16. Tour-Etappe Hushovd gewinnt, Andy Schleck fällt zurück

Die Favoriten auf den Tour-Gesamtsieg haben auf der 16. Etappe viele Ausreißversuche gewagt - doch Thomas Voeckler konnte das Gelbe Trikot verteidigen. Cadel Evans aus Australien ist neuer Zweiter hinter dem Franzosen. Der Luxemburger Andy Schleck verlor viel Zeit.

AFP

Hamburg - Weltmeister Thor Hushovd hat seine zweite Etappe der diesjährigen Tour de France gewonnen. Der norwegische Radprofi setzte sich am Dienstag nach 162,5 Kilometern vor seinem Landsmann Edvald Boasson Hagen und seinem Garmin-Teamkollegen Ryder Hesjedal durch. Tony Martin, der wie das Spitzentrio in einer Fluchtgruppe ausgerissen war, wurde in Gap Vierter. Im Kampf um den Gesamtsieg machten Cadel Evans und Alberto Contador Zeit gut, als sie am Schlussanstieg den Brüdern Andy und Frank Schleck davonfuhren.

"Ich habe mich wieder einmal gezeigt", sagte Martin, der in den Pyrenäen alle Chancen auf einen vorderen Platz in der Gesamtwertung verspielt hatte. "Ein vierter Platz ist aber natürlich nicht das, was ich mir gewünscht hatte. Als ich mit 20 Sekunden Rückstand auf Hushovd in die Abfahrt gestartet war, wusste ich, dass ich gegen einen solchen Weltklasse-Abfahrer keine Chance habe."

Hushovds Garmin-Teamkollege Hesjedal sagte mit Blick auf Hagen: "Zwei gegen Einen ist nicht richtig kompliziert, zusammen läuft das ganz gut. Es war ein toller Tag, aber es war auch hart."

Die großen Verlierer des Tages sind die Brüder Schleck, die den Attacken von Contador und Evans nicht folgen konnten. Frank Schleck büßte auf Evans 21 Sekunden und Platz zwei im Gesamtklassement ein - Andy Schleck kam gar 1:09 Minuten hinter dem Australier ins Ziel. Spitzenreiter bleibt der Franzose Thomas Voeckler.

Am Mittwoch steuert das Peloton endgültig die Alpen an. Zunächst macht die Tour einen Abstecher ins italienische Pinerolo, ehe am Donnerstag und Freitag die knüppelharten Bergankünfte auf dem Col du Galibier und in L'Alpe d'Huez anstehen. Den Fahrern drohen auf den wohl entscheidenden Etappen widrige Bedingungen, Kälte und Schnee.

luk/dpa/sid

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tomkey 19.07.2011
1. Attacke !!
Das ist ja ein Ding, ausgerechnet bei dieser Allerweltsetappe schlägt Contador zu und Evans nutzt es zum Sprung auf Platz 2!! Jetzt zeigt sich, dass Contador nach den Stürzen zu Beginn der Tour sich gut erholt hat und Evans als guter Zeitfahrer eine sehr reelle Chance auf Gelb hat. Diese dämliche Taktiererei ist nun vorbei und wie es aussieht, haben Contador und Evans die besten Aussichten auf den Sieg. Voeckler weiter in Gelb, er hat es verdient. Von den Schlecks bin ich heute unangenehm überrascht worden. Wären sie stark, hätten sie Contadors Attacke eigentlich ohne Probleme mitgehen müssen. Zumal sie ganz sicher wußten, dass eine schwierige Abfahrt zum Ziel kommt und sie dort auch noch Zeit verlieren würden. Sie hätten also bis zum Gipfel mitgehen müssen. Wars das für die Schlecks? Ich meine ja. Trotzdem eine spannende und für mich schöne Tour. Es macht Spaß! Und Glückwunsch an Thor Hushovd zum 2. Etappenerfolg!
linksdummer 19.07.2011
2. Es hat sich ausgeschleckt..
Die Tour wird nur noch zwischen Contador, Evans und dem herumhampelnden und srampelnden Vöckler entschieden, den man leichtsinnigerweise hat ziehen lassen. Denn der Busche fährt zwar sehr unattraktiv , ist aber zäh wie Juchtenleder. Allerdings muss ich sagen, ist dies die bisher langweiligste Tour überhaupt...Bis jetzt war nur die eine Bergankunft interessant, die zweite (de Baille) war zum Einschlafen. Diese ganzen langweiligen Sprintankünfte sind zum Wergsehen..Sportlich gesehen ist der Giro um Längen interessanter.
KarlRad 19.07.2011
3. Radsport-Nation Norwegen?
Die Norweger zeigen sich dieses Jahr "auffällig" gut ;) Ich glaube das Voeckler im Zeitfahren gegen Evans keine Chance hat. Also wenn morgen dass Zeitfahren anstehe, würde ich Evans vorn sehen. Aber es kommen ja noch zwei extrem schwere Etappen und die Schlecks und Contador werden sich noch zeigen. Basso und Sanchez traue ich es nicht zu.
drstrange 19.07.2011
4. ausgeschleckt (2)
Zitat von linksdummerDie Tour wird nur noch zwischen Contador, Evans und dem herumhampelnden und srampelnden Vöckler entschieden, den man leichtsinnigerweise hat ziehen lassen. Denn der Busche fährt zwar sehr unattraktiv , ist aber zäh wie Juchtenleder. Allerdings muss ich sagen, ist dies die bisher langweiligste Tour überhaupt...Bis jetzt war nur die eine Bergankunft interessant, die zweite (de Baille) war zum Einschlafen. Diese ganzen langweiligen Sprintankünfte sind zum Wergsehen..Sportlich gesehen ist der Giro um Längen interessanter.
was an dieser Tour langweilig sein soll verstehe ich nun wirklich nicht .... wann gab es denn 5 Tage vor Schluss der Rundfahrt noch 8 Fahrer, welche innerhalb von 4'01'' liegen und damit potentiell noch um den Sieg kämpfen können (auch wenn der Cunego wohl nicht wirklich zu den Sieganwärtern gehört)?? Die Schlecks würde ich noch nicht ganz abschreiben, auch wenn ich eine gewisse Schadenfreude nicht verhehlen kann ... es ist zwar edel auf den Bruder Rücksicht zu nehmen, weniger Respekt scheinen sie aber den Mannschaftskollegen, welche alles für die Schlecks gegeben haben (und dabei eigene Ambitionen zurücksteckten) entgegenzubringen: deren Arbeit hätte sich nur gelohnt, wenn jemand aus der Mannschaft am letzten Tag zuoberst steht ....
zoon.politicon 19.07.2011
5. Achten auf plötzliche Leistungssteigerung
Zitat von sysopViele Attacken, wenig Erfolg: Die Favoriten auf den Gesamtsieg haben einige Ausreißversuche gewagt, doch Thomas Voeckler konnte das Gelbe Trikot verteidigen. Cadel Evans aus Australien ist neuer Zweiter hinter dem Franzosen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,775331,00.html
Der gestrige letzte Ruhetag könnte die Möglichkeit gegeben haben, in der letzten Tourwoche mit einer plötzlichen Leistugssteigerung zu überraschen: Spanien ist nicht weit und eine übliche Eigenblutkonserve von ca. 500 ml erhöht die roten Blutkörperchen um ca. 10% und entsprechend auch die Ausdauerleistung. Wollen mal sehen, wessen Leistung am Berg auf den kommenden Königsetappen plötzlich explodiert.
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