Hamburg - Nach dem tödlichen Unfall des japanischen Piloten Shoya Tomizawa beim Motorrad-Grand Prix von San Marino im italienischen Misano am Sonntag gerät die Vermarktungsagentur Dorna, die die Rechte an der Straßen-WM besitzt, zunehmend unter Druck. Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Rimini, die nach dem Tod des 19-jährigen Japaners die Ermittlungen führt, vermutet, dass Tomizawa bereits im Krankenwagen seinen schweren Verletzungen erlegen war und nicht erst im Krankenhaus gestorben ist.
Dem Verdacht zufolge sei Tomizawa viel früher als um 14.19 Uhr gestorben, wie die Vermarktungsagentur bekannt gegeben hatte. Damit habe Dorna einen Abbruch des Großen Preises verhindern wollen, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe.
Das Rennen war nach dem Unfall in der zwölften Runde nicht unterbrochen worden. Es siegte der Spanier Toni Elias. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch im Gange. Eine Untersuchung läuft gegen die hinter Tomizawa fahrenden Piloten Scott Redding und Alex De Angelis , denen fahrlässige Tötung vorgeworfen wird. Sie hatten den Japaner überrollt. Die Obduktion hatte ergeben, dass der Pilot wegen einer Quetschung des Brustkorbs gestorben sei.
Der in der A-Probe positiv getestete Radprofi Roy Sentjens vom Rennstall Milram hat Doping zugegeben. Auf seiner Homepage räumte der 29-jährige Belgier den Regelverstoß ein und kündigte am Freitag seinen Rückzug aus dem Radsport an. Auf die Öffnung der B-Probe verzichtet der Radprofi, der noch am Vortag erklärt hatte, er könne sich den positiven Befund auf Epo nicht erklären. "Ich habe den größten Fehler meines Lebens gemacht und möchte mich bei allen entschuldigen", schrieb Sentjens. Er gab zu, das Blut-Doping-Präparat Epo, mit dem er aufflog, in einer Apotheke in Barcelona gekauft zu haben.
Der Radsport-Weltverband UCI hatte Sentjens nach der elften Etappe der Spanien-Rundfahrt vorläufig gesperrt. Die A-Probe des Belgiers bei einer Trainingskontrolle vom 16. August enthielt Epo-Spuren. Das Team Milram hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass Sentjens seine Unschuld beteuere. Nach den Team-Regularien sollte ein unabhängiger Experte den Test eingehend analysieren. Bis zum Ergebnis der B-Probe bleibe der Fahrer suspendiert, hatte Milram mitgeteilt.
Major-Gewinner Martin Kaymer arbeitet sich bei der Dutch Open in Hilversum nach einem guten Start weiter nach vorn. Der 25 Jahre alte Golfprofi verbesserte sich am zweiten Tag mit seiner zweiten 67er-Runde um elf Plätze auf den sechsten Rang und hat damit seinen dritten Saisonsieg im Visier. Der Rückstand des Weltranglistenfünften auf die gemeinsamen Spitzenreiter Nicolas Colsaerts (Belgien) und Shiv Kapur (Indien) beträgt lediglich zwei Schläge.
Kaymer hatte zuletzt Mitte August bei der US-PGA-Championship seinen ersten Major-Sieg gefeiert und sich damit auch endgültig für den Ryder Cup Anfang Oktober in Wales qualifiziert. Die weiteren deutschen Starter sind am Wochenende nicht mehr dabei. Sven Strüver scheiterte mit insgesamt 150 Schlägen klar am Cut, Marcel Siem trat nach seiner 75 zum Auftakt am Freitag nicht mehr an.
Spanien und Argentinien stehen sich bei der Basketball-WM in der Türkei am Sonntag im Spiel um Platz fünf gegenüber. In den "kleinen Halbfinals" gewann Spanien gegen Slowenien 97:80 (38:41), Argentinien setzte sich 73:61 (36:33) gegen Russland durch. Damit stehen Slowenien und Russland am Samstag im Spiel um Platz sieben.
Die Spanier gewannen dank eines starken letzten Viertels. Eine 64:62-Führung zu Beginn des Spielabschnitts baute Spanien dank fünf verwandelter Drei-Punkte-Würfe zum klaren Sieg aus - das vierte Viertel ging 33:18 an die Südeuropäer. Bester Werfer für Spanien war Juan Carlos Navarro mit 26 Punkten, 23 davon nach der Pause. Der Guard erzielte 11 der letzten 13 Punkte seines Teams.
Im zweiten Spiel erarbeitete sich Argentinien früh eine Führung gegen Russland. Über 15:11 nach dem ersten Viertel bauten die Südamerikaner ihren Vorsprung auf 22:11 aus, ehe Russland bis zur Pause auf 33:36 verkürzen konnte. Kurz vor Ende des dritten Viertels glich Russland zum 50:50 aus. Im letzten Spielabschnitt verließ Timofey Mozgov beim Stand von 58:56 für Argentinien nach seinem vierten Foul das Feld. Das brachte Fabricio Oberto und Luis Scola mehr Spielraum - und die Südamerikaner nutzten ihn für einen 15:5-Schlussspurt. Sergej Monya war mit 17 Punkten bester Werfer für Russland, Scola steuerte 27 Punkte für Argentinien bei.
ulz/sid/dpa
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