Hamburg - Die große Hitze macht den Tennisprofis zu schaffen: Bei den US Open in New York musste die Weltranglisten-Elfte Victoria Azarenka aus Weißrussland nach einem Schwächeanfall völlig entkräftet und der Ohnmacht nahe mit dem Rollstuhl vom Platz gebracht werden. Azarenka hatte in ihrem Zweitrundenmatch gegen die Argentinierin Gisela Dulko mit 1:5 zurückgelegen, als sie an der Grundlinie zusammenbrach. Mehrere Ballkinder, medizinisches Personal und auch Gegnerin Dulko eilten der 21-Jährigen sofort zu Hilfe. Nachdem Azarenka am Boden liegend mit Wasser versorgt und mit Eisbeuteln gekühlt worden war, erholte sie sich langsam. Die Partie konnte sie aber nicht mehr fortsetzen. "Wenn man so etwas sieht, denkst du nicht mehr an Tennis", sagte Dulko. Azarenka wurde zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Turnier-Oberschiedsrichter Brian Earley wollte nicht allein die äußeren Bedingungen für den Vorfall verantwortlich machen: "Azarenka hatte Kopfschmerzen und musste deshalb aufgeben. Aber es scheint, als sei das Problem nicht in erster Linie der Hitze geschuldet", sagte Earley. Doch bereits an den ersten beiden Tagen hatten die klimatischen Bedingungen in Flushing Meadows den Spielern zu schaffen gemacht. "Es war sehr heiß, einfach nur sehr heiß. Da muss man geduldig bleiben und auf Schatten warten", sagte der Weltranglisten-Dritte Novak Djokovic, der in der nächsten Runde auf den Deutschen Philipp Petzschner trifft, nach seinem Erstrunden-Match.
Kohlschreiber siegt, Berdych und Roddick scheitern
Besser mit der Hitze zurechtgekommen ist Philipp Kohlschreiber und zog als siebter deutscher Tennisprofi in die zweite Runde ein. Der 26-Jährige besiegte in seinem Auftaktmatch Landsmann Tobias Kamke 6:2, 4:6, 6:2, 6:4. Zufrieden war er aber nicht: "Ich habe sicher nicht geglänzt, aber es war einfach nur wichtig durchzukommen. Ich muss mich auf jeden Fall steigern." Nächster Gegner des an Position 29 gesetzten Kohlschreiber ist der Franzose Gilles Simon. Von den 16 deutschen Startern sind bereits neun zum Auftakt gescheitert.
Zwei große Überraschungen brachte auch der dritte Tag in New York: Tomas Berdych, der in Wimbledon noch im Finale stand, ist bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Der Tscheche, an Nummer sieben gesetzt, unterlag dem Franzosen Michael Llodra klar nach 2:26 Stunden 6:7 (3:7), 4:6, 4:6. Auch der US-Amerikaner Andy Roddick konnte nicht die dritte Runde der US Open erreichen. Er verlor in der Night-Session gegen Janko Tipsarevic, Nummer 44 der Weltrangliste, 6:3, 5:7, 3:6, 6:7. Schon im vergangenen Jahr konnte die ehemalige Nummer eins beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres nicht überzeugen - Roddick verlor in Runde drei.
ckl/dpa/sid
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