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31.08.2010
 

Radsport

Tour-Legende Laurent Fignon ist tot

Fotostrecke: Mit Nickelbrille auf dem Rad
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AFP

Der zweimalige Tour-de-France-Sieger Laurent Fignon ist im Alter von 50 Jahren gestorben. 1983 und 1984 gewann der Franzose die prestigeträchtige Rundfahrt. Radsportgeschichte schrieb das packende Duell mit seinem amerikanischen Rivalen Greg LeMond.

Hamburg - Der zweifache Tour-Sieger Laurent Fignon ist seinem Krebsleiden erlegen. Das bestätigte das Pariser Krankenhaus Pitie-Salpetriere. "Seine Frau Valerie Fignon ist traurig, den Tod von Laurent Fignon bekanntgeben zu müssen. Die Beerdigung wird im privaten Kreis erfolgen", hieß es in einer Pressemitteilung. Der Franzose hatte die Tour 1983 und 1984 gewonnen. In diesem Jahr war er als Experte des französischen Fernsehens bei der Frankreich-Rundfahrt dabei gewesen. "Ich will nicht mit 50 sterben. Ich weiß nur, dass sich mein Krebs nicht ausbreitet. Ich werde weiter kämpfen", hatte Fignon damals noch gesagt. Seit Juni 2009 war bekannt, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs litt.

Zunächst führte Fignon die Krankheit auf den Gebrauch von Dopingmitteln zurück, ihm war in seiner Karriere zweimal die Einnahme von Amphetaminen nachgewiesen worden. Doch die Ärzte wollten diesen Verdacht nie bestätigen. Bei der diesjährigen Tour klang Fignons Stimme brüchig, da der Tumor auf den Nerv seines linken Stimmbandes drückte. "Das Volk kann sicher sein, sprechen tut mir nicht weh", sagte Fignon. Im April hatte er einen Spezialisten in New York besucht, der auch Lance Armstrong behandelt hatte. "Ich habe meine Ärzte angewiesen, mir nicht mitzuteilen, wie hoch meine Überlebenschancen sind. Ich kämpfe weiter", hatte Fignon vor dem Tour-Start gesagt.

Während seiner aktiven Laufbahn errang Fignon 76 Siege. Mit gerade einmal 22 Jahren siegte er 1983 völlig überraschend bei der Tour de France, um den Erfolg ein Jahr später zu wiederholen. Neben seinen Tour-Erfolgen gewann der Blondschopf mit der markanten Nickelbrille unter anderem den Giro d'Italia, zweimal Mailand-San Remo sowie den Fleche Wallonne.

"Das ist ein Schock, gerade weil es einen aus meiner Generation getroffen hat. Ich bin mit Fignon öfter Rennen zusammen gefahren, 1987 als ich bei der Vuelta Zweiter wurde, war er Dritter. Er war sehr ehrgeizig, im Umgang aber unkompliziert - ein netter Kerl", erinnerte sich der frühere Profi Reimund Dietzen an seinen ehemaligen Kontrahenten. "Allez Laurent", hatte Lance Armstrong am Montagabend getwittert, als er vom letzten Aufbäumen des Franzosen gegen die Krankheit erfahren hatte. Mit Armstrong war Fignon seit dessen Krebs-Diagnose 1996 befreundet. "Ich habe gerade von seinem Tod erfahren. Er war ein guter Freund und eine Radsport-Legende. Du wirst uns fehlen, Laurent", teilte der siebenmalige Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong am Dienstag ebenfalls via Twitter mit.

Im Jahr 1989 war Fignon Hauptdarsteller des wohl spektakulärsten Tour-Finales der Geschichte. Nach 3285 Kilometern trennten ihn nur acht Sekunden von US-Amerikaner Greg LeMond und dem dritten Tour-Sieg. In seinem Buch "Wir waren jung und unbekümmert" schildert Fignon die Sekunden nach der Zieldurchfahrt in Paris: "'Was ist?', fragte ich die wenigen Umstehenden. Betretenes Schweigen. Ich ließ nicht locker. Immer noch keine Antwort. Keiner wagte es, mir die Wahrheit unverblümt ins Gesicht zu sagen. Jene Wahrheit, die jeder außer mir kannte: Ich hatte verloren."

Zwischen 1983 und 1993 startete er insgesamt zehnmal bei der Tour de France und erreichte dabei sechsmal Paris. Bei seinen Teilnahmen konnte er neun Etappen des wichtigsten Radrennens der Welt gewinnen. "Er hatte Charakter - nicht nur auf dem Rad", würdigte ihn sein früherer Rivale Marc Madiot.

Das erste Mal wurde Fignon 1987 beim Grand Prix de Wallonie positiv auf Amphetamine getestet und daraufhin aus dem Klassement genommen. Bei einem Mannschaftszeitfahren in Eindhoven wies man ihm im September 1989 erneut den Gebrauch von Amphetaminen nach.

Fignon hinterlässt seine Frau Valerie und einen Sohn aus erster Ehe.

met/dpa/sid

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