."

Martin Wierig überstand die Qualifikation als Neunter mit 62,57 Metern. Dagegen scheiterte Markus Münch als 24. mit 58,81 Metern. Das Diskuswurf-Finale der Männer steht am Sonntag (19.45 Uhr) auf dem Programm. Titelverteidiger ist Virgilijus Alekna aus Litauen.


Zivile Balciunaite ist die erste Marathon-Europameisterin aus Litauen. Die 31-Jährige gewann über die 42,195 Kilometer auf den Straßen Barcelonas in 2:31:14 Stunden. Silber sicherte sich die Russin Nailija Julamanowa in 2:32:15 Stunden vor der Italienerin Anna Incerti (2:32:48). Deutsche Marathon-Frauen waren bei den 20. kontinentalen Titelkämpfen nicht am Start.

Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Männer steht im Finale. Tobias Unger, Marius Broening, Alexander Kosenkow und Martin Keller liefen dabei in 38,75 Sekunden die schnellste Vorlaufzeit. Die deutsche Staffel musste kurzfristig eine Umbesetzung vornehmen, nachdem sich 200-Meter-Spezialist Sebastian Ernst beim Aufwärmen eine leichte Oberschenkelzerrung zugezogen hatte. Für ihn kam Keller ins Team.

Frankreich, das sich in 38,50 Sekunden mit Deutschland die europäische Jahresbestzeit teilt, erreichte als Sieger des zweiten Vorlaufs in 39,12 Sekunden das Finale. Die Franzosen schonten dabei 100- und 200-Meter-Europameister Christoph Lemaitre. Auf der Strecke blieb überraschend Mitfavorit Großbritannien, das nach einem Wechselfehler als Fünfter im Rennen der Franzosen ausschied. Disqualifiziert wurde im deutschen Lauf auch Medaillenkandidat Italien.

Möllinger und Sailer verlieren den Staffelstab

Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Frauen scheiterte überraschend im Vorlauf. Beim letzten Wechsel von Anne Möllinger auf Europameisterin Verena Sailer verloren die beiden den Staffelstab. "Die Enttäuschung ist echt hart. Das Rennen lief super, nur zum Schluss hat es nicht geklappt", sagte Sailer. Die WM-Dritten von 2009 wurden disqualifiziert. Nach einem guten Start von Yasmin Kwadwo und Marion Wagner hatte das deutsche Quartett klar auf Finalkurs gelegen. Doch beim letzten Wechsel passte das Timing nicht. Möllinger lief ein wenig zu dicht auf Sailer auf, die 100-Meter-Siegerin griff ans Handgelenk ihrer Teamkollegin statt an den Staffelstab - Möllinger und der Stab fielen zu Boden.

Im Finale am Sonntagabend (19.50 Uhr) sind nun die Staffeln aus Russland, Frankreich und Weißrussland favorisiert. Die Russinnen liefen in 43,23 Sekunden die schnellste Vorlauf-Zeit. Slowenien mit Schlussläuferin Merlene Ottey schied in 44,30 Sekunden aus. Mit 50 Jahren ist die gebürtige Jamaikanerin die älteste EM-Teilnehmerin aller Zeiten. Die zweimalige 200-Meter-Weltmeisterin hat in ihrer Karriere 29 Medaillen bei fünf Olympischen Spielen (9), sechs Weltmeisterschaften (14) und vier Hallen-Weltmeisterschaften (6) gewonnen. In 11,74 Sekunden hatte Ottey in diesem Jahr einen Weltrekord für über 50-Jährige erzielt.

Die beiden deutschen 4x400-Meter-Staffeln haben ihren Endlauf erreicht. Die deutschen Männer wurden in der Besetzung Kamghe Gaba, Bastian Swillims, Jonas Plass und Thomas Schneider in 3:03,83 Minuten Zweite ihres Vorlaufs hinter Belgien. Das deutsche Frauen-Team mit Janin Lindenberg, Esther Cremer, Jill Richards und Claudia Hoffmann belegte in einer Zeit von 3:28,67 Minuten den zweiten Platz hinter Italien. Beide Finals finden am Sonntagabend zum Abschluss der Europameisterschaften statt.

Siebenkämpferin Oeser auf Medaillenkurs

Die WM-Zweite Jennifer Oeser steht im Siebenkampf vor dem Gewinn einer Medaille. Nach fünf Disziplinen verteidigte die 26-Jährige mit 4907 Punkten ihren dritten Platz. Mit einer persönlichen Bestleistung im Weitsprung von 6,68 Metern baute sie den Vorsprung auf die viertplatzierte Russin Tatjana Tschernowa (4762 Punkte) aus. Weltmeisterin Jessica Ennis aus Großbritannien blieb mit 5065 Punkten vor Olympiasiegerin Natalija Dobrynska (Ukraine/4997) in Führung. Maren Schwerdtner verbesserte sich mit 4600 Punkten auf Rang sechs, Claudia Rath machte vier Plätze gut und ist mit 4567 Zählern nun Achte.

wit/sid/dpa

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