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03.09.2010
 

Frauen-Handball im Aufschwung

Die Rückkehr der Stars

Von Tim Oliver Kalle

Nationalspielerin Krause (Archivbild): Nach drei Jahren Dänemark zurück in der BundesligaZur Großansicht
dpa

Nationalspielerin Krause (Archivbild): Nach drei Jahren Dänemark zurück in der Bundesliga

Top-Spielerinnen kehren zurück, die Liga gewinnt neue Werbepartner und im Internet gibt es ein neues Magazin: Der Frauen-Handball in Deutschland erfährt einen kräftigen Aufschwung. Ein Club zeigt sogar alle seine Spiele live im Netz, weiß das "Handball-Magazin".

Wie sich die Zeiten ändern: Vor drei Jahren drohte dem deutschen Frauen-Handball der Ausverkauf, gleich sieben deutsche Nationalspielerinnen kehrten der Bundesliga den Rücken und suchten ihr Glück in Dänemark oder Österreich. Die damalige Furcht, der Vereinshandball könnte hierzulande einen dramatischen Einbruch erleiden, bewahrheitete sich aber nicht. Im Gegenteil: Drei Spielzeiten später sind die ersten Legionärinnen wieder zurückgekehrt, und die Liga hat trotz des Umbruchs im internationalen Vergleich an Substanz gewonnen.

"Es ist wunderschön zu sehen, dass Top-Spielerinnen wie Nadine Krause, Stefanie Melbeck und Maren Baumbach wieder hier sind. Das bringt den deutschen Frauenhandball nach vorn", sagt Herbert Müller vor der am Samstag beginnenden Saison. Der 48-Jährige ist selbst ein Heimkehrer, wurde einst Meister und Pokalsieger mit dem 1. FC Nürnberg und coachte in den beiden vergangenen Jahren den rumänischen Club Brasov.

Müllers nächste Mission ist der Thüringer HC, der mit neun neuen Spielerinnen von einer grauen Maus zu einem Meisterschaftsfavoriten mutiert ist. Davon möchte Müller zwar (noch) nichts wissen, doch er sagt: "Die Liga ist recht ausgeglichen und trotzdem zweigeteilt. Neun Mannschaften werden oben mitspielen, drei unten." Der Thüringer HC soll natürlich oben landen, und der Modus mit Playoff-Spielen der besten acht Teams lässt Müller Zeit zum Einspielen bis Frühjahr, wenn es im K.o.-Modus um den Titel geht.

"Die Bundesliga ist wesentlich spannender geworden"

Wie Müller hat auch Stefanie Melbeck eine positive Sicht auf die Lage der Liga. Drei Jahre lang verdiente die Linkshänderin ihr Geld im dänischen Kolding. Wieder in Deutschland findet die 200-malige Nationalspielerin nur gute Worte für ihren alten und neuen Club Buxtehuder SV und das neue Arbeitsumfeld. Nicht nur der BSV habe sich "extrem entwickelt" und zeige eine "sehr große Professionalität", sagt Melbeck. "Auch die Bundesliga ist wesentlich spannender geworden und international etabliert."

Aus der Position des Deutschen Meisters der vergangenen beiden Jahre bestätigt auch Kay-Sven Hähner den allgemeinen Optimismus. "Ich kann nicht behaupten, dass die Spitze schwächer geworden ist - die anderen haben aufgeholt", sagt der Manager des Branchenprimus HC Leipzig. HCL-Trainer Heine Jensen pflichtet ihm bei: "Die Hälfte der Liga kann den Titel gewinnen. Es wird ein spannendes Jahr mit vielen guten Spielen." Und international? Außer Champions-League-Gewinner Viborg und EHF-Cup-Sieger Randers könne im ehedem übermächtigen Dänemark kein Club mehr der deutschen Konkurrenz das Wasser reichen, sagt Hähner.

Für Pläne, den Frauenhandball besser zu positionieren, kommt dieses Reizklima gerade recht. Der Ligaverband hat sich nicht nur einen neuen Namen (HBF - Handball Bundesliga Frauen) mit einem frischen Logo verordnet, sondern zieht mit Beginn der Saison 2010/2011 Schritt für Schritt auf die neue Internet-Domain www.hbf-info.de um. Und im Kampf gegen eine mangelnde und auf absehbare Zeit nicht zu bessernde TV-Präsenz geht es mit Macht ins Internet. "Der Zeitpunkt ist gekommen", sagt Peter Prior, Manager des Buxtehuder SV.

Testläufe bei den Finals des Challenge Cups waren recht erfolgreich

Um in der kommenden Saison alle Spiele des BSV live im Netz zu präsentieren, hat der Club aus dem Hamburger Umland einen Dienstleister engagiert und einen fünfstelligen Betrag budgetiert. Der Produktionsaufwand ist mit drei Kameras, zwei Regiemitarbeitern und einem Kommentator solide. Testläufe bei den Finals des Challenge Cups waren recht erfolgreich: Ohne großen Werbeaufwand loggten sich bereits 4000 User pro Spiel ein. "Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Angebot TV-gerecht und attraktiv ist", sagt Prior. "Wir orientieren uns bundesweit. Ich wünsche mir, dass dies auch die anderen Vereine tun." Geschieht dies, so wäre der finanzielle Einsatz überschaubar, denn jeder Club müsste nur seine Heimspiele produzieren.

An der virtuellen Front wird auch die Liga aktiv: Immer wieder montags soll ein Magazin gesendet werden, das mit einem Mix aus Bewegtbildern und mit Fotos unterlegten Nachrichten das Geschehen des Wochenendes wiedergibt. Die Erstausgabe ist für den 6. September vorgesehen, und die Frequenz des Magazins soll sich im Laufe der Saison erhöhen. "Wir bekommen eine ständige Präsenz. Das ist ein guter Anfang", sagt Hähner, im Ehrenamt Vizepräsident der HBF. Auch der Ligaverband lässt sich das Projekt Internetfernsehen laut Hähner einen "ordentlichen fünfstelligen Betrag" kosten.

Prior sieht die HBF auf einem ähnlichen Weg wie die Männer, die zu Beginn des Jahrtausends die TV-Übertragungen im DSF alimentierten und inzwischen neben üppigen Fernsehzeiten auch Geld für TV-Rechte bekommen. "Die Investition hat sich gelohnt", sagt Prior. "In drei bis fünf Jahren wird das Internetfernsehen für uns vielleicht die wichtigste Erlösquelle sein."

Dass die Marke Handball Bundesliga der Frauen einen Wertzuwachs erfährt, schlägt sich auch in Generalverträgen nieder: Nach dem Kontrakt mit Ballausstatter Molten ist auch Select Profcare exklusiver Partner der Liga. Stars, Sponsoren und bewegte Bilder: Die HBF entwickelt sich zu einem Wachstumsmarkt - mit interessanten sportlichen und wirtschaftlichen Perspektiven.

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03.09.2010 von Geisterkarle: Freut mich!

Als alter Handballspieler schaue ich gerne mal ein paar Spiele an! Aber mal so direkt zum Artikel: Ich habe seit laaaangem keinen Artikel hier (aber auch allgemein) mehr gelesen, wo kein einziger Link vorhanden ist! Selbst [...] mehr...

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