09. Januar 2002, 10:36 Uhr

Bekehrung

Einlochen mit Gott

Prominente Sportler wie Golfstar Bernhard Langer oder Bayern-Profi Paulo Sergio werben für eine umstrittene Broschüre christlicher Fundamentalisten. Jetzt darf das Heftchen "Kraft zum Leben" nicht mehr im deutschen Fernsehen beworben werden.

Screenshot der Homepage "Kraft zum Leben"

Screenshot der Homepage "Kraft zum Leben"

Hamburg - Bei den Spots für das Buch der US-amerikanischen Arthur S. De Moss-Stiftung handele es sich um religiöse und weltanschauliche Werbung, die in Deutschland verboten sei, teilte die Gemeinsame Stelle Werbung der Landesmedienanstalten mit.

Eine weitere Ausstrahlung der Werbespots, in denen Prominente wie der Fußballer Paulo Sergio, der Golfer Bernhard Langer und dem Sänger Cliff Richard auftreten, solle unterbunden werden. Die Landesmedienanstalten sind für die Beaufsichtigung der Privatsender zuständig.

Der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, sagte, die für das Buch verantwortliche Stiftung habe "engste Kontakte zu Jerry Falwell, einem der prominenten Sprecher der amerikanischen evangelikalen Rechten".

"Intolerant, dogmatisch und fundamentalistisch"

Die Arthur S. De Moss-Stiftung wird laut einem "Report"-Bericht auch in Amerika scharf kritisiert. Rob Boston von der Bürgerrechtsorganisation "Americans United for Separation of Church and State" hält die De Moss-Stiftung für "intolerant, dogmatisch und fundamentalistisch".

Es sei bekannt, so Boston, dass sie extrem rechte Gruppen unterstütze, "die ganz offensichtlich die Rechte der Frauen in der Gesellschaft beschneiden und Homosexualität als Verbrechen brandmarken wollen, das sogar die Todesstrafe nach sich ziehen kann".


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