12. Tour-Etappe Contador verliert Zeit auf Schleck-Brüder

Rückschlag für den Titelverteidiger: Alberto Contador ist auf der zwölften Etappe der Tour de France weiter zurückgefallen. Auf dem letzten Anstieg konnte er nicht mit Andy und Fränk Schleck mithalten. Den Tagessieg auf der ersten schweren Bergetappe sicherte sich Samuel Sánchez.

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Hamburg - Etwa dreieinhalb Kilometer vor dem Ziel zogen Andy und Fränk Schleck das Tempo an. Immer wieder fuhr Fränk, der ältere der beiden Schleck-Brüder, auf dem Anstieg nach Luz-Ardiden ein paar Meter davon. Nur mit Mühe konnte Titelverteidiger Alberto Contador folgen. Am Ende verlor der Spanier als Achter 33 Sekunden auf Fränk und 13 Sekunden auf seinen ärgsten Konkurrenten Andy Schleck.

Den Tagessieg auf der zwölften Etappe der 98. Tour de France sicherte sich der Spanier Samuel Sánchez. Der Olympiasieger setzte sich nach 211 Kilometern gegen den Belgier Jelle Vanendert durch. Fränk Schleck kam als Dritter ins Ziel.

Im Gesamtklassement konnte der Franzose Thomas Voeckler das Gelbe Trikot verteidigen. Fränk Schleck hat als Zweiter jedoch nur noch 1:49 Minuten Rückstand. Sein Bruder Andy liegt 2:17 Minuten hinter Voeckler, und damit 1:43 Minuten vor Alberto Contador (+4:00 Minuten).

"Mehr konnte ich heute nicht geben"

"Es lief heute schon fast perfekt für uns", sagte Tourfavorit Andy Schleck - Contador habe er trotzdem noch auf der Rechnung: "Vielleicht hatte er heute nur einen schlechten Tag. Contador ist immer eine Gefahr." Der Titelverteidiger selbst war enttäuscht: "Ich habe gesehen, wie die beiden Schleck-Brüder sprachen und dann kamen die Attacken von Fränk", sagte 28-Jährige. "Mehr konnte ich heute nicht geben. Es läuft noch nicht super, aber es wird besser."

Die erste Pyrenäen-Etappe war die bislang größte Herausforderung für die verbliebenen Fahrer. Nach dem Sieg von Sprintspezialist Mark Cavendish auf der elften Etappe hatten die Radprofis am Donnerstag drei schwere Bergwertungen vor sich, darunter zwei der höchsten Kategorie.

Die beiden deutschen Hoffnungsträger, Tony Martin und Andreas Klöden, mussten sich auf der Strecke zwischen Cugnaux und Luz-Ardiden aus dem Kreis der Favoriten verabschieden. Bereits sieben Kilometer vor dem Gipfel des Col du Tourmalet konnte Martin der Tempoerhöhung der Topfahrer nicht mehr folgen. Er erreichte das Ziel mit einem Rückstand von fast zehn Minuten. "Ich bin planlos und enttäuscht - weder körperlich noch mental geht es mir gut", sagte Martin. Die Nasennebenhöhlen-Erkältung sei keine Erklärung "für meinen Einbruch".

Großer Rückstand für Martin und Klöden

Nicht viel besser lief es für Klöden. Auch der 36-Jährige musste die Konkurrenz beim ersten Anstieg der Ehrenkategorie ziehen lassen. Zwar kämpfte er sich in der Abfahrt noch einmal heran. Doch als es am Ende der Etappe wieder bergauf ging, musste Klöden endgültig abreißen lassen. Er hat nun 10:19 Minuten Rückstand auf die Spitze.

Am Freitag (13.10 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) geht es für die Fahrer auf der 13. Etappe weiter durch die Pyrenäen. Auf der 152,5 Kilometer langen Strecke von Pau nach Lourdes steht unter anderem ein Anstieg der höchsten Kategorie an.

chp/klu/dpa/sid



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sigmaplus 14.07.2011
1. Titel
Tja, wenn das Dope weg ist, läuft es nicht mehr so rund...
NIKU 14.07.2011
2. schlecht gedopt ist halb verloren
schon mist, wenn man als titelverteidiger nicht mehr dopen kann, wie man will, weil man unter besonderer beobachtung steht. da müssen dann halbseidige ausreden herhalten, wieso die form derzeit nicht stimmt. für mich ist der sport toter als tot!
tomkey 14.07.2011
3. Contador haben fertig
Ein starker Auftritt der Schlecks heute, dank ihrem Leoparden-Team (v.a. Jens Voigt). Man konnte Contador heute regelrecht ansehen, dass er die Tour dieses Jahr nicht gewinnen wird. Die Stürze in der 1. Woche haben ihre Spuren hinterlassen. Überrascht war ich von Voeckler. Dass er ein Kämpfer vor dem Herren sit war mir klar, aber dass er nicht mehr Zeit verliert hätte ich so nicht gedacht. Ob er das Gelbe doch länger halten kann wie allgemein erwartet? Ich würde es ihm gönnen, er ist ein fairer und angesehener Sportsmann.
Roßtäuscher 14.07.2011
4. Was hat der letztes Jahr gedopte
Zitat von sysopRückschlag für den Titelverteidiger: Alberto Contador*ist auf der zwölften Etappe der Tour de France weiter zurückgefallen. Auf dem letzten Anstieg konnte er nicht mit Andy und Fränk Schleck mithalten. Den Tagessieg der ersten schweren Bergetappe sicherte sich Samuel Sanchez. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,774486,00.html
Betrugs-Spaniake überhaupt bei der Tour zu suchen? Jetzt fährt er dem Schleck hinterher, weil sauber!
Shlumpf! 14.07.2011
5.
Zitat von tomkeyEin starker Auftritt der Schlecks heute, dank ihrem Leoparden-Team (v.a. Jens Voigt). Man konnte Contador heute regelrecht ansehen, dass er die Tour dieses Jahr nicht gewinnen wird. Die Stürze in der 1. Woche haben ihre Spuren hinterlassen. Überrascht war ich von Voeckler. Dass er ein Kämpfer vor dem Herren sit war mir klar, aber dass er nicht mehr Zeit verliert hätte ich so nicht gedacht. Ob er das Gelbe doch länger halten kann wie allgemein erwartet? Ich würde es ihm gönnen, er ist ein fairer und angesehener Sportsmann.
Sie haben Recht, vor allem Voigt brachte eine sehr starke Leistung. Die eigentlichen Berghelfer der Schlecks (Monford, gerdemann und Fuglsang) entäuschten total, sie konnten nicht ein einziges Mal Führungsarbeit verrichten und wurden von Voigt in Grund und Boden gefahren. O'Grady und Cancellara verrichteten ihren Soll im Flachen. Ich muss mich Ihnen auch anschließen was Voeckler angeht, ein symphatischer Kämpfer, dem man das gelbe Trikot gönnt. Wenn er es schafft, sich am Samstag nicht zu sehr abhängen zu lassen, wird er noch richtig nervig für die Favoriten. Ein großer Gewinner heute ist auch Cadel Evans, der sich aufgrund seiner Zeitfahrsqualitäten durchaus einige Sekunden Rückstand auf die Schlecks erlauben kann. Und auch Basso hat sich heute zurückgemeldet, mal abwarten, was da noch kommt.
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