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08.09.2010
 

EuGH-Urteil

Sport begrüßt Entscheidung zu Sportwetten

Spielscheine staatlicher Anbieter: Glücksspielmonopol verstößt gegen europäisches RechtZur Großansicht
dpa

Spielscheine staatlicher Anbieter: Glücksspielmonopol verstößt gegen europäisches Recht

Hohe Funktionäre des deutschen Sports haben sich positiv zu der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zum deutschen Glücksspielmonopol geäußert. Nun könne die von ihnen präferierte regulierte Öffnung des Sportwetten-Marktes umgesetzt werden.

Hamburg - Deutsche Sportfunktionäre haben sich in einer gemeinsamen Erklärung zustimmend zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum deutschen Glücksspielmonopol geäußert. In der vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verbreiteten Erklärung zeigt man sich zufrieden, dass nun "für die künftige Regelung von Lotterien und Sportwetten Klarheit" geschaffen werde. Die Entscheidungen des EuGH, so heißt es weiter in dem Schreiben, "ermöglichen das von uns vorgeschlagene Modell, am staatlichen Lotterie-Monopol festzuhalten und zugleich eine staatlich regulierte Öffnung der Sportwetten umzusetzen."

Aufgrund der offensichtlichen Unterschiede zwischen Lotterie und Sportwetten, ermögliche das Urteil nun bei den Sportwetten "einen kontrollierten Wettbewerb von staatlich lizensierten Anbietern nach klar definierten Zielen und Regeln zuzulassen".

DOSB-Präsident Thomas Bach nannte das Urteil einen "Meilenstein. Es erlaubt den Gemeinwohlinteressen des Sports ebenso gerecht zu werden wie denen der Sportveranstalter, ohne die es keine Sportwetten gäbe."

"Bayern München begrüßt außerordentlich diesen Urteilsspruch"

Der Deutsche Fußball-Bund sieht sich nach den Worten seines Präsidenten Theo Zwanziger in seiner Auffassung bestätigt, dass es in Deutschland kein Monopol für Sportwetten geben dürfe. "Der Sport und ganz besonders der Fußball leistet durch die Organisation der Spiele einen aktiven und erheblichen Beitrag für den Wettmarkt", so Zwanziger. "Dieser Leistung muss Rechnung getragen werden."

Auch der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München hat das Urteil positiv aufgenommen. "Bayern München begrüßt außerordentlich diesen Urteilsspruch, weil er aus unserer Sicht ein Regulativ im Positiven darstellt", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Ich gehe davon aus, dass die Clubs aus der Fußball-Bundesliga davon profitieren werden."

In der Hoffnung auf mehr finanzielle Einnahmen zeigte sich auch der Vorstandvorsitzende der Sporthilfe: "Das Urteil ist ein sehr positives Signal für den gemeinnützigen Sport", so Michael Ilgner. "Denn durch das von ihm vorgeschlagene Modell im Bereich Sportwetten erhoffen wir uns alle eine zusätzliche Förderung."

fsc/dpa

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