Hamburg - Deutsche Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben das weltweit erste Nachweisverfahren für Gendoping entwickelt. "Damit lässt sich Doping durch Gentransfer relativ kostengünstig nachweisen, auch lange nach dem eigentlichen Dopingvorgang", sagte Perikles Simon, Abteilungsleiter Sportmedizin an der Universität Mainz, bei der Vorstellung des Verfahrens am Donnerstag in Tübingen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada definiert Gendoping als "den nicht-therapeutischen Gebrauch von Zellen oder Genen mit der Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit zu steigern".
"Für die Sportler wird es jetzt echt eng", so Simon. Sein Forscherkollege Michael Bitzer von der Universitätsklinik Tübingen sprach von einer wertvollen "Abschreckung". Nach Erkenntnissen der beiden Wissenschaftler kann die Analyse einer einfachen Blutprobe ausreichen, um festzustellen, ob ein Sportler sein Erbgut modifiziert hat oder nicht. Das hielten Fachleute lange Zeit für unmöglich.
Die Forscher aus Mainz und Tübingen stellten jetzt jedoch fest, dass die natürlichen Erbinformationen eines Menschen von Einschüben unterbrochen sind, wie bei Perlen, die auf einer Schnur lose nebeneinanderhängen. Manipulierte Stränge, sogenannte transgene DNA-Sequenzen, weisen dagegen keine Lücken auf. Statt nach Spuren zu fahnden, die der Körper produziert, suchen die Wissenschaftler nach Informationen, die fehlen. Der Test sei "zweifelsfrei", versicherte Simon. Und er wurde mit insgesamt 980.000 US-Dollar von der Wada gefördert.
Einsatz bei den Olympischen Spielen 2012 "der Wunschtraum"
Das einzige Problem ist nur: Bis die Labors der Wada den Test zugelassen, Personal geschult haben und Gerichte dem Verfahren ebenfalls trauen, könnten Jahre vergehen. Ein Einsatz bei den Olympischen Spielen 2012 in London sei "der Wunschtraum", sagte Simon der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Realistisch ist der Termin aber wohl nicht.
Denn das Verfahren wirft mehrere Fragen auf:
ham/dpa
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Zitat aus dem SPON-Artikel: (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,715378,00.html) "Das Hauptproblem aber ist laut Bitzer: Man könne noch nicht einmal sicher sein, dass Gendoping im Spitzensport wirklich durchgeführt [...] mehr...
Ich finde es recht seltsam, speziell bei den Hochleistungssportarten, bei denen eine physikalisch messbare Größe über Sieg oder Niederlage entscheidet (z.B. Laufen, Schwimmen, Radfahren, Hochspringen, etc..), wie immer wieder [...] mehr...
"'Für die Sportler wird es jetzt echt eng', so Simon." Warum wird es für den Sportler eng? Seltsame Drohung von Hernn Simon in Richtung Sportler. Wo er doch eigentlich gerne Dopingsünder ertappen möchte. mehr...
Nachweis hin oder her: Folgt man einer der Thesen des aktuell meistdiskutierten Buchbestsellers, bestünde im Gendoping doch eine Chance, Deutschland noch zu retten! ;-) mehr...
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