Hamburg - Die Olympiasiegerin über 100 Meter, Shelly-Ann Fraser, ist nach ihrer positiven Dopingprobe vom Diamond-League-Meeting im Mai in Shanghai nicht mit der Höchststrafe belegt worden. Anstatt die Jamaikanerin für zwei Jahre zu sperren, folgte der Leichtathletik-Weltverband IAAF einem Antrag des jamaikanischen Verbands JAAA, der auf "widrige und nicht von der Athletin zu verantwortende Umstände" hingewiesen hatte. Die in Frasers Probe gefundene Substanz sei zudem keine leistungssteigernde oder maskierende gewesen, hatte die JAAA argumentiert.
Damit liegt die Entscheidung über die Höhe des Strafmaßes nun bei den Jamaikanern. Fraser war wegen starker Zahnschmerzen im Mai in Kingston/Jamaika zum Arzt gegangen. Dieser hatte ihr ein Schmerzmittel gegeben, das aber nicht half. Deshalb hatte sie sich in Shanghai ein zusätzliches Medikament besorgt, um bei dem Meeting starten zu können.
Eine härtere Strafe hat die 400-Meter-Läuferin Bobby-Gaye Wilkins bekommen: Die Jamaikanerin wurde wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt. Nach Angaben der JAAA darf sie erst im April 2012 wieder Wettkämpfe bestreiten. Die 21-Jährige war bei den Hallen-Weltmeisterschaften im März in Doha positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden.
Nach dem Rauswurf der beiden Saxo-Bank-Fahrer Andy Schleck und Stuart O'Grady bei der Vuelta hat Teamchef Bjarne Riis seine Entscheidung begründet. Die beiden Radprofis hatten die Rundfahrt verlassen müssen, weil sie an einem Abend Alkohol getrunken hatten. O'Grady sprach lediglich von "ein, zwei Bieren", doch dem wiedersprach Riis. "Wenn sie nur ein Bier getrunken hätten, wären sie nicht rausgeflogen. Aber wir haben Regeln, die zu respektieren sind, und sie haben sie nicht respektiert", sagte er dem dänischen Sender TV 2. Die beiden Fahrer sollen am Ruhetag in Tarragona bis fünf Uhr morgens gefeiert haben. Laut der französischen Zeitung "L'Equipe" hat sich Schleck bereits per SMS bei Riis entschuldigt. Beide Fahrer werden den Rennstall nach der Saison verlassen.
Der Deutsche Olympische Sportbund hat auf die Bedenken der Landessportbünde nach dem EuGH-Urteil zum deutschen Glücksspielmonopol reagiert. "Es wäre kontraproduktiv, jetzt bereits die Gefährdung oder gar Aufhebung des Lotteriemonopols in Deutschland zu beklagen und damit Gefahr zu laufen, diese erst herbeizureden", heißt es in einem von DOSB-Präsident Thomas Bach und Generaldirektor Michael Vesper unterzeichneten Schreiben.
Bei vielen der 16 Landessportbünde hat die Entscheidung Existenzängste hervorgerufen. Der Präsident des Landessportbundes Hessen, Rolf Müller, wertete das Urteil sogar als "eine Katastrophe" und sprach von einer "Bedrohung des Ehrenamts". Bach selber hatte äußerst positiv auf das Urteil reagiert und von einem "Meilenstein" gesprochen. Nun versucht der DOSB die Ängste zu mildern. Mit dem Sportwettenmonopol müsse nicht zwangsläufig auch das Lotteriemonopol fallen.
Schwergewichtler Andreas Tölzer hat bei den Judo- Weltmeisterschaften in Tokio die Silbermedaille gewonnen. Der 30-Jährige unterlag am Donnerstag im Finale dem französischen Titelverteidiger Teddy Riner. Für Tölzer war es bei seiner dritten WM-Teilnahme die erste Medaille. Die letztjährige WM-Dritte Heide Wollert verpasste einen Medaillenrang. Sie unterlag in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm der Japanerin Akari Ogata und wurde Fünfte.
bka/sid/dpa
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