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05.09.2010
 

Motorradpilot Bradl

"Wie wenn ein Familienangehöriger stirbt"

Motorradpilot Bradl (in Indianapolis): "Shoya war ein lustiger und lebensfroher Mensch"Zur Großansicht
dpa

Motorradpilot Bradl (in Indianapolis): "Shoya war ein lustiger und lebensfroher Mensch"

Der tödliche Unfall von Shoya Tomizawa schockiert die Motorrad-Szene. Im Interview spricht der deutsche 125er-Pilot Stefan Bradl über die Betroffenheit im Fahrerlager, seine Erinnerungen an den Japaner - und das Risiko im Motorsport.

Frage: Herr Bradl, wie haben Sie die Nachricht vom Tode Shoya Tomizawas aufgenommen?

Bradl: Ich habe es von meinem Team erfahren und erst einmal gehofft, dass es nicht stimmt. Nun stehe ich unter Schock. Mein fünfter Platz ist mir völlig egal, auch wenn es ein tolles Rennen war. Das ist, wie wenn ein Familienangehöriger stirbt. Schließlich habe ich ihn gekannt. Schon nach dem Rennen war meine erste Frage, wie der Unfall ausgegangen ist. Jetzt fehlen mir fast die Worte.

Frage: Wie groß ist die Betroffenheit im Lager?

Bradl: Sehr groß. So etwas spricht sich schnell herum. Letzte Woche in Indianapolis ist schon der 13-jährige Peter Lenz gestorben, zwar in einer anderen Klasse, aber bei derselben Veranstaltung.

Frage: Was für ein Mensch war Tomizawa?

Bradl: Ein sehr lustiger und lebensfroher Mensch. Er hat immer viel Spaß gehabt und viel Spaß gemacht. Und er war ein sehr schneller Rennfahrer.

Frage: Es war der erste Unfall mit Todesfolge, seit Sie in der WM fahren. Ändert das Ihre Sicht auf den Motorradsport?

Bradl: Als zuletzt Daijiro Kato 2003 gestorben ist, habe ich das als 13-Jähriger vor dem Fernseher verfolgt. Das war schon sehr schlimm. Nun zwei Todesfälle in einer Woche, das ist unglaublich, einfach nur tragisch. Es steht zwar überall geschrieben, dass Motorsport gefährlich ist. Aber in so einem Moment wird alles andere unwichtig.

Frage: Muss man sich nach diesen beiden Unfällen Gedanken über die Sicherheit im Motorradsport machen?

Bradl: Ich denke, es müssen sich alle an einen Tisch setzen und überlegen, ob man etwas tun kann. Die Sicherheit der Fahrer hat absolute Priorität.

Frage: Hätte man diesen tödlichen Unfall verhindern können?

Bradl: Vielleicht nützt es was, wenn man künftig zwei Rettungshubschrauber an die Strecke stellt. Aber ich weiß nicht, ob das Shoya hätte helfen können.

Das Interview führte Holger Schmidt, sid

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insgesamt 2 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
05.09.2010 von wDennis: *

Bradl fährt seit dieser Saison Moto2, also 600er. Keine 125er. mehr...

05.09.2010 von apriliacube: Traurig aus zwei Gründen

Traurig ist, das ihr nur über Motorradsport berichtet, wenn sowas passiert. Auf der Strasse sterben täglich Motorradfahrer, das macht den Tod von Tomizawa nicht erträglicher, hilft aber vielleicht, solche Ereignisse besser [...] mehr...

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