23. November 2006, 17:39 Uhr

Oceans-Race-Drama

Segler treibt hilflos im Südpolarmeer

Er gilt als Shootingstar der internationalen Segelszene. Doch nun verlor Alex Thomson beim Velux Five Oceans Race nach einer Havarie bei schwerer See die Kontrolle über sein Boot. Seine Konkurrenten eilen zur Rettung herbei.

Hamburg - Die Kielmechanik von Thomsons Yacht "Hugo Boss" vom Typ Open 60 versagte bei Windstärke sieben, das Boot geriet außer Kontrolle. Thomson lag am 31. Tag der Einhand-Segler-Regatta auf dem dritten Platz hinter Bernard Stamm aus der Schweiz und dem Briten Mike Golding. Er ist unverletzt.

Segler Thomson: Havarie bei Windstärke sieben
DPA

Segler Thomson: Havarie bei Windstärke sieben

Erste Versuche, den Schaden mit Bordmitteln zu beheben, scheiterten. Thomson verständigte daraufhin die Rennleitung über Satellitentelefon, dass er sein Boot aufgeben und gerettet werden müsse. Der 32-Jährige treibt mit seiner Yacht derzeit rund 1850 Kilometer südlich von Kapstadt in schwerer See.

"Es ist absolut verheerend, wenn man in einer so kritischen Phase des Rennens ein ernstes mechanisches Problem hat, das man nicht unter Kontrolle kriegen kann", sagte Thomson. "Wenn es irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, weiterzufahren, dann hätte ich diese genutzt, aber es gab keine andere Option als das Boot aufzugeben."

Die Rennleitung wies daraufhin den Zweitplatzierten Golding und den Viertplatzierten Japaner Kojiro Shiraishi an, ihrem Konkurrenten zur Hilfe zu eilen und ihn an Bord zu nehmen. Zuletzt hatte Golding viel Rückstand auf Stamm wettgemacht.

"Alex ist sehr müde und enttäuscht, aber er ist sehr konzentriert und pragmatisch. Seine Sicherheit hat jetzt höchste Priorität und das Wichtigste ist, ihn sicher von seinem Boot zu bekommen", hieß es in einer von seinem Team verbreiteten Erklärung.

"Die Sicherheit der Teilnehmer steht an erster Stelle", sagte Renndirektor David Adams. "In der Minute, als uns Alex darüber informierte, dass er sein Boot aufgeben muss, haben wir Mike Golding angewiesen, umzukehren und ihn zu retten. Wir stehen in ständigem Kontakt mit Mike, Alex und Kojiro."

Golding befindet sich derzeit rund acht Stunden Fahrzeit entfernt von Thomson, Shiraishi 18 Stunden. Die Übernahme des Havarierten dürfte bei starken Winden und schwerer See kein einfaches Unterfangen werden.

bri/dpa


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